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Geändert am: 05.11.2026 13:54:29

Ölpreise sinken weiter: ATX mit deutlicheren Gewinnen -- DAX markiert neues Allzeithoch -- Asiens Börsen schließen uneinheitlich

AUSTRIA

Der Wiener Aktienmarkt bekommt am Donnerstag durchwachsene Anlegerstimmung zu spüren.

Der ATX markierte seinen Erstkurs bei 6.518,52 Punkten, im Verlauf waren zunächst Verluste zu sehen, bevor die Stimmung drehte und der Index die Gewinnzone eroberte.

Positive Vorgaben hatte die Wall Street geliefert. Der Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hatte den Börsen zuletzt international Auftrieb verliehen. Anleger setzten auf eine Entspannung im Nahen Osten, was die Ölpreise drückte und die Inflationssorgen linderte.

Am heimischen Aktienmarkt hat die Berichtssaison Fahrt aufgenommen.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt legt auch am Donnerstag zu.

Der DAX zog zum Start 0,05 Prozent auf 26.449,79 Punkte an und baut die Gewinne im Verlauf aus. Bei 26.6671,19 Punkten erreicht er zwischenzeitlich ein neues Allzeithoch.

Die Aufwärtstendenz an den europäischen Aktienmärkten setzt sich am Donnerstag fort - wenn auch mit gebremstem Tempo. Der US-Wahlausgang zugunsten der Demokraten habe für klare Verhältnisse gesorgt, nach denen man sich positionieren könne, heißt es.

Im Verlauf kommen Inflationsdaten mit den EU-Erzeugerpreisen (PPI) und die Zinsentscheidung der Bank of England. Hier wird eine Erhöhung des Leitzinses von 3,75 auf 4,00 Prozent erwartet. Auch die Interpretation des US-Wahlergebnisses geht weiter: "Der demokratische Durchmarsch im Repräsentantenhaus und Senat bei den US-Zwischenwahlen stellt eine bedeutende Veränderung der politischen Landschaft dar und hat dazu geführt, dass ein Teil der politischen und geopolitischen Risikoprämie aus den Märkten herausgenommen wurde", sagt Lloyd Chan, Senior Währungsanalyst bei MUFG, zu den Folgen.

Teilnehmer sprechen von einer anhaltenden Sektor-Rotation in Europa. Bewegung gibt es weiter im Ölsektor. Dagegen zeigen sich konjunktursensitive Branchen im Plus.

WALL STREET

An der Wall Street waren die Anleger zur Wochenmitte in Kauflaune.

Für den Dow Jones stand zum Handelsende ein Plus von 3,03 Prozent auf 53.357,19 Punkte.
Auch der NASDAQ Composite fuhr kräftige Gewinne ein und legte 1,44 Prozent auf 25.736,51 Zähler zu.

Die Anleger an den US-Börsen haben am Mittwoch geradezu euphorisch auf den klaren Wahlsieg der Demokraten bei den Kongress-Zwischenwahlen reagiert.

Bei den Wahlen zur Mitte der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump verlor dessen republikanische Partei die Mehrheit in beiden Kongresskammern. Zudem knöpften die Demokraten ihnen Gouverneursposten in mehreren Bundesstaaten ab, unter anderem in Texas, wo die Republikaner traditionell stark sind.

"Die Kombination aus einer grossen demokratischen Mehrheit im Kongress und der Erklärung von Präsident Trump, er sei bereit, mit der Opposition zusammenzuarbeiten, dürfte extreme politische Entwicklungen abbremsen", sagte George Saravelos, globaler Leiter der Devisenstrategie bei der Deutschen Bank.

Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte und Strategie bei der Dekabank, schrieb: "Die Machtverhältnisse verändern sich deutlich, jedoch geordnet." Einzelne Branchen - vor allem künstliche Intelligenz, Energie und Finanzen - könnten neue Rahmenbedingungen bekommen. So gelten die Demokraten als aufgeschlossen gegenüber Erneuerbaren Energien, während Trump die Anbieter fossiler Rohstoffe bevorzugt.

ASIEN

Asiens Börsen zeigten sich auch am Donnerstag uneins.

In Tokio rutschte der Nikkei 225 um 1,79 Prozent auf 61.077,90 Punkte ab.

Auf dem chinesischen Festland schaffte es der Shanghai Composite im späten Handel ins Plus und schloss 0,10 Prozent höher bei 3.689,91 Zählern.

Der Hang Seng in Hongkong legte unterdessen im Donnerstagshandel 3,68 Prozent auf 24.796,98 Punkte zu.

In Südkorea brach der KOSPI unterdessen 5,27 Prozent auf 5.384,53 Punkte ein.

An den asiatischen Aktienmärkten zeigte sich am Donnerstag ein uneinheitliches Bild. Ein drastischer Ausverkauf im Halbleitersektor führte in Südkorea kurzzeitig zu Handelsbeschränkungen und belastete die Stimmung, während kräftig nachgebende Ölpreise infolge der Wahlerfolge der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen auf der anderen Seite für Unterstützung sorgten.

In Japan schwächelten technologie- und KI-nahe Papiere im Ausverkaufstrend deutlich. Völlig entgegengesetzt verlief der Handel hingegen in China und Hongkong. Chinesische Halbleiterwerte legten kräftig zu. Auslöser hierfür war eine Zinssenkung der chinesischen Zentralbank zur Unterstützung von Aktienrückkäufen sowie Pekings kontinuierliches Bestreben, die Eigenständigkeit des heimischen Tech-Sektors gegenüber den USA voranzutreiben.

Halt fanden die Märkte abseits des Technologiesektors durch entspannte weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen infolge spürbar nachgebender Rohölpreise. Sowohl Brent als auch WTI verzeichneten deutliche Verluste und fielen auf Mehrmonatstiefs. Hintergrund waren Spekulationen, dass der Ausgang der US-Wahlen zu einer Deeskalation geopolitischer Konflikte und damit zu geringerem Inflationsdruck führen könnte. Dies ließ die Renditen von US-Staatsanleihen sinken und schwächte den US-Dollar, was risikobehaftete Anlagen stützte.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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