15.04.2015 10:10:46

MÄRKTE EUROPA/Börsen starten mit leichten Aufschlägen

   Von Thomas Leppert

   FRANKFURT (Dow Jones)--Die Börsen in Europa sind am Mittwoch mit leichten Gewinnen in den Handel gestartet. Dennoch wird im Vorfeld der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) von einem abwartenden Handel berichtet. Nachdem es sich am Vortag bereits angekündigt hat, haben sich Nokia und Alcatel-Lucent auf einen Zusammenschluss geeinigt. Zudem hat die Börse schwache Wachstumsdaten aus China zu verarbeiten. Im frühen Handel klettert der Dax um 0,2 Prozent auf 12.256 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,4 Prozent auf 3.799 Punkte nach oben.

   An der Börse wird mehrheitlich mit einer Beibehaltung der Geldpolitik der EZB gerechnet. Denn die Notenbank dürfte mit dem Start ihres groß angelegten Staatsanleihekaufprogramms (QE) zufrieden sein: Die Ankäufe liefen im ersten Monat problemlos, Frühindikatoren des Wirtschaftswachstums überraschten überwiegend positiv und die Inflationserwartungen scheinen sich zumindest stabilisiert zu haben. Beobachter sehen daher keinen Grund, warum Präsident Mario Draghi nach der Ratssitzung am Mittag eine andere Parole als "Weiter so!" ausgeben sollte.

   Während im Euroraum die Wirtschaft langsam an Fahrt aufnimmt, kühlt die chinesische Konjunktur weiter ab. Das Wachstum betrug im ersten Vierteljahr nur noch 7 Prozent, das war der schwächste Quartalswert seit 2009. Das verstärkt den Druck auf die Verantwortlichen in Peking, die Fiskal- und Geldpolitk weiter zu lockern. Mit der Wachstumsrate - der zweitniedrigsten seit 2001 - ist Peking zwar erst einmal auf dem Weg, das Wachstumsziel auf Jahressicht von 7 Prozent zu erreichen. Die Industrieproduktion und die Einzelhandelsumsätze sind zuletzt aber deutlich langsamer gewachsen als erwartet, eine weiterer Rückgang in der Wirtschaftsleistung könnte drohen.

   Nokia und Alcatel-Lucent bestimmen auch zur Wochenmitte die Schlagzeilen im Unternehmensbereich. Nicht einmal 24 Stunden nach Bekanntgabe der Übernahme-Verhandlungen haben sich die Konzerne auf einen Zusammenschluss geeinigt. Nokia wird den Aktionären des französischen Netzwerkausrüsters ein Übernahmeangebot unterbreiten, das Alcatel-Lucent mit 15,6 Milliarden Euro bewertet. Mit einem Deal entsteht ein neuer Marktführer im Bereich der Telekom-Ausrüstung.

   Die Analysten von Jefferies raten bei dem Zusammenschluss zur Vorsicht. Die Übernahme könnte den Wertzuwachs für die Aktionäre auf Jahre hinaus schädigen, sagt der zuständige Analyst Robert Lamb. Er bezieht sich dabei auf Fusionen in der Branche in der Vergangenheit, so das Zusammengehen von Alcatel und Lucent oder von Nokia und dem Siemens-Netzwerkbereich. Bei der Societe Generale heißt es, aufgrund der Übernahme werde die Steuerquote bei Nokia abnehmen. Das Haus ergänzt, Nokia habe genügend Erfahrung mit Übernahmen, um die Eingliederung von Alcatel-Lucent zu stemmen. Die Aktie von Alcatel-Lucent bricht um 10,3 Prozent ein, Nokia steigen dagegen um 4,1 Prozent. Ericsson fallen um 1,7 Prozent.

   Der Sektor der europäischen Öl- und Gaswerte gehört mit einem Plus von 1,1 Prozent zu den frühen Gewinnern. Marktteilnehmer verweisen darauf, dass die Förderung aus der US-Ölschieferproduktion nun bald zurückgehen dürfte. Im Mai könnte sie laut der US-Energiebehörde um 57.000 Barrel pro Tag fallen. Zugleich nehmen auch die Spekulationen zu, dass die OPEC entgegen bisheriger Erwartungen doch die Produktion kürzen könnte. Die Ölpreise legen am Morgen zunächst weiter zu, das Barrel der Nordsee-Sorte Brent kostet 59,42 Dollar.

   Leicht positiv für Drillisch werten Händler den Kauf des Mobilfunk-Vermittlers The Phone House. Der Distributor bringe einen Umsatz von rund 350 Millionen Euro jährlich ein und habe zuletzt rund 1 Million Kunden pro Jahr angeworben. "Gut ist vor allem, dass Drillisch den Kaufpreis in eigenen Aktien und mit künftigem CashFlow von Phone House bezahlen", sagt ein Händler. Damit werde das Thema "Aktien als Akquisitionswährung" angesichts der hohen Kursniveaus sinnvoll umgesetzt. Die Aktie von Drillisch legt im TecDax leicht um 0,1 Prozent auf 39,15 Euro zu.

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