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Veränderungen 27.02.2024 16:47:00

thyssenkrupp-Aktie im Plus: thyssenkrupp Steel-Aufsichtsratsvorsitzender hält Neuaufstellung für unabdingbar

thyssenkrupp-Aktie im Plus: thyssenkrupp Steel-Aufsichtsratsvorsitzender hält Neuaufstellung für unabdingbar

"Wir können nicht so weitermachen wie bisher", sagte Gabriel der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ). thyssenkrupp Steel benötige "eine grundlegende Neuaufstellung", so Gabriel. "Wir haben Anlagen, die auf eine jährliche Produktion von knapp zwölf Millionen Tonnen ausgelegt sind, aber wir verkaufen derzeit nur etwa neun Millionen Tonnen - Tendenz möglicherweise sogar fallend." Eine gewisse Zeit lasse sich das ohne Anpassungen überbrücken, aber nicht auf Dauer. "Wir alle zusammen im Unternehmen, das Management und die Mitbestimmung, müssen jetzt schauen, dass wir einen Plan entwickeln, der uns in die Zukunft trägt."

Es sei geplant, dass der Vorstand von Thyssenkrupp Steel bis Mitte April ein Konzept vorlegen werde, kündigte Gabriel im WAZ-Interview an. "Wie sich die aktuelle Situation auf die zukünftige Beschäftigung in den nächsten Jahren auswirken kann, ist eine der Fragen, mit denen sich der Stahl-Vorstand selbstverständlich befassen muss. Es kann sicher nicht ausgeschlossen werden, dass bei Kapazitätsanpassungen auch ein Beschäftigungsabbau erfolgt", so Gabriel weiter.

In der Stahlsparte sind etwa 27 000 Menschen beschäftigt, davon rund 13 000 allein in Duisburg. Die Sparte hat derzeit mit der Konjunkturschwäche sowie hohen Energie- und Rohstoffpreisen zu kämpfen. Der Mutterkonzern Thyssenkrupp plant eine Verselbstständigung der Sparte.

Debatte um thyssenkrupp-Stahlsparte: IG Metall fordert Gesamtkonzept In der Debatte um die Zukunft von Deutschlands größtem Stahlkonzern thyssenkrupp Steel hat die IG Metall ihre Forderung an die Konzernmutter nach einem Gesamtkonzept für den Stahlbereich unterstrichen. "Ob Verkauf, Beteiligung oder Verselbstständigung - es braucht endlich ein industrielles Konzept, das finanziell und strukturell abgesichert ist", sagte IG Metall-Bezirksleiter Knut Giesler am Dienstag in Düsseldorf. "Das ständige Hin und Her muss ein Ende haben."

Stahl-Vorstand will bis Mitte April Vorschläge vorlegen

Anlass waren Aussagen von Steel-Aufsichtsratschef Sigmar Gabriel in einem Interview der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ, Montag/Dienstag). Gabriel hatte darin gesagt, dass der Sparten-Vorstand vor dem Hintergrund erwartbarer, dauerhafter Absatzrückgänge bis Mitte April Vorschläge für eine grundlegende Neustrukturierung erarbeiten will. "Was immer dabei an Vorschlägen herauskommt, wird natürlich danach sofort auch mit der Mitbestimmungsseite, den Betriebsräten und der IG Metall beraten", hatte der frühere Vizekanzler gesagt. Sämtliche Entscheidungen sollten nur gemeinsam mit den Mitbestimmungsgremien fallen, "so wie wir das auch in der Vergangenheit immer getan haben". Am Ende müsse ein zukunftsfähiges Stahlunternehmen stehen, "in dem auch noch die Kinder und Enkel der heutigen Stahlarbeiter einen Arbeitsplatz finden".

IG Metall und Betriebsrat hätten zur Kenntnis genommen, dass der Steel-Vorstand ein Restrukturierungskonzept erarbeite, erklärte Giesler. "Das Problem ausschließlich bei Vorstand und Mitbestimmung des Stahlbereichs abzulegen, ist jedoch nicht akzeptabel." Die IG Metall halte weiterhin an ihrer Forderung einer Verselbstständigung des Stahlbereichs fest, "wenn die Rahmenbedingungen stimmen". Diese seien von der Konzernmutter herzustellen.

In der Stahlsparte sind etwa 27 000 Menschen beschäftigt, davon rund 13 000 allein in Duisburg. Die Sparte hat derzeit unter anderem mit der Konjunkturschwäche sowie hohen Energie- und Rohstoffpreisen zu kämpfen. Der Mutterkonzern thyssenkrupp plant eine Verselbstständigung der Sparte. Mit dem tschechischen Energieunternehmen EPH des tschechischen Unternehmers Daniel Kretínský laufen seit Längerem Gespräche über eine 50:50-Partnerschaft im Stahlgeschäft.

Gabriel sieht drei Optionen für Verselbstständigung

Laut Gabriel gibt es nicht nur einen Weg in die Verselbstständigung. Er sehe mindestens drei Optionen. "Erstens: Der Stahl könnte zum neuen Kern von thyssenkrupp werden. Zweitens: Wir werden mit einem starken Ankeraktionär selbstständig. Drittens: Wir tun uns mit jemandem zusammen - mit Herrn Kretinsky beispielsweise", sagte der Aufsichtsratschef der WAZ.

Eine Neustrukturierung der Stahlsparte wird laut Gabriel "sicher einige Jahre" in Anspruch nehmen. "Wir reden hier eben nicht über eine Hauruckaktion oder kurzfristige Businesspläne, sondern über eine grundlegende Neuaufstellung von thyssenkrupp Steel." An deren Ende müsse ein Unternehmen stehen, das seine eigenen Investitionen verdient und nicht um jeden Euro bei der Konzernmutter "Bitte, bitte" machen müsse.

Die thyssenkrupp-Aktie notiert im XETRA-Handel zeitweise 3,18 Prozent höher bei 4,57 Euro.

DUISBURG/ESSEN (dpa-AFX)

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Bildquelle: Quinta / Shutterstock.com,thyssenkrupp AG

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