02.07.2013 12:02:58
|
ROG: Grundrechtsschutz im Internet sicherstellen, Datenschutzabkommen mit USA überprüfen
"Die flächendeckende Überwachung des Datenverkehrs ist mit dem Menschenrecht auf Informations- und Pressefreiheit unvereinbar", sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. Deshalb müssten die Überwachungsprogramme der USA und Großbritanniens jetzt lückenlos offengelegt und einer glaubwürdigen rechtsstaatlichen Kontrolle unterworfen werden. Zugleich forderte Mihr die Bundesregierung auf, sich für eine Überprüfung des Safe-Harbor-Abkommens starkzumachen, das beim Datenaustausch zwischen der EU und den USA europäische Schutzstandards garantieren soll: "Sämtliche Datenschutzvereinbarungen mit den USA gehören jetzt auf den Prüfstand." Er erneuerte die Forderung (http://bit.ly/13uw1Eu) nach verbindlichen Regeln zur Kontrolle des Exports von Überwachungstechnologie aus Deutschland und anderen westlichen Ländern.
Reporter ohne Grenzen weist in Berichten (http://bit.ly/WjJ86r)
und politischen Stellungnahmen (http://bit.ly/13o3Tmx) regelmäßig
darauf hin, wie digitale Massenüberwachung und gezielte Datenspionage
auch mit Hilfe westlicher Technologie - die Arbeit von Journalisten
in repressiven Regimen gefährden. In Staaten wie China, dem Iran oder
Bahrain können Journalisten aufgrund solcher staatlichen Eingriffe
weder frei recherchieren noch den Schutz ihrer Informanten
gewährleisten. Eine unabhängige, kritische Berichterstattung ist
deshalb vielerorts nur unter großen persönlichen Risiken möglich.
Die nun bekanntgewordenen Überwachungsprogramme der USA und Großbritanniens offenbaren, dass sich auch hierzulande kein Journalist, der per Internet oder Telefon recherchiert, der Vertraulichkeit seiner Recherchen und des Schutzes seiner Quellen sicher sein kann. Dies gefährdet die Korrektivfunktion der Medien in einer demokratischen Gesellschaft. Der Skandal um abgehörte Telefonanschlüsse der Nachrichtenagentur Associated Press in den USA (http://bit.ly/16h1gBp) hat jüngst gezeigt, wie sehr schon eine punktuelle Überwachung die Bereitschaft von Informanten schwächen kann, mit Journalisten über heikle Themen zu sprechen. (http://nyti.ms/1ahOjHm) Umso gravierendere Folgen drohen nun in vielen Ländern als Konsequenz aus den flächendeckenden Überwachungsprogrammen der Geheimdienste NSA und GCHQ.
Vor zwei Wochen hat sich Deutschland der Freedom Online Coalition angeschlossen, einem Ende 2011 unter dem Eindruck des Arabischen Frühlings von der damaligen US-Außenministerin Hillary Clinton gegründeten Bündnis zum Schutz eines freien und offenen Internets. (http://bit.ly/19DfHnb) Damit hat sich die Bundesregierung verpflichtet, auf regionaler und internationaler Ebene für die Freiheit der Meinungsäußerung im Internet einzutreten. (http://bit.ly/199rQAM) Nun hat sie Gelegenheit zu zeigen, dass es ihr mit diesem Ziel ernst ist. Ein verbindliches Exportkontrollregime für Überwachungstechnologie wäre eine gute Gelegenheit dazu.
In der ROG-Rangliste der Pressefreiheit stehen die USA auf Platz 32 und Großbritannien auf Platz 29 von 179 Ländern. Aktuelle Meldungen zur Lage der Journalisten und Medien in beiden Ländern finden Sie unter http://en.rsf.org/united-states.html und http://en.rsf.org/united-kingdom.html.
Originaltext: Reporter ohne Grenzen e.V. Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/51548 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_51548.rss2
Pressekontakt: Reporter ohne Grenzen Ulrike Gruska / Christoph Dreyer T: +49 (0)30 60 98 95 33-55 presse@reporter-ohne-grenzen.de www.reporter-ohne-grenzen.de

Wenn Sie mehr über das Thema Aktien erfahren wollen, finden Sie in unserem Ratgeber viele interessante Artikel dazu!
Jetzt informieren!