Kapitalzufluss |
20.09.2024 22:04:00
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Plug Power-Aktionäre reagieren negativ auf neue Leasingplattform - Finanzlage weiter angeschlagen
• 44 Millionen US-Dollar durch Sale-and-Leaseback gesichert, Ziel sind 150 Millionen US-Dollar
• Aktie fällt trotz Großaufträgen
Der US-amerikanische Hersteller von Brennstoffzellen, Plug Power, gilt als Geldverbrennungsmaschine. Im zweiten Quartal fuhr das Unternehmen einen unerwartet hohen Verlust ein, die Erlöse sackten im Vorjahresvergleich deutlich ab und verfehlten ebenfalls die Marktschätzungen. Zumindest auf Umsatzseite will Plug Power nun aber das Geschäft ankurbeln.
Leasingplattform vorgestellt
Das Unternehmen kündigte am Donnerstag in einer Pressemitteilung eine Geräteleasingplattform an. "Diese Plattform soll Plug den Zugang zu Kapital ermöglichen, indem es seine Gerätevermögensbasis nutzt, und den Kunden von Plug Gerätefinanzierungslösungen anbietet, um das Wachstum der Geräteverkäufe zu unterstützen", hieß es von Unternehmensseite. Kunden von Plug Power soll es im Rahmen des neuen Angebots möglich sein, Ausrüstung, die sie bei Plug erwerben, zu finanzieren. Das soll indirekt die Konzernerlöse steigern.
In einem ersten Schritt habe sich das Unternehmen den Angaben zufolge bereits 44 Millionen US-Dollar durch drei separate Sale-and-Leaseback-Transaktionen mit GTL Leasing ("GTL"), einem Portfoliounternehmen von Antin Infrastructure Partners, gesichert. In Summe sei aber durch eine Kombination aus Fremdkapitalfinanzierung und Kundenfinanzierungslösungen ein Mittelzufluss in Höhe von 150 Millionen US-Dollar geplant, der die Finanzlage des angeschlagenen Unternehmens stärken soll. Die Mittel sollen in Plug Powers Kerngeschäft investiert werden, zudem wolle man sich auf die Förderung langfristiger Wachstums- und Expansionsinitiativen fokussieren.
"Diese ersten Transaktionen und die Plattform markieren einen entscheidenden Schritt beim Aufbau einer strategischen Partnerschaft mit Partnern wie GTL. Sie bieten sofortiges Kapital mit einem Weg zu zusätzlichem Kapital in naher Zukunft, unterstützen unser Wachstum im Bereich des grünen Wasserstoffs und entsprechen den finanziellen und operativen Zielen von Plug. Wir freuen uns über diese Partnerschaft und sind optimistisch hinsichtlich der bevorstehenden Chancen und Vorteile, die diese Plattform mit GTL und anderen Partnern mit sich bringen wird", erklärte Plug-CFO Paul Middleton im Rahmen der Konzernmitteilung.
Vermögenswerte zur Generierung von Einnahmen - Anleger nicht überzeugt
Plug Power hofft durch die Partnerschaft mit GTL auf regelmäßige Einnahmen über das eigentliche Geschäft, den Verkauf von Brennzstoffzellen, hinaus. Seit Jahren bleibt Plug hinter den Markterwartungen zurück - trotz grundsätzlich steigender Erlöse verbrennt das Unternehmen weiter massiv Geld und ist von der Profitabilität weit entfernt. Kurzfristige Liquiditätsprobleme könnten über die neuen Leasing-Pläne abgemildert werden, angesichts der Tatsache, dass die Verbindlichkeiten des Unternehmens aber stetig steigen, bleibt abzuwarten, ob die neuen Pläne die Finanzlücke von Plug schließen können.
Dieses Dilemma scheinen auch Anleger erkannt zu haben: Nachdem die Plug Power-Aktie am Donnerstag zunächst kräftig zulegen konnte, sackte der Anteilsschein im weiteren Handelsverlauf dann doch noch deutlich ab und schloss an der NASDAQ mit einem Abschlag von 1,90 Prozent bei 2,06 US-Dollar. Am Freitag gab das Papier bis zum Handelsschluss um weitere 5,83 Prozent auf 1,94 US-Dolalr nach.
Auch Aufträge können Kurssturz der Aktie nicht stoppen
Im bisherigen Jahresverlauf hat die Plug Power-Aktie bereits mehr als 54 Prozent verloren. Daran konnte auch ein Großauftrag nichts ändern: Castellón Green Hydrogen, ein Joint Venture des spanischen Energiekonzerns Iberdrola und des Ölkonzerns BP hat bei Plug Elektrolyseure mit einer Leistung von 25 Megawatt für die Produktion von grünem Wasserstoff in der BP-Raffinerie Castellón in Valencia bestellt. Das Projekt soll fünf der 5-MW-Container-PEM-Elektrolyseure von Plug mit einer Kapazität von 25 MW einsetzen, um den Betrieb der Castellón-Raffinerie von BP im spanischen Valencia zu dekarbonisieren, und 23.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr vermeiden, hieß es im Rahmen einer Pressemitteilung von Plug.
Es war bereits der zweite Großauftrag innerhalb weniger Tage: Bereits vor rund einer Woche hatte das US-Wasserstoffunternehmen mit H2DRIVEN, einem Joint Venture von Dourogás und CapWatt, einen Vertrag für die technische Evaluierungsphase über 25 MW PEM-Elektrolyseure für ein Methanolprojekt mit einer Kapazität von 80.000 Tonnen pro Jahr unterzeichnet.
Redaktion finanzen.at
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