FMA macht RZB Druck 01.08.2016 17:50:00

RBI-Aktie stürzt ab: Raiffeisen enttäuscht bei Banken-Stresstest

Die Anleger der Raiffeisen sind mächtig enttäuscht über das schwache Abschneiden "ihrer" Bank beim Stresstest: Am Montag rutschte das RBI-Papier im Wiener Börsenhandel annähernd um 9,5 Prozent ab und markierte ein Tagestief bei 10,64 Euro (Stand: 10:50 Uhr). Zum Handelsende verzeichnete das Papier einen Abschlag von 5,04 Prozent auf 11,21 Euro.

RBI-Mutter RZB landet beim Stresstest auf dem vorletzten Platz

Die RBI-Mutter RZB war beim Stresstest der EU-Bankenaufsichtsbehörde (EBA), der am Freitag veröffentlicht wurde, auf dem vorletzten Platz gelandet. 51 europäische Großbanken mussten den Bankenaufsehern beweisen, wie sie eine mehrjährige Krise überstehen können, ohne dass zu viel Kapital aufgezehrt würde.

Ergebnis: Alle Banken stehen deutlich besser da als vor einigen Jahren, die meisten Banken würden eine neue Finanz- und Wirtschaftskrise wohl überstehen, die österreichische RZB allerdings würde kräftig durchgeschüttelt werden. Die harte Kernkapitalquote der Bank würde in einem Stressszenario von 10,2 Prozent Ende 2015 auf 6,12 Prozent schrumpfen.

Umstrukturierung soll RZB krisenfest machen

"Wir sind uns unserer Kapitalsituation bewusst und setzen bereits seit geraumer Zeit Maßnahmen zur Verbesserung unserer Kapitalbasis", erklärte RZB-Chef Walter Rothensteiner am Freitagabend. Die Bank plant eine Fusion mit ihrer Tochter, der RBI, und setzt des Weiteren auf Beteiligungsverkäufe, darunter die RBI-Tochterbank in Polen. In Russland reduziert die Raiffeisen das Risiko, aus den USA zieht sich die Gruppe komplett zurück, auch aus Teilen Asiens. Ziel der RZB ist es, die ganze Gruppenstruktur zu vereinfachen.

So soll durch das seit 2015 laufende Programm eine Kapitalquote von mindestens zwölf Prozent bis Ende 2017 erreicht werden. Mit dem Verkauf eines Großteils der Aktien an der Uniqa Versicherung schaufelt die Bank in den nächsten Monaten einiges an Kapital frei. Allein dieser konkrete Deal soll die Kernkapitalquote um bis zu 0,60 Prozentpunkte anheben.

Heimische Banken brauchen mehr Eigenkapital - die Zeit drängt

Für die Finanzmarktaufsicht (FMA) seien die Ergebnisse der RZB keine Überraschung. "Österreichs Banken brauchen mehr Eigenkapital, das haben wir immer gesagt", sagte FMA-Chef Helmut Ettl, der Raiffeisen unter Druck setzt. Der Stresstest zeige, dass RZB und RBI nun rasch ihren Kapitalplan abarbeiten müssten. Der Stresstest stärke das Problembewusstsein, so Ettl weiter.

Das zweite heimische Institut, die Erste Group, liegt hingegen im Durchschnitt, wie der Stresstest offenbarte. Die harte Kernkapitalquote der Erste Group rutschte nur auf 8,02 von 12,25 Prozent Ende 2015 ab. Aus Sicht von Analysten werden alle Banken kritisch beäugt, deren Kapitalquote im Stressszenario unter sieben Prozent fällt.

Von Markus Gentner/Redaktion finanzen.at

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