IPO steht kurz bevor |
04.09.2015 14:00:51
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Bayer will Covestro noch in diesem Jahr an die Börse bringen
Bayer werde den Erlös schwerpunktmäßig zur eigenen Schuldentilgung verwenden, sagte Bayer-Finanzvorstand Johannes Dietsch bei einer Telefonkonferenz. Ratingagenturen hätten signalisiert, dass ein Börsengang von Covestro, der zu einer Schuldenreduzierung bei Bayer führen werde, rating-positiv sein könnte, erklärte der Manager.
Bayer will auch nach dem Börsengang die Mehrheit an Covestro behalten, langfristig will sich der Konzern aber nach den Worten von Dietsch komplett von Covestro trennen. Er machte keine genaue Zeitangabe, deutete aber an, dass dies vor 2020 sein werde. Bayer werde sich im Rahmen des Börsengangs verpflichten, innerhalb von 180 Tagen nach der Erstnotierung keine weiteren Aktien zu platzieren, kündigte Dietsch an.
Covestro wird mit einer Nettofinanzverschuldung inklusive Pensionsverpflichtungen in Höhe des 2,5- bis 3-Fachen des bereinigten EBITDA nach dem Börsengang starten und strebt ein Investment-Grade-Rating an. Für diesen Betrag werde Covestro dann auch Bankkreditlinien zur Verfügung haben. Mittel- bis langfristig verfolge Covestro aber die Strategie, sich über die Fremdkapitalmärkte zu refinanzieren und auch über Bondemissionen Mittel einzuwerben, sagte Lutz.
Covestro ist nach Schätzungen von Analysten 11 Milliarden Euro wert. Zum Volumen der Kapitalerhöhung machte das vormals Bayer MaterialScience genannte Unternehmen keine Angaben.
Zur Vorbereitung des IPOs arbeite Covestro derzeit an der Fertigstellung des Börsenprospekts, hieß es. Er müsse bei der Finanzaufsicht BaFin eingereicht, dort genehmigt und anschließend veröffentlicht werden. Erst der Börsenprospekt gebe Aufschluss über den angestrebten Tag der Erstnotierung, die genaue Kapitalstruktur und viele andere Aspekte, sagte Covestro-CFO Frank H. Lutz.
Vor einem Jahr hatte Bayer angekündigt, den Teilkonzern MaterialScience in die Eigenständigkeit zu führen und sich ausschließlich auf die Life-Science-Geschäfte zu konzentrieren. Covestro ist mit einem Umsatz von 11,7 Milliarden Euro der viertgrößte Chemiekonzern Europas nach BASF, Lyondellbasell und Evonik.
Seit September firmiert die ehemalige Bayer-Plastiksparte unter dem Namen Covestro. Das Unternehmen bleibt bis zum Börsengang eine vollständige Tochtergesellschaft der Bayer AG. Die Platzierung der Aktien von Covestro könnte der größte Börsengang seit der Privatisierung der Post im Jahr 2000 werden, sagen Experten. Das Unternehmen könnte je nach Höhe der Kapitalerhöhung und dem Verkauf weiterer Aktien durch Bayer ein Kandidat für den deutschen Leitindex Dax werden.
Covestro beliefert weltweit wichtige Branchen mit Chemikalien. Zu den wichtigsten Kunden gehören Autohersteller, die Baubranche, der Elektroniksektor und die Möbel-, Sport- und Textilindustrie. Hergestellt werden etwa Polyuretane, die als Rohstoff für Schaumstoffe dienen, sowie hochwertige Kunststoffe, die unter dem Sammelbegriff Polycarbonate laufen. Spezialchemikalien und Vorprodukte für Lacke und Klebstoffe runden das Produktportfolio ab. Die Covestro-Gruppe produziert mit ihren 16.000 Mitarbeitern an 30 Standorten rund um den Globus.
Das Unternehmen will mittelfristig bei Umsatz und bereinigtem EBITDA wachsen. Dabei setzt Covestro auf eine steigende Nachfrage und damit einhergehend auch eine stärkere Anlagenauslastung sowie eine konsequente Kostendisziplin. Auch der freie Cashflow soll zulegen. Die Gesamtkosten will das Unternehmen an das Niveau vergleichbarer Unternehmen der chemischen Industrie heranführen. Dazu sind Anlagenoptimierungen geplant. Im Jahr 2019 rechnet Covestro mit Bruttoeinsparungen von 420 Millionen Euro.
Auch die Aktionäre will das Unternehmen am Geschäftserfolg beteiligen. Ab 2016 will Covestro 30 bis 50 Prozent des Konzernergebnisses ausschütten. Bei einem erfolgreichen IPO im vierten Quartal peilt Covestro für 2015 eine Ausschüttungssumme von 100 bis 150 Millionen Euro an.
DJG/hoa/kgb/jhe/mgo
Dow Jones Newswires
Von Heide Oberhauser-Aslan
FRANKFURT (Dow Jones)
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