Trotz Schwierigkeiten 10.04.2018 18:37:00

Gene Munster: Tesla wird zwei Branchen noch gehörig umkrempeln

Gene Munster: Tesla wird zwei Branchen noch gehörig umkrempeln

Nach dem Höhenflug der Tesla-Aktie im vergangenen Jahr schien der März 2018 einer Art bösem Erwachen gleichzukommen. Mit einem Minus von satten 22,4 Prozent schloss Tesla am Osterwochenende den zweitschlechtesten Monat seiner Geschichte ab. In der gleichen Zeit fiel der S&P 500 lediglich um 2,69 Prozent. Gleichzeitig ging ein wahres Trommelfeuer schlechter Nachrichten auf den US-Autobauer nieder. Erst musste Tesla 123.000 Fahrzeuge in die Werkstätten zurückbeordern, dann wurde bekannt, dass bei einem tödlichen Unfall mit einem Tesla-Wagen der Autopilot aktiviert war. Wegen Problemen mit dem Autopiloten war Tesla bereits in der Vergangenheit mehrmals in Kritik geraten. Die Krone setzte alldem jedoch die Veröffentlichung der heißersehnten Produktionszahlen zum Model 3 am vergangenen Dienstag auf: Tesla hat das Produktionsziel von 2.500 Model 3 pro Woche nicht erreicht - erneut. Der einflussreiche Tech-Analyst Gene Munster sieht trotz alledem jedoch keinen Grund, nicht weiter an Tesla und den charismatischen Unternehmenschef Elon Musk zu glauben.

Gene Munster: "Tesla wird die Energie- und Transportbranche umkrempeln"

All die Hiobsbotschaften der vergangenen Tage geben dem Analysten keinen Anlass, nicht weiter an eine große Zukunft von Tesla zu glauben. Tesla sei immer noch bereit, die Energie- und Transportbranche umzukrempeln, so Munster gegenüber "CNBC". Dabei trägt der Risikokapitalgeber in Bezug auf die verfehlten Produktionsziele jedoch keine rosarote Brille: "Man kann diese Ziele nicht immer wieder verpassen. Dies wird das dritte Quartal in Folge sein, in dem Tesla die Produktionsziele für das Model 3 verpasst hat", sagte Munster bereits im Vorfeld der Veröffentlichung. Dennoch: Daran, dass Musk zurecht den Chefsessel bei Tesla innehat, hat der Analyst keinerlei Zweifel. Man müsse Musk zugutehalten, dass er Tesla durch "die gleiche Menge an Schwierigkeiten" steuere, "mit denen auch viele andere Autohersteller auf dem Weg hin zu Batterieproduktion, Autonomem Fahren und dem Ausbau der Produktionskapazitäten konfrontiert" seien. All dies dürfe jedoch nicht vom "größeren Bild" ablenken.

Munster: "Teslas Einfluss wird über die Transport-Industrie hinausreichen"

Munster fürchtet, dass die Reihe negativer Schlagzeilen die Investoren von dem übergeordneten Ziel Teslas ablenken könnte. Tesla sei "immer noch außergewöhnlich gut positioniert für eine massive Transformation rund um den Transport", so der Analyst. Doch Teslas Einfluss werde noch weit über die Branche hinausreichen. Teslas "Mission" sei es, "die globale Akzeptanz erneuerbarer Energien zu beschleunigen", führte Munster gegenüber "Fast Money" aus. Und dieses Ziel habe nur wenig zu tun mit einem bestimmten Auto. Viel wesentlicher sei hierfür die Energiegewinnung und -speicherung "in Ihrem Zuhause und schließlich auch in einem Fahrzeug". Er glaube noch immer an Tesla, schloss Munster seine Argumentation. Dies schließt auch den amtierenden CEO Elon Musk mit ein.

Munster: "Musk inspiriert Menschen durch Wände zu gehen"

Musk sei eine "überlebensgroße Persönlichkeit", so der Analyst. Der Tesla-Chef inspiriere Menschen dazu, sogar "durch Wände zu gehen". In gewisser Weise schaue der Vorstand wahrscheinlich zu ihm auf, vermutet Munster weiter. "Sie werden Elon Elon sein und ihn seine Fehler machen lassen, so wie er es am Wochenende getan hat. Es ändert nichts daran, dass Musk nach wie vor die richtige Person für diesen Job ist."

Auch bei Tesla selbst regiert weiterhin die Zuversicht. Der Elektroautobauer hält an seinem Ziel fest, bis Mitte des Jahres 5000 Model 3 pro Woche zu produzieren. "Wir rechnen damit, dass die Produktionsrate rapide ansteigen wird", hieß es in der gestern veröffentlichten Mitteilung.

Tesla-Aktie auf wackeligen Füßen: Analysten wenig zuversichtlich

Zuversicht spiegelte auch zunächst der Aktienkurs wider. In der vergangenen Woche konnte die Tesla-Aktie fürs erste wieder Boden gutmachen. Negative Analystenbewertungen trüben jedoch die Stimmung. JPMorgan wies bei seiner Bewertung darauf hin, dass die Auslieferungen gegenüber dem vierten Quartal mehr oder weniger unverändert geblieben seien. Auch auf die Beteuerung Teslas, das Unternehmen benötige keine Kapitalerhöhung, geben die Analysten nicht viel. Dasselbe habe Tesla bereits 2016 gesagt, bevor das Unternehmen doch Geld in Höhe von mehreren Milliarden Dollar beschafft habe. Die JPMorgan-Analysten rund um Ryan Brinkman bestätigten daher ihr "Underweight"-Rating, senkten aber das Kursziel von 190 US-Dollar auf 185 US-Dollar.

Auch der Analyst Joseph Spak von RBC Capital beließ sein Votum für die Tesla-Aktie zwar auf "neutral", kappte das Kursziel jedoch radikal von 380 auf 305 US-Dollar.

Redaktion finanzen.at

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