20.06.2014 08:38:32

MÄRKTE EUROPA/Der Hexentanz sollte die Kurse stützen

   Von Herbert Rude

   Am Freitag zeichnet sich an den europäischen Börsen eine gut behauptete Eröffnung ab. Der Euro-Stoxx-50-Index wird vorbörslich 0,1 Prozent höher errechnet bei 3.319 Punkten, auch der Dax legt etwas zu. Geprägt werden dürfte der Handel vom großen Verfalltermin bei den Derivaten, dem sogenannten Hexentanz. Am Mittag laufen die Juni-Futures und die Juni-Optionen auf den DAX aus und am Abend Optionen auf die Einzelaktien. Das könnte den DAX zumindest bis zum Verfall der Index-Kontrakte am Mittag stützen, so Händler. "Der Verfall wirkt häufig trendverlängernd", sagt ein Marktteilnehmer. Der Index könnte sich damit erst einmal weiter über der 10.000er Marke festsetzen, auch ein Angriff auf den Rekordstand von 10.033 Punkten gilt als möglich.

   Allerdings bleibt das Umfeld labil: Öl und Gold kommen nach dem jüngsten Anstieg am Morgen nur geringfügig zurück. "Die Nachricht, dass die Milizen der ISIS Iraks größte Ölraffinerie in Beiji eingeschlossen haben und die Ankündigung von US-Präsident Obama, keine Bodentruppen in den Irak zu schicken, hat die Unsicherheit noch verstärkt", sagt Daniel Lee vom Credit Agricole. Die Vorgänge dort dürften die Märkte mit Argusaugen verfolgen.

   Bei Siemens sollten sich die Anleger nach Aussage eines Händlers "an die Seitenlinie stellen". Das insgesamt um 1,2 Milliarden Euro erhöhte Angebot von Siemens und Mitsubishi Heavy Industries für Alstom zeige, dass sich die an Alstom interessierten Konzerne "vor den Karren Frankreichs spannen lassen". Am Markt könne man davon ausgehen, dass nun der Bieterkampf entbrennt. "Ich denke, dass der Siemens-Kurs auf die Nachricht hin nachgibt", sagt ein weiterer Händler. Mitsubishi haben in Tokio knapp ein Prozent verloren. Bei Alstom winkten angesichts der steigenden Bewertung hingegen Kursgewinne.

   Die nachbörslichen Kursverluste nach eher enttäuschenden Ergebnissen von Oracle und Tibco Software dürften nach Einschätzung von Händlern auch die SAP-Aktie belasten. Bei Oracle entwickelten sich vor allem die Umsätze mit Software-Lizenzen schwächer als erwartet. "Und die sind auch für SAP nach wie vor wichtig, weil an diesen das lukrative Betreuungsgeschäft hängt", sagt Heino Ruland von Ruland Research.

   "SAP setzt zwar stark auf das Cloud Computing, aber das klassische Geschäft mit Software-Lizenzen trägt noch immer den mit Abstand größten Umsatzanteil bei", sagt ein Händler. Die SAP-Aktie sei zuletzt an fünf Handelstagen in Folge gestiegen und habe nun kurzfristig Potenzial nach unten. Eine technische Unterstützung böten die Hochs von Ende Mai und Anfang Juni bei 56,50 Euro.

   Daneben stehen Deutsche Bank mit dem Ende des Bezugsrechtshandels im Blick, am Montag findet nur noch der so genannte Spitzenausgleich statt. Sollte der Kurs am Freitag mit dem Bezugsrecht unter Druck geraten, dürfte das auf Kaufinteresse stoßen, erwarten Händler. Am letzten Tag des Bezugsrechtshandels werden häufig Tiefs markiert, weil Anleger das Ausüben ihrer Rechte einfach vergessen.

   Zum Börsenschluss werden die Aktien von Borussia Dortmund und Hornbach Baumarkt in den SDAX aufgenommen. Dort ersetzen sie die Titel von Air Berlin sowie von König & Bauer.

=== DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Do, 17.50 Uhr EUR/USD 1,3625 +0,1% 1,3607 1,3623 EUR/JPY 138,84 +0,1% 138,72 138,75 EUR/CHF 1,2170 +0,0% 1,2168 1,2164 USD/JPY 101,91 -0,0% 101,94 101,85 GBP/USD 1,7054 +0,1% 1,7039 1,7041 === Kontakt zum Autor: herbert.rude@wsj.com

   DJG/hru/ros

   (END) Dow Jones Newswires

   June 20, 2014 02:07 ET (06:07 GMT)

   Copyright (c) 2014 Dow Jones & Company, Inc.- - 02 07 AM EDT 06-20-14

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Alstom S.A. 19,63 -2,31% Alstom S.A.
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Deutsche Bank AG 19,67 1,13% Deutsche Bank AG
HORNBACH Baumarkt AG 62,00 0,00% HORNBACH Baumarkt AG
Koenig & Bauer AG 15,66 -0,13% Koenig & Bauer AG
SAP SE (spons. ADRs) 278,00 2,21% SAP SE (spons. ADRs)
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