"Eier in diverse Körbe" |
30.01.2015 15:03:00
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Deutsche Bank prognostiziert für Anleger volatiles Jahr
Vom billigeren Euro und stärkeren US-Dollar sollte zudem die europäische Exportwirtschaft profitieren. Nicht gut sei der starke Dollar dagegen für Gold-Investments. "Eine Rückkehr des Goldpreises zu den alten Hochs sehen wir nicht", meinte Piasko.
Für Aktieninvestments würden auch die positiven Gewinnerwartungen sprechen, diese seien aber nicht mehr so hoch wie vorher, aber realistischer. Das Bewertungsniveau sei noch sehr tief, aber auch nicht mehr so tief wie noch vor wenigen Jahren.
Um mit Anleihen noch zu Renditen zu kommen, müssten Anleger das Risiko suchen. Dafür seien etwa Schwellenländeranleihen geeignet, diese sollten aber zumindest auf Dollar lauten.
Das größte Potenzial auf den Aktienmärkten hätten in diesem Umfeld US-amerikanische und europäische Aktien von Technologie- und Konsum-Unternehmen wie Amazon, Microsoft oder Disney. Im Konsumbereich führe die Digitalisierung des Konsums etwa durch Smartphones zu zusätzlichen Einnahmen sowie die demografische Entwicklung. Die immer mehr werdenden Über-60-Jährigen hätten mehr Geld zum Ausgeben als Jüngere. Auch auf die Dividendenrendite sollten die Anleger achten. Diese sei derzeit bei den europäischen Titeln am höchsten.
Daneben seien auch alternative Veranlagungen wegen ihren Renditen wieder interessant geworden. Piasko zählt dazu Infrastruktur-Unternehmen mit ihren regelmäßigen Einnahmen und Immobilien, deren Renditen höher als die Bond-Renditen seien. Die Preise für Rohstoffe und Öl werden tief bleiben. Vor Gold warnt Piasko, Gold sei gefährlich, weil es zum Dollar umgekehrt korreliert, ein stärkerer Dollar also zu einem geringeren Goldpreis führt.
Eine Outperformance der Schwellenländer sei nicht mehr gegeben. Während sich Russland wegen Sanktionen und tiefem Ölpreis in einer Rezession befinde habe etwa Indien ein hohes Wachstum. Asien werde sich positiver entwickeln als Lateinamerika. Die Probleme in und mit Russland seien "ganz sicher noch nicht vorbei".
Die Situation an den Kapitalmärkte sei derzeit so volatil, dass es praktisch auf jede aus den USA oder Europa kommende Nachricht zur Konjunktur-, Geschäfts- oder Gewinnentwicklung ankomme, meinte Piasko.
Wirtschaftlich am stärksten entwickeln sollten sich 2015 die USA mit 3,2 Prozent. Für die EU schätzt die Deutsche Bank das Wirtschaftswachstum auf 1,2 Prozent, für China auf 6,8 Prozent, für Japan auf 1,2 Prozent und für die Weltwirtschaft erhöhte sie ihre Prognose von 3,3 auf 3,8 Prozent.
Im Wettbewerb der globalen Wirtschaftsmächte gebe es zwei Instrumente, um einen größeren Kuchen an der nicht viel größer werdenden Weltwirtschaft zu bekommen: Über die Renditen von Staatsanleihen und über die Wechselkurse von Währungen, erläuterte Piasko. Derzeit sei etwa der Renditeabstand zwischen den US- und deutschen Staatsanleihen auf dem höchsten Stand seit 20 Jahren. Der Euro werde zum Dollar noch weitere 5 bis 10 Prozent verlieren und in den nächsten zwölf Monaten auf 1,05 Dollar sinken.
Piasko geht davon aus, dass die Nachfrage nach Anleihen mit höheren Renditen und somit höherem Risiko noch weiter zunehmen wird. Er empfiehlt eine Mischung von europäischen, US- und "Peripherie"-Anleihen.
"Die Aktienmärkte werde von den enormen Liquiditätszufuhren der Zentralbanken getrieben", so Piasko. Er geht davon aus, dass auch nach der im zweiten Halbjahr erwarteten Leitzinserhöhung in den USA die Aktienmärkte um 5 bis 6 Prozent ansteigen werden.
ggr/kan
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