20.08.2020 14:48:40
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MÄRKTE USA/Konjunktursorgen dürften Börse zunächst bremsen
NEW YORK (Dow Jones)--Am Donnerstag dürfte es an den US-Börsen zunächst nach unten gehen. Die Futures auf die großen Aktienindizes deuten eine etwas leichtere Eröffnung an.
Den Anlegern dürften noch die konjunkturskeptischen Aussagen der US-Notenbank vom Mittwoch in den Ohren klingen. Im Protokoll ihrer jüngsten Sitzung, das am Mittwoch veröffentlicht wurde, hatten die Notenbanker betont, dass die US-Wirtschaft vor allem mehr staatliche Unterstützung benötige, um die Corona-Krise zu bewältigen. Verhandlungen zwischen den Demokraten und den Republikanern über weitere Hilfsmaßnahmen kommen aber seit Wochen nicht voran. Und der in die heiße Phase gehende Präsidentschaftswahlkampf könnte zu einem zusätzlichen Hindernis auf dem Weg zu einer Einigung werden.
Ohne weitere Unterstützung, so die Befürchtung, dürfte der für die US-Wirtschaft so wichtige private Konsum einbrechen und die Erholung der Konjunktur ausbremsen.
Neue Konjunkturdaten sind nicht dazu angetan, diese Ängste zu lindern. So hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt wieder eingetrübt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in der vergangenen Woche wieder über 1 Million. Mit 1,106 Millionen lag sie über der Konsensprognose von Ökonomen, die einen Rückgang auf 923.000 erwartet hatten. Die Zahl für die Woche davor wurde auf 971.000 nach oben revidiert, nachdem vorläufig 963.000 Anträge gemeldet worden waren. Auf dem Höhepunkt der Krise Ende März beantragten weit über 6 Millionen Amerikaner erstmals Arbeitslosenhilfe.
Zeitgleich mit den Erstanträgen wurde der Philadelphia-Fed-Index für August veröffentlicht. Er sank überraschend deutlich auf 17,2 Punkte von 24,1 im Juli. Volkswirte hatten den Index bei 20,0 Punkten gesehen. Eine halbe Stunde nach Handelsbeginn folgt der Index der Frühindikatoren aus dem Juli.
Aktienrückkauf beflügelt Intel
Unter den Einzelwerten dürften Intel mit einem Aktienrückkauf im Fokus stehen. Der Chipkonzern nutzt den Einbruch seines Aktienkurses, um bis Ende des Jahres Aktien für bis zu 10 Milliarden Dollar zurückzukaufen. Im vorbörslichen Handel steigt die Intel-Aktie um 2,9 Prozent.
Mit einem Minus von 1 Prozent reagiert die Aktie von Nvidia auf die Quartalszahlen des Grafikchipexperten, die gewinn- und umsatzseitig die Erwartungen übertroffen haben. Marktteilnehmer sprechen von Gewinnmitnahmen, nachdem sich der Kurs seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt hat.
Überraschend gut hat auch L Brands im zweiten Quartal abgeschnitten. Der Umsatz brach nicht so stark ein wie befürchtet. Auf bereinigter Basis erzielte der Bekleidungshersteller sogar einen Gewinn, während Analysten mit einem Verlust gerechnet hatten. Das verhilft der Aktie zu einem Plus von 4,5 Prozent.
Anleger steuern sichere Häfen an
Die unsicheren wirtschaftlichen Aussichten und die schwachen Konjunkturdaten des Tages lassen Anleger zu vermeintlich sicheren Anlagen greifen. Am Anleihemarkt drücken steigende Notierungen die Zehnjahresrendite um 4,1 Basispunkte auf 0,64 Prozent. Beobachter sprechen auch von einer Gegenbewegung nach den Verlusten vom Mittwoch. Die Notierungen waren unter Druck geraten, nachdem aus dem Fed-Protokoll hervorgegangen war, dass die US-Notenbank keine Maßnahmen zur Kontrolle der Zinsstrukturkurve ergreifen wird.
Gold legt nach dem jüngsten Rücksetzer um 0,9 Prozent zu auf 1.947 Dollar je Feinunze. Ole Hansen, Leitender Rohstoffstratege bei der Saxo Bank, spricht von einer erhöhen Volatilität des Goldpreises, der in den vergangenen beiden Tagen etwa 80 Dollar eingebüßt hat. Die Bereitschaft zu Gewinnmitnahmen sei gestiegen. Gleichzeitig sei das nunmehr hohe Niveau des Goldpreises für viele Anleger unattraktiv. Übergeordnet sieht Hansen jedoch trotz der gestiegenen Risiken noch Potenzial, solange sich der Preis bei etwa 1.920 Dollar stabilisiere.
Der Dollar verteidigt seine jüngsten Gewinne. Etwa die Hälfte davon fuhr der Greenback nach Bekanntwerden des Fed-Protokolls ein. Aus dem Protokoll lasse sich keine besondere Dringlichkeit der Währungshüter zu weiteren akkommodierenden Maßnahmen in der Corona-Pandemie ableiten, so die Deutsche Bank in einer Reaktion. Aktuell zeigt sich der Euro wenig verändert bei 1,1850 Dollar.
Konjunkturängste und die schwachen Aktienmärkte drücken die Ölpreise. Auch die Öllagerdaten des US-Energieministeriums vom Vortag lasten nach Angaben aus dem Handel auf den Preisen. Die Rohölvorräte hatten in der Vorwoche zwar abgenommen, allerdings ließ sich aus den Daten auch ablesen, dass die Benzinnachfrage zurückgegangen war und die Ölexporte den niedrigsten Stand seit über einem Jahr erreicht hatten. Das Barrel US-Rohöl der Sorte WTI ermäßigt sich um 0,8 Prozent auf 42,57 Dollar. Brentöl gibt um 1,0 Prozent nach auf 44,93 Dollar.
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US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,13 -0,8 0,14 -106,9
5 Jahre 0,25 -2,5 0,28 -166,9
7 Jahre 0,44 -3,6 0,48 -180,4
10 Jahre 0,64 -4,1 0,68 -180,3
30 Jahre 1,37 -5,4 1,42 -169,7
DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:37 Uhr Mi, 17:30 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1850 +0,05% 1,1843 1,1895 +5,7%
EUR/JPY 125,39 -0,14% 125,62 125,78 +2,9%
EUR/CHF 1,0784 -0,45% 1,0832 1,0837 -0,7%
EUR/GBP 0,9021 -0,15% 0,9052 0,9021 +6,6%
USD/JPY 105,80 -0,25% 106,08 105,74 -2,7%
GBP/USD 1,3139 +0,21% 1,3077 1,3188 -0,9%
USD/CNH (Offshore) 6,9153 -0,08% 6,9161 6,9124 -0,7%
Bitcoin
BTC/USD 11.806,25 +0,79% 11.697,50 11.741,01 +63,7%
ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 42,57 42,93 -0,8% -0,36 -26,3%
Brent/ICE 44,93 45,37 -1,0% -0,44 -27,6%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.947,04 1.930,40 +0,9% +16,64 +28,3%
Silber (Spot) 27,24 26,73 +1,9% +0,51 +52,6%
Platin (Spot) 933,03 938,00 -0,5% -4,98 -3,3%
Kupfer-Future 2,98 3,02 -1,5% -0,05 +5,6%
===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/cln/mgo
(END) Dow Jones Newswires
August 20, 2020 08:49 ET (12:49 GMT)
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