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Neue Analyse 24.01.2018 17:38:02

Tesla verliert immer mehr den Anschluss

Tesla verliert immer mehr den Anschluss

Tesla kommt nicht mehr mit

Das US-amerikanische Marktforschungs- und Unternehmensberatungsunternehmen Navigant Consulting hat kürzlich eine neue Studie zu selbstfahrenden Autos veröffentlicht. Untersucht wurden 19 Unternehmen, die derzeit an automatisierten Fahrsystemen arbeiten. Die Bewertung basierte auf zehn Kriterien, darunter Vision, Marktstrategie, Partnerschaften, Produktionsstrategie, Technologie, Produktqualität sowie Durchhaltevermögen.

Der Bericht zeigt, dass der US-Gigant Tesla deutlich hinter der Konkurrenz herhinkt. Im Bereich der Elektromobilität zählt der Konzern zwar noch immer zu den Großen, im Zukunftsbereich Autonomes Fahren ist Tesla allerdings weit abgeschlagen. Tesla und der Tech-Riese Apple sind laut Navigants Bericht Nachzügler - Elon Musks Unternehmen belegte den letzten Platz im Ranking.

Auf der Überholspur

Laut Navigant konnten sich General Motors (GM) und die Google-Tochter Waymo als Marktführer im Bereich selbstfahrende Autos etablieren. Diese beiden Vorreiter böten damit derzeit die besten AV (autonomous vehicles)-Investitionsmöglichkeiten.

GM könne sich glücklich schätzen, das Startup Cruise Automation aus San Francisco sowie Strobe, einen Hersteller von Lidar-Systemen, gekauft zu haben. Außerdem hat sich der US-amerikanische Automobilkonzern mit 500 Millionen US-Dollar am Uber-Rivalen Lyft beteiligt. Aufgrund dieser taktisch klugen Investitionen sei es kein Wunder, dass GM als aktueller Marktführer gelte, so Navigant.

Erst vor kurzem soll der Konzern nun einen Antrag auf Zulassung einer Fahrzeugflotte bei der zuständigen Verkehrsbehörde gestellt haben, deren Autos ohne Lenkräder sowie ohne Pedale produziert werden sollen. "Die AVs von GM werden viel schneller als allgemein erwartet für den kommerziellen Einsatz ohne menschliche Fahrer bereit sein (innerhalb von Quartalen, nicht Jahren) und möglicherweise Jahre vor ihren Konkurrenten", sagte auch Deutsche Bank-Analyst Rod Lache im September.

Waymo, Nummer zwei im Ranking, hat bereits Tests mit selbstfahrenden Autos in mehreren Gegenden der USA durchführen können. Dabei hat die Google-Tochter inzwischen über vier Millionen Kilometer zurückgelegt. Zudem findet in Arizona mittlerweile ein Testlauf mit vollständig autonom fahrenden Taxis statt. Und auch Google hat in den US-amerikanischen Fahrdienstvermittler Lyft investiert. Waymo gilt außerdem als führend in Sachen Software und Datenbasis.

Und auch weitere große Autokonzerne - darunter einige deutsche - wie die Kooperationen Daimler-Bosch, BMW-Intel, aber auch Ford oder VW liegen noch vor Tesla.

Tesla - lediglich ein Herausforderer

Im Rahmen der Navigant-Studie wurden die teilnehmenden Automobilhersteller basierend auf Bewertungen bezüglich Strategie und Umsetzung in vier Gruppen eingeteilt: "Leaders", also die Führenden im Wettbewerb um autonomes Fahren, "Contenders", die Mitbewerber, "Challengers", die Herausforderer und schließlich "Followers", also die Nachzügler.

Die Firma von Elon Musk sowie der Fahrdienst Uber und auch Apple wurden dabei lediglich der Kategorie "Challengers" im unteren Drittel zugeordnet.

Des Weiteren wurden Autonomiestufen bestimmt. Insgesamt gibt es sechs Level - wer auf Level 5 eingestuft wird, benötigt keinen Fahrer mehr für sein autonomes Fahrzeug. Die Autopilot-Funktion von Tesla befindet sich derzeit auf Level 2, das bedeutet teilautomatisiertes Fahren. Auch hier ist noch viel Luft nach oben für den Musk-Konzern.

Rückschritt statt Fortschritt?

Die Navigant-Analysten sind allerdings nicht die ersten, die die Technologie hinter Teslas selbstfahrenden Autos in Frage stellen.

"Das Autopilot-System der aktuellen Produkte stagniert und hat sich seit seiner Einführung Ende 2015 in vielerlei Hinsicht zurückgebildet", so Navigant laut "ARS Technica", einem Blog über Technologie- und Webthemen.

Teslas erste Version des Autopiloten stützte sich stark auf die Technologie des Herstellers für Fahrassistenzsysteme Mobileye. Das Unternehmen unter Elon Musk beendete die Zusammenarbeit jedoch im Jahr 2016. Mobileye wurde einige Zeit später schließlich von Intel übernommen.

Im September letzten Jahres äußerte sich auch Bernstein-Analyst Max Warburton kritisch. Ihm zufolge sei der Tesla-Autopilot 2.0 weit hinter dem Zeitplan und verfüge nicht über die Bandbreite an Fähigkeiten, die der mit Mobileye betriebene Autopilot 1.0 hatte. "Während Tesla viele Vorteile bietet, glauben wir, dass seine Fähigkeiten bezüglich Autonomem Fahren übertrieben sind", so Warburton weiter.

Tesla verfehlt seine Ziele

Bereits im Jahr 2016 hatte Elon Musk verkündet, sein Unternehmen werde schon 2018 selbstfahrende E-Autos produzieren. Die Aussage musste der Tesla-Chef im Dezember letzten Jahres gegenüber dem US-Magazin "Electrek" jedoch revidieren. Es werde wohl noch einige Jahre dauern, bis es so weit sei.

Doch das ist nicht das erste Ziel, das Elon Musk aufgrund zu optimistischer Prognosen verfehlt hat. Auch die Produktionsziele für das E-Auto Model 3 konnte er wieder und wieder nicht einhalten.

Gerüchten zufolge habe Tesla die Trennung von Mobileye sowie der Abgang einiger wichtiger Chef-Ingenieure in der Entwicklung weit zurückgeworfen.

Ob es Tesla noch gelingen wird, einen Gang hochzuschalten, um mit den Großen mithalten zu können, bleibt fraglich.

Redaktion finanzen.at

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Bildquelle: Ken Wolter / Shutterstock.com,Justin Sullivan/Getty Images,Kevork Djansezian/Freier Fotograf/Getty Images,Katherine Welles / Shutterstock.com

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