Ab sofort ohne Garantiezins 04.11.2014 14:06:00

UNIQA stellt Lebensversicherung um

In der Basisvariante hat diese keinen Garantiezins mehr und ist mit mehr Flexibilität und Transparenz ausgestattet. Das eingezahlte Kapital und eine lebenslange Rente mit Mindest-Betrag werden garantiert. Zusatzmodule sind möglich. Ein Ausstieg kommt die Kunden nun deutlich günstiger als zuvor.

Die private Vorsorge spiele eine wesentliche Rolle als Ergänzung zur ersten staatlichen Säule des Pensionssystems, nicht nur wegen des neuen Pensionskontos. Die klassische Lebensversicherung werde von vielen totgesagt, dementsprechend sei eine neue Basis notwendig, so UNIQA-Österreich-Vorstandsvorsitzender Hartwig Löger Montagabend bei einer Pressekonferenz. Die UNIQA sehe sich in Österreich als Vorreiter und Trendsetter. Die private Vorsorge sei ohne die klassische Lebensversicherung nicht darstellbar, sie werde daher von der UNIQA in einer neuen Form weiterentwickelt, betonte Raiffeisen-Versicherung-Vorstandsvorsitzender Klaus Pekarek.

UNIQA Österreich und die zum Konzern gehörende Raiffeisen-Versicherung bieten als erste Versicherungen ab dem Jahreswechsel nur mehr die sogenannte "Klassik Neu" an. Angesichts der weiteren Absenkung des Garantiezinssatzes auf 1,5 Prozent ab 2015 durch die Finanzmarktaufsicht (FMA) spricht nach Ansicht der UNIQA alles für ein solches Produkt.

Der Garantie- oder Rechnungszins ist jener Zinssatz, den ein Unternehmen dem Lebensversicherungskunden maximal versprechen darf. Dazu kommt noch die Gewinnbeteiligung, womit die Gesamtverzinsung höher ausfällt. Die UNIQA erwartet, dass der Garantiezinssatz ab 2016 angesichts des niedrigen Zinsumfeldes weiter auf 1,25 Prozent zurückgenommen wird. Mit mehr Transparenz und Flexibilität will man auch der Kritik an der Lebensversicherung begegnen.

Veranlagt wird künftig die gesamte Nettoprämie, also Einzahlung abzüglich der 4-prozentigen Versicherungssteuer, so Peter Eichler, Vorstand in der UNIQA Österreich und in der Raiffeisen Versicherung. Der Rechnungszins für das Basisprodukt ist null. Die Rendite besteht aus der Gewinnbeteiligung, die so wie bisher im Deckungsstock erzielt wird, abzüglich der Abschluss- und Verwaltungskosten. Bisher wurden die Kosten von der Nettoprämie abgezogen, so dass weniger "Sparprämie" zur Veranlagung kam.

Veranlagen werde man normal im klassischen Deckungsstock. Die Kosten lägen bei der heutigen Gesamtverzinsung von rund 3 Prozent bei rund 1,58 Prozent. Sie sind nach unten mit 1 Prozent und nach oben mit 2 Prozent gedeckelt. Insgesamt würden die Kosten wohl nicht "Eckhäuser" niedriger sein, abhängig aber jeweils von der Laufzeit. Bei 25 Jahren beispielsweise ist laut UNIQA mit einer ähnliche hohen Kostenbelastung zu rechnen, bei 15 Jahren mit rund 5 Prozent weniger.

Die Kapitalgarantie laufe ab dem ersten Tag, so Eichler. Was dem Kunden einmal als Gewinnbeteiligung gutgeschrieben wurde, könne ihm nicht mehr weggenommen werden.

Die Abschlusskosten werden künftig über die gesamte Laufzeit verteilt. Bisher waren es die ersten fünf Jahre. Wird der Vertrag vorzeitig beendet, fällt nur die bis dahin angefallene Provision an. Die Rückkaufswerte sind nun von Beginn an höher und liegen immer zumindest in der Höhe der eingezahlten Nettoprämie.

Ein- und Auszahlungen sind während der gesamten Laufzeit flexibel und können somit entsprechend den verschiedenen Lebensphasen gestaltet werden: Eine Teil-Entnahme beispielsweise für den Führerschein, eine befristete Beitragsfreistellung während des Studiums, Aufstockungen nach einer Gehaltserhöhung. Auch Zuzahlungen sind möglich. Diese Wechsel sind kostenfrei und für einige Veränderungen der Lebensumstände vorgesehen. Die Lebensversicherung ist aber nicht als Konto gedacht. Mögliche Zusatzbausteine sind etwa die Sicherung der aktuellen Sterbetafeln oder des aktuellen Garantiezinssatzes.

Pekarek wies darauf hin, dass die neue Variante auch für die Generation 50+ interessant sei, denn bei einem Rechnungszinssatz von 1,5 Prozent brauche es im Schnitt rund 24 Jahre, um das einbezahlte Kapital garantiert wieder herauszubekommen. Die Stornoquoten lägen bei der Raiffeisen-Versicherung bei 1 bis 2 Prozent jährlich und seien damit relativ niedrig. Über große Laufzeiten aufsummiert würden rund 50 Prozent ihr eigentliches Vorsorgeziel nicht erreichen. Das Storno-Risiko trage jetzt zu einem großen Teil der Vertriebspartner. VKI-Versicherungsexperte Walter Hager erwartet in einer ersten Reaktion durch die Aufteilung der Provisionen auf die gesamte Laufzeit weniger Stornos.

Mit dem neuen Produkt werde auch den künftigen gesetzlichen Anforderungen bezüglich Transparenz und Eigenkapitalerfordernis Rechnung getragen, betont die UNIQA. Das Eigenkapitalerfordernis betrage rund die Hälfte.

In Österreich gibt es derzeit rund 10 Millionen Lebensversicherungsverträge. Die Prämieneinnahmen lagen im Vorjahr bei 6,5 Mrd. Euro.

(Schluss) itz/sp/cs

ISIN AT0000821103 WEB http://www.uniqagroup.com

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