Zweischneidiges Schwert |
28.02.2025 12:17:00
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Palantir-Aktie mit stärkerem Wertzuwachs als NVIDIA-Aktie - Darum schlagen Experten jetzt Alarm
• Einige Experten mahnen zur Vorsicht
• Chancen und Risiken im Blick
Die Aktie von Palantir, dem führenden Datenanalyse-Spezialisten, hat einen spektakulären Anstieg verzeichnet und ist in nur einem Jahr um fast 400 Prozent gestiegen. Mit diesem Wertzuwachs hat Palantir sogar NVIDIA hinter sich gelassen - und das, obwohl die NVIDIA-Aktie nach wie vor als unangefochtener Marktführer gilt. Während viele Anleger und Analysten optimistisch sind und großes Potenzial in Palantir sehen, warnen andere Experten vor einer möglicherweise ambitionierten Bewertung und mahnen zur Vorsicht.
Palantir-Aktie im Blick: Ein wirtschaftspolitisches Phänomen
Seit der Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump hat Palantir von einem wirtschaftspolitischen Momentum profitiert, das seinesgleichen sucht. Der Kurs des Unternehmens ist allein seit Jahresbeginn um rund 18 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Bei NVIDIA ist es ein Verlust von 2,2 Prozent (Stand: Schlusskurse vom 26. Februar 2025). Und auch auf Ein-Jahres-Sicht hinkt NVIDIA deutlich hinterher. Die aktuelle Marktkapitalisierung von Palantir liegt bei 209,5 Milliarden US-Dollar (Stand: Schlusskurse vom 26. Februar 2025). Anleger fragen sich jedoch: Wird Palantir das nächste große Unternehmen wie NVIDIA? Oder steht der Hype vor einem baldigen Ende?
Erfolgsfaktoren: Starke Zahlen, KI und Regierungsnähe
Laut Capital treiben drei Hauptgründe derzeit die Euphorie um Palantir an. Erstens konnte das Unternehmen im vierten Quartal 2024 erneut beeindruckende Zahlen präsentieren. Der Umsatz stieg um über ein Drittel auf 827,5 Millionen US-Dollar. Die Kundenzahl wuchs um 43 Prozent.
Zweitens spielt Künstliche Intelligenz eine immer wichtigere Rolle im Geschäftsmodell von Palantir. CEO Alex Karp betonte bei einer Telefonkonferenz im November 2024, dass das Unternehmen mit der "ungebremsten KI-Nachfrage" einen "absoluten Volltreffer gelandet" habe. Durch die von US-Präsident Donald Trump eingeführten Zölle dürften Unternehmen zudem verstärkt auf Datenanalysen setzen, um ihre Lieferketten effizienter zu gestalten und Einfuhrkosten zu reduzieren.
Drittens ist Palantir durch seine Nähe zur US-Regierung ein bedeutender Akteur in der Datenanalyse für staatliche Stellen. "Palantir pflegt enge Beziehungen zur US-Führung, insbesondere über den Firmengründer Peter Thiel", kommentierte Investor und KI-Experte Fabian Westerheide laut Capital. Dies könnte dem Unternehmen einen Vorteil bei der Vergabe von Aufträgen verschaffen.
Rückenwind könnte auch das neue Department of Government Efficiency (DOGE) verschaffen, das unter Elon Musk auf KI und Software setzt. Medien berichten über einen geplanten KI-Chatbot für Regierungsbeamte. Offizielle Partner sind unklar, doch Palantir-CEO Alex Karp zeigt sich optimistisch: Das Department of Government Efficiency DOGE sei wichtig. Er bezeichnete Musk im Interview mit CNBC als den "wichtigsten Baumeister der Welt".
Experten warnen: Palantir könnte es in Europa schwer haben
Capital betont, dass der operative Fortschritt mit 11 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal zu wünschen übriglässt. Die positive Bilanz beruhe stark auf Zinseinnahmen. Im vierten Quartal 2024 wuchsen die Kosten schneller als die Einnahmen: Die operativen Ausgaben stiegen im Schnitt um 35 Prozent, während der Rohertrag nur um 26 Prozent zunahm. Dadurch sei der operative Hebel negativ.
Branchenexperte Fabian Westerheide betont außerdem gemäß Capital, dass Palantir im Vergleich zu KI-Überfliegern wie OpenAI langsamer wachsen könnte. Das Unternehmen müsse seine Software oft speziell an die Bedürfnisse von Behörden und Unternehmen anpassen, was eine schnelle Skalierung erschwert. Besonders in Europa könnte es für Palantir aufgrund von Datenschutzbedenken schwierig werden, Marktanteile zu gewinnen. "Welche Behörde möchte schon eine US-Software einsetzen?", fragt sich Westerheide laut Capital.
Palantir-Aktie im Aufwind - Ein zweischneidiges Schwert?
Die Kursgewinne von Palantir und die Begeisterung der Anleger sind unbestreitbar beeindruckend, doch die Bewertung des Unternehmens ist derzeit äußerst hoch. Während die Nähe zu Regierungsaufträgen und die Rolle von KI das Wachstumspotenzial des Unternehmens weiter stützen könnten, bleibt fraglich, wie nachhaltig dieses Wachstum in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt sein wird. Die potenziellen Risiken und Herausforderungen, die durch die hohe Bewertung und mögliche Marktbeschränkungen in Europa entstehen, sollten nicht unterschätzt werden. Wie sich die Aktie weiter entwickelt, bleibt letztlich abzuwarten.
Redaktion finanzen.at
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