01.09.2022 18:31:42

MÄRKTE USA/Schwächer - Halbleiteraktien stark von US-Auflagen belastet

Von Steffen Gosenheimer

NEW YORK (Dow Jones)--Die Sorgen vor starken Zinserhöhungen zur Bekämpfung der Inflation und damit einhergehende Rezessionsängste haben die US-Börsen auch am Donnerstag im Griff. Dazu kommen schwache Konjunkturdaten aus China und ein Lockdown: Zur Eindämmung eines Corona-Ausbruchs in Chengdu ist für die 16-Millionen-Einwohner-Stadt im Südwesten Chinas ein Lockdown verhängt worden. Von Donnerstagabend an müssen die Einwohner grundsätzlich zu Hause bleiben. Das dürfte sich zusätzlich negativ auf die globale Konjunktur auswirken.

Zum Start in den traditionell schwierigen Börsenmonat September geht es für den Dow-Jones-Index zur Mittagszeit in New York um 0,5 Prozent nach unten. Der breitere S&P-500 gibt dagegen schon um 1,0 Prozent nach, die Nasdaq-Indizes verlieren sogar rund 2 Prozent. Grund sind die hier enthaltenen oft hoch bewerteten Technik- und Wachstumsaktien, die als besonders zinsempfindlich gelten.

Nachdem US-Notenbankpräsident Jerome Powell vor Wochenfrist wenig missverständlich signalisiert hatte, dass die Fed weiter kräftig an der Zinsschraube drehen werde, um die hohe Inflation in den Griff zu bekommen, auch wenn dies die US-Konjunktur deutlicher belasten sollte, spielen die aktuellen Konjunkturdaten diesen Plänen noch in die Hände. Die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten sind ebenso besser ausgefallen als gedacht wie Produktivitätskennziffern und Einkaufsmanagerindizes aus der US-Industrie. Dazu zeigt eine von der Fed-Filiale in Atlanta erhobene und erhöhte BIP-Kennziffer keinerlei Anzeichen für eine Rezession.

Entsprechend steigen die Marktzinsen weiter, die US-Zehnjahresrendite um 7 Basispunkte auf 3,26 Prozent. Das treibt auch den Dollar an, der Dollarindex steigt um fast 1 Prozent auf ein 20-Jahreshoch. Der Euro liegt mit 0,9952 Dollar wieder deutlich unter der Parität. Der Goldpreis (-0,8%) fällt, belastet vom festeren Dollar und den höheren Anleihrenditen.

Nvidia mit Chip-Beschränkungen unter Druck

Am Aktienmarkt geht es für Nvidia um 11,9 Prozent abwärts, belastet von strengeren Vorgaben der US-Regierung für das China- und Russlandgeschäft. Um bestimmte Chips in diese beiden Länder verkaufen zu können, müssen Nvidia und andere Chiphersteller eine Genehmigung der US-Regierung beantragen. Die Kurse der Wettbewerbers AMD und Intel verlieren 7,1 bzw 1,9 Prozent. Der Halbleitersektor ist mit einem Minus von 5,5 Prozent klar größter Verlierer im S&P-500.

Die Okta-Aktie stürzt um über 33 Prozent ab. Der Anbieter von Identitätslösungen hat zwar starke Ergebnisse für sein zweites Geschäftsquartal gemeldet und die Ganzjahresprognose für das Ergebnis, nicht aber den Umsatz, erhöht; allerdings verläuft die Integration des im vergangenen Jahr übernommenen Softwareherstellers Auth0 holprig und führt dazu das Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, was das Wachstum bremst. Für Okta hagelt es darauf niedrigere Kursziele.

Microsoft fallen um 1,9 Prozent. Die britische Wettbewerbsbehörde ist der Ansicht, dass die geplante Übernahme von Activision Blizzard (-0,1%) durch Microsoft zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken führen könnte.

Pfizer (+1,8%), Biontech (+0,4%) und Moderna (+1,0%) profitieren davon, dass in der EU nun auch auf die Omikron-Variante angepasste Corona-Impfstoffe eingesetzt werden dürfen.

Ölpreise fallen

Weiter um bis zu 2,8 Prozent abwärts geht es mit den Ölpreisen. Der Markt habe weiter mit Nachfragesorgen zu kämpfen, heißt es bei DNB Markets, auch mit Blick auf die covidbedingten Abriegelungen in China. Damit rückt das Treffen der Opec+ am kommenden Montag stärker in den Blick. In den vergangenen Monaten hatten die Ölförderer im Zuge der Erholung nach der Pandemie kontinuierlich die Ölförderung erhöht.

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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

DJIA 31.444,27 -0,2% -66,16 -13,5%

S&P-500 3.924,14 -0,8% -30,86 -17,7%

Nasdaq-Comp. 11.595,64 -1,9% -220,56 -25,9%

Nasdaq-100 12.067,06 -1,7% -204,97 -26,1%

US-Anleihen

Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD

2 Jahre 3,53 +4,9 3,48 279,8

5 Jahre 3,40 +6,2 3,34 214,4

7 Jahre 3,38 +6,5 3,31 193,9

10 Jahre 3,26 +6,9 3,19 175,1

30 Jahre 3,38 +8,7 3,30 148,4

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:20 Uhr Mi, 17:43 Uhr % YTD

EUR/USD 0,9956 -0,9% 0,8648 1,0074 -12,4%

EUR/JPY 139,31 -0,3% 0,86 139,64 +6,4%

EUR/CHF 0,9784 -0,4% 0,8648 1,0257 -5,7%

EUR/GBP 0,8624 -0,3% 0,8648 0,8651 +2,6%

USD/JPY 139,91 +0,6% 0,86 138,62 +21,5%

GBP/USD 1,1544 -0,6% 0,8648 1,1645 -14,7%

USD/CNH (Offshore) 6,9085 +0,0% 0,8648 6,8951 +8,7%

Bitcoin 0,8648

BTC/USD 19.807,24 -0,8% 0,86 20.203,69 -57,2%

ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 87,37 89,55 -2,4% -2,18 +23,1%

Brent/ICE 93,17 95,64 -2,6% -2,47 +26,0%

GAS VT-Settlem. +/- EUR

Dutch TTF 252,00 239,91 +5,0% +12,09 +291,1%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.699,38 1.710,95 -0,7% -11,57 -7,1%

Silber (Spot) 17,85 18,00 -0,8% -0,15 -23,4%

Platin (Spot) 834,20 849,50 -1,8% -15,30 -14,0%

Kupfer-Future 3,43 3,52 -2,5% -0,09 -22,6%

YTD zu Schlussstand Vortag

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/gos/ros

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September 01, 2022 12:32 ET (16:32 GMT)

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