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Absichtserklärung 02.06.2017 17:02:00

OMV und Gazprom kooperieren bei Gasinfrastruktur, LNG und im Iran

Beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg haben OMV-Chef Rainer Seele und Gazprom-Chef Aleksej Miller eine Absichtserklärung über eine mögliche Zusammenarbeit bei der Gastransportinfrastruktur für Gaslieferungen nach Zentral- und Südosteuropa unterzeichnet, teilte die OMV am Freitag mit.

Bei verflüssigtem Gas (LNG) will man an der Schwarzmeerküste zusammenarbeiten. Aber auch im Iran wollen die beiden Unternehmen kooperieren. Eine entsprechende Absichtserklärung zwischen der OMV und der Gazprom-Öltochter Gazprom Neftegaz ist ebenfalls in St. Petersburg unterschrieben worden, wie die OMV schon am Vormittag bekannt gegeben hat.

Für kleinere LNG-Anlagen wurde zwischen der OMV und Gazprom eine Rahmenvereinbarung zur Kooperation unterzeichnet. Beabsichtigt sei, an einem gemeinsamen integrierten Projekt an der russischen Schwarzmeerküste für einen kleinen LNG-Produktionsterminal, den Transport, die Vermarktung und den Verkauf der LNG-Produktion zu arbeiten.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat Anfang Februar diese Jahres grünes Licht für die strategisch wichtige Gaspipeline Turkish Stream gegeben. Mit der Leitung will Russland künftig Gas durch das Schwarze Meer in die Türkei und von dort weiter nach Südosteuropa liefern. Geplant sind zwei Stränge, durch die jährlich 31,5 Milliarden Kubikmeter Gas strömen sollen. Der erste Strang soll Ende 2019 fertig sein. Das Vorhaben des Staatskonzerns Gazprom gilt als Nachfolger des Pipeline-Projekts South Stream.

Als mögliche Bereiche der Kooperation zwischen OMV und Gazprom wurden heute vorläufig Analyse, Bewertung und Studie von ausgewählten Öllagerstätten im Iran gemeinsam mit der nationalen Ölgesellschaft NIOC genannt. "Aufgrund der umfangreichen Erfahrung der OMV im Mittleren Osten und im Iran wären gemeinsame geologische Explorationen von Blöcken am effektivsten", so Gazprom-Neft-Vize-Chef Wadim Jakowlew.

Für die OMV entwickle sich Russland zur neuen Kernregion im Upstream-Business, also der Förderung und der fördernahen Bereiche, betonte OMV-Vorstand Johann Pleininger. "Aktivitäten und Partnerschaften in Russland mit neuen Möglichkeiten im Mittleren Osten zu verbinden, passt in unsere Upstream-Strategie."

Der Iran hat zu Jahresbeginn 29 ausländische Energiekonzerne für Öl- und Gasprojekte zugelassen. Darunter befinden sich neben OMV und Gazprom auch Total aus Frankreich, Eni aus Italien sowie Lukoil aus Russland. Die OMV war bereits vor den Sanktionen im Iran tätig. Seit der Aufhebung der Sanktionen des Westens treibt der Konzern seine Aktivitäten in dem Land aber wieder voran.

APA

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