Strafe wird noch verhandelt |
10.04.2015 09:00:46
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Deutsche Bank steht wohl kurz vor Einigung im Libor-Skandal
Deutschlands größte Bank dürfte bei einem Vergleich mit britischen und amerikanischen Behörden mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar zahlen, sagten eingeweihte Personen. Die Deutsche Bank gehe wohl davon aus, einen Vergleich in den nächsten Wochen erzielen zu können.
Allerdings gebe es offenbar noch intensive Verhandlungen über die endgültige Summe. Grund seien Forderungen des New Yorker Finanzregulierers. Die erst im Jahr 2011 gegründete Behörde, die bei früheren Untersuchungen zum Zinsskandal mit anderen Banken nicht beteiligt war, fordere eine eigene hohe Strafe für die Deutsche Bank, so die Informanten. Der Regulierer hat sich innerhalb kurzer Zeit einen Ruf als hartnäckige Ermittlungsbehörde verschafft, indem er mit hohen Strafen und dem Verlust der Bankenlizenz droht. Die Deutsche Bank teilte auf Anfrage mit, dass man nach wie vor mit den Behörden zusammenarbeite. Andere Großbanken hatten sich im Jahr 2012 und 2013 mit Behörden im Zinsskandal geeinigt. Die UBS oder Royal Bank of Scotland zahlten damals mehr als 3,5 Milliarden Dollar. Sie hatten sich mit dem US-Justizministerium, der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) und der britischen Finanzmarktaufsicht geeinigt. Den Banken wurde vorgeworfen, dass sich Händler bei Referenzzinsen wie dem Libor oder dem Euribor abgesprochen haben. Die Deutsche Bank hatte Ende 2013 bereits im Skandal um Zinsmanipulationen eine Einigung mit der EU erzielt, bei der sie eine Strafe von 725 Millionen Euro gezahlt hat. In dem laufenden Fall könnte sich den Informanten zufolge eine britische Tochter für schuldig bekennen, um eine Einigung zu erzielen.
Über die nahestehende Einigung bei der Deutschen Bank hatte zuvor die New York Times berichtet. WASHINGTON (Dow Jones)
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