Ergebnis überzeugt 28.01.2025 17:55:39

Trotz globaler Unsicherheiten: SAP peilt 2025 deutlichen Gewinnanstieg an - Aktie höher

Trotz globaler Unsicherheiten: SAP peilt 2025 deutlichen Gewinnanstieg an - Aktie höher

Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 11 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro, wie das DAX-Schwergewicht am Dienstag mitteilte. Die Walldorfer verzeichneten dabei vor allem bei den Aboverträgen für ihre Kernsoftware erneut einen starken Anstieg. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg noch deutlich stärker als der Erlös um 24 Prozent auf 2,44 Milliarden Euro. Das war mehr als von Analysten zuvor erwartet. Der Nettogewinn schwoll um 35 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro an.

Für dieses Jahr nimmt sich SAP dank des großen Stellenumbaus aus dem Vorjahr erneut eine große Gewinnsteigerung vor. Um Währungseffekte bereinigt soll das operative Ergebnis um 26 bis 30 Prozent anziehen. Mit Lizenzsoftware und Cloudverträgen peilt das Management um Chef Christian Klein ein Plus von 11 bis 13 Prozent an. Die Cloudsoftware allein soll dabei das Wachstum liefern und um 26 bis 28 Prozent klettern. Die neuen Ziele hatten Fachleute in etwa so auf dem Zettel - SAP hatte bereits seit einiger Zeit Mittelfristziele für das Jahr 2025.

Im Gesamtjahr konnte SAP den Umsatz aus dem fortgeführten Geschäft um 10 Prozent auf 34,2 Milliarden Euro ausbauen. Unter dem Strich blieben mit 3,15 Milliarden Euro aber nur rund die Hälfte des Gewinns aus dem Vorjahr übrig. Für den Abbau von Stellen hatte SAP 2024 mehrere Milliarden Euro an Einmalkosten aufgewendet.

SAP ernennt neues Vorstandsmitglied für Strategy & Operations

SAP hat einen neuen Vorstandsbereich geschaffen. Wie der DAX-Konzern mitteilte, rückt Sebastian Steinhäuser zum 1. Februar in das Führungsgremium auf, wo er das neue Ressort "Strategy & Operations" verantworten wird. Seine Aufgabe werde es sein, die Strategie umzusetzen und Unternehmensabläufe zu vereinfachen. Zudem verlängerte SAP den Vertrag von Vorstandsmitglied Thomas Saueressig, der das Ressort Customer Services & Delivery leitet, um drei Jahre bis 2028.

Außerdem bildet SAP einen "erweiterten Vorstand" als strategisches Beratungsgremium. Es soll unter anderem die KI-Strategie vorantreiben. Dem Gremium werden ein neuer Chief Technical Officer, ein Tandem von Chief Revenue Officers sowie der Chief Marketing Officer angehören.

SAP-Management nach DeepSeek zuversichtlich für KI-Infrastrukturkosten

Die Nachrichten über das chinesische KI-Modell DeepSeek haben nach Aussage von SAP-Vorstandschef Christian Klein gezeigt, dass KI-Infrastruktur skaliert werden wird. "Das ist sehr wichtig, denn ohne diese Infrastruktur lassen sich keine generativen KI-Modelle nutzen", sagte er auf der Bilanzpressekonferenz des Konzerns. "Immer mehr Anbieter steigen in den Markt ein und es wird nicht nur ein KI-Modell geben". Er sprach von "guten Nachrichten" für SAP.

DeepSeek hatte an den Märkten am Montag für Verwerfungen gesorgt, nachdem das chinesische Unternehmen mitgeteilt hatte, dass es kostengünstiger als die US-Konkurrenz ein KI-Modell entwickelt hat, das sich mit den großen Rivalen messen kann. Das warf die Frage darüber aus, inwiefern massive Summen für die Ausrüstung von Nvidia und anderen erforderlich sind, um KI-Modelle zu trainieren.

"Alles, was die Kosten nach unten bringt, ist hilfreich", sagte SAP-Finanzvorstand Dominik Asam im Gespräch mit Dow Jones Newswires auf die Frage nach DeepSeek. Um bei SAP zum Einsatz zu kommen, müsse ein KI-Modell aber bestimmte Anforderungen erfüllen. Für eine Business-Anwendung müsse es Probleme lösen und zum Wachstum beitragen können. Zudem müsse die Technologie verlässlich und verantwortlich sein, da SAP bestimmte Datenschutzanforderungen erfüllen müsse. "Das könnte bei chinesischen Produkten ein bisschen schwierig sein", sagte Asam.

"Wir müssen noch untersuchen, wie dies gewährleistet werden könnte, wenn wir unsere Lösungen auf eine Plattform aus China stellen", so Asam. "Aber wenn sie uns zeigen können, dass wir uns darüber keine Sorgen machen müssen und die Due Diligence überstehen, können wir diese Modelle auch nutzen."

Starke Zahlen und Ausblick helfen SAP nur zeitweise gen Rekordhoch

Nach zehn Kursrekorden der SAP-Aktien allein im neuen Börsenjahr - inklusive einem an diesem Dienstag - haben Investoren "Kasse" gemacht. Mit dem Start des XETRA-Handels stiegen die Papiere des DAX-Schwergewichts zunächst auf die neue Bestmarke von fast 270 Euro. Zwischenzeitlich ging es für das Papier auf rotes Terrain - der Abwärtsdruck verflüchtigte sich jedoch schnell wieder. Zur Schlussglocke gewann die SAP-Aktie 0,46 Prozent auf 262,60 Euro.

In diesem Jahr will der Software-Hersteller den operativen Gewinn vor Sonderposten um währungsbereinigt bis zu 30 Prozent steigern. Analysten werteten das als starke Prognose, die dem Aktienkurs im frühen Handel denn auch eine weitere Höchstmarke bescherte. Dann aber dürfte er dem jüngsten Höhenflug Tribut gezollt haben: Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs in etwa verdoppelt und in den vergangenen zwei Jahren sogar verdreifacht.

"Auch bei SAP wachsen die Bäume beziehungsweise Aktienkurse scheinbar nicht in den Himmel", schrieb Marktexperte Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets. "Gewinnmitnahmen setzen jetzt ein, was aber nach der Rally der Aktie in den vergangenen zwei Jahren mit einer Verdreifachung des Kurses kein Grund zur Sorge darstellt".

Rund 330 Milliarden Euro war der Software-Konzern auf dem Rekordhoch mittlerweile wert, in etwa doppelt so viel wie Siemens als Nummer zwei im Dax. SAP-Aktien seien mittlerweile mit fast dem 35-Fachen seiner Gewinnschätzung für 2025 bewertet, schrieb Analyst Chandramouli Sriraman vom Broker Stifel. Das sei mehr als die durchschnittliche Bewertung europäischer Technologie-Aktien und auch mehr als im Schnitt die weltweite Branche der Cloud-Anbieter für Unternehmen.

Große Investmentbanken wie JPMorgan, Goldman Sachs und UBS bestätigten am Dienstag ihre Kaufempfehlungen für die SAP-Aktie. Folgen dürften in den kommenden Tagen neue, aller Voraussicht nach höhere Kursziele. Denn selbst bei den optimistischsten Experten am Markt wie Johannes Schaller von der Deutschen Bank und Balajee Tirupati von der Citigroup haben die Aktien deren Kursziele von 300 Euro beinahe eingeholt.

dpa-AFX / Dow Jones

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Bildquelle: nitpicker / Shutterstock.com,SAP AG,Cineberg / Shutterstock.com

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