Dank Kreditwachstum |
28.02.2025 13:44:00
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Erste Group-Aktie stürzt dennoch ab: Erste Group macht mehr Gewinn
Das "Streben nach Wohlstand in diesen Regionen" sei ungebrochen, so Bosek, der in der Region noch Luft nach oben sieht. "Hier liegt auch das zukünftige Potenzial." Die Kreditqualität in den CEE-Ländern sei nach wie vor sehr gut, in Österreich belaste jedoch die ausbleibende Konjunkturerholung. Die Quote notleidender Kredite (non-performing loans/NPL) erhöhte sich deswegen im Vorjahr von 2,3 auf 2,6 Prozent. Das Plus sei jedoch im Rahmen der Erwartungen, so die Bank. Die NPL-Deckungsquote sank von 85,1 Prozent auf 72,5 Prozent.
Die Risikokosten (Wertminderung von Finanzinstrumenten) verdreifachten sich von 128 Mio. Euro bzw. 6 Basispunkten des durchschnittlichen Bruttokundenkreditbestands auf 397 Mio. Euro bzw. 18 Basispunkte. Vor allem in Österreich habe es Wertberichtigungen für Kredite und Darlehen gegeben, hingegen hätten Eingänge aus abgeschriebenen Forderungen - ebenfalls überwiegend in Österreich - positiv gewirkt. Erste-Group-Finanzchef Stefan Dörfler zeigt sich jedoch unbesorgt über die Risikosituation. "Die Risikokosten haben wir dank unserer umsichtigen und diversifizierten Kreditvergabe im Griff und unsere Kapitalposition bleibt stark", so der CFO.
Appetit für Kredite wieder gestiegen
Der Appetit der Kunden nach neuen Krediten steige jedoch, vor allem im Schlussquartal 2024 sei dieser angewachsen. "Im Zuge der Zinssenkungen steigt die Investitionstätigkeit der privaten Haushalte und Unternehmen. Das ist auch in der Steigerung unseres Kreditvolumens im zweiten Halbjahr erkennbar", so Dörfler. Das Kundenkreditvolumen erhöhte sich 2024 um 4,9 Prozent auf 218,1 Mrd. Euro.
Aufwärts ging es auch bei den Einlagen, die um 3,8 Prozent auf 241,7 Mrd. Euro stiegen. Das beeinflusste auch die Einnahmen. Der Zinsüberschuss legte wegen des Kreditgeschäfts, aber auch wegen sinkender Zinsaufwendungen um 4,2 Prozent auf 7,5 Mrd. Euro zu, der Provisionsüberschuss erhöhte sich um 11,3 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro. Trotz gestiegener Verwaltungs-, Personal- und Sachaufwendungen blieb operativ ein Betriebsergebnis von 5,9 Mrd, Euro, das entspricht einem Zuwachs von 6,6 Prozent zum Jahr davor. Die Kosten-Ertrags-Quote (cost-income-ratio/CIR) verbesserte sich leicht von 47,6 auf 47,2 Prozent. Die harte Kernkapitalquote (CET1) der Bank sank von 15,7 Prozent auf 15,1 Prozent.
Bankensteuer in Österreich in Höhe von 40 Mio. Euro
Eine Bankensteuer zahlt die Erste Group derzeit in Österreich, Rumänien und der Slowakei. Während in Österreich im Vorjahr 40 Mio. Euro dafür anfielen (2023: 46 Mio. Euro), waren es in Rumänien 37 Mio. Euro und in der Slowakei 103 Mio. Euro. In Österreich dürfte die Steuer nun empfindlich ansteigen. Die künftige schwarz-rot-pinke Regierung sieht in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Regierungsprogramm für die gesamte Branche eine Bankenabgabe für 2025 und 2026 von je 500 Mio. Euro vor. Danach soll die Abgabe auf 200 Mio. Euro sinken.
Für das Gesamtjahr 2025 erwartet die Erste Group dass das wirtschaftliche Umfeld in ihren Kernmärkten (Österreich, Tschechien, Slowakei, Rumänien, Ungarn, Kroatien und Serbien) robust bleibt und sich gegenüber dem Vorjahr sogar leicht verbessert. Sowohl bei den Privat- als auch bei Firmenkunden wird ein weiteres Kreditwachstum gesehen, insgesamt wird ein Plus von rund 5 Prozent angepeilt. Die Eigenkapitalverzinsung (ROTE) wird mit etwa 15 Prozent prognostiziert. Das Betriebsergebnis wird für 2025 stabil erwartet und die Risikokosten dürften etwas zulegen - bis auf etwa 25 Basispunkte. Die Kreditqualität solle jedoch in der CEE-Region hoch bleiben, während in Österreich mit einer moderaten Verschlechterung gerechnet wird.
Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2024 will die Bank eine reguläre Dividende in Höhe von 41,2 Prozent des bereinigten Gewinns ausschütten. Zudem ist ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 23,7 Prozent des bereinigten Gewinns geplant.
Regierungsprogramm - Erste-Group-Chef "kein Fan" von Bankenabgabe
Die zuletzt viel diskutierte Erhöhung der Bankensteuer, die nun auch im Programm der schwarz-rot-pinken Regierung verankert wurde, sorgt bei der Erste Group nicht für Freude. "Ich bin kein Fan von Bankensteuern", sagte Bankchef Peter Bosek am Freitag bei der Bilanzpressekonferenz. Es sei eine "politische Entscheidung zwischen einer Bankensteuer und einem Wirtschaftsaufschwung", die nun zu Ungunsten der Banken ausgefallen ist. "Wir finden das sehr schade", so Bosek.
Die Möglichkeiten für Finanzierungen würden durch solche Maßnahmen stark eingeschränkt, so der Bankchef weiter. Man müsse die Entscheidung aber zur Kenntnis nehmen. Wie hoch die Steuer genau sein werde, sei noch nicht klar, da es auch noch keine genauen Vorgaben außerhalb der kurzen Beschreibung im Regierungsprogramm gebe. Nach einer ersten, groben Schätzung kommt Bosek auf etwa 140 bis 160 Mio. Euro für dieses und das nächste Jahr.
Genaue Ausgestaltung der Abgabe noch unklar
Die künftige schwarz-rot-pinke Regierung sieht in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Regierungsprogramm für die gesamte Branche eine Bankenabgabe für 2025 und 2026 von je 500 Mio. Euro vor. Danach soll die Abgabe auf 200 Mio. Euro sinken. Schon jetzt zahlt die Erste Group in Österreich, Rumänien und der Slowakei eine Bankensteuer. Während in Österreich im Vorjahr 40 Mio. Euro dafür anfielen (2023: 46 Mio. Euro), waren es in Rumänien 37 Mio. Euro und in der Slowakei 103 Mio. Euro. In Österreich dürfte die Steuer nun empfindlich ansteigen.
Nach der Bekanntgabe des Regierungsprogramms gab es auch von anderen Bankern Kritik. Der Raiffeisenverband kritisierte die Steuer als "reine Willkür" und als Wachstumsbremse für Österreich, das sich bereits im dritten Rezessionsjahr befindet. Auch die Wirtschaftskammer (WKÖ) kritisierte die Erhöhung der Abgabe als "willkürliche Wirtschaftsstandortsteuer" und wies auf negative Auswirkungen auf die Wirtschaft hin.
An der Börse in Wien geht es für die Aktien der Erste Group am Freitag zeitweise um 5,57 Prozent abwärts auf 65,46 Euro.
(APA)
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