Aufhebung des Flugverbots |
22.10.2019 08:32:43
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Boeing-Aktie nachbörslich tiefer: Europas Flugaufsicht folgt bei Boeing 737 MAX nicht länger der FAA
Die abschließende Entscheidung, so sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen, wurde in der vergangenen Woche von Patrick Ky, dem Leiter der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), bei einem Treffen an Earl Lawrence und Ali Bahrami, den beiden leitenden Beamten der Federal Aviation Administration (FAA), übermittelt. Sie leiten das Team zur Bewältigung der MAX-Krise.
Das Treffen, über das bisher noch nicht berichtet wurde, hat sowohl symbolische als auch praktische Folgen. Symbolisch unterminiert es die Bedeutung und Autorität der FAA bei der Einstufung von Flugzeugen als technisch sicher. Praktisch kann die FAA ihr Ziel nicht erreichen, möglichst auf breiter Basis eine Wiederzulassung zu erreichen.
Die Boeing-Aktie fiel am Montag um fast 4 Prozent und verlor damit den dritten Tag in Folge. Analysten haben das Papier angesichts der anhaltenden Unwägbarkeiten herabgestuft. Die EASA hat gegenüber den FAA-Vertretern erklärt, sie werde vielleicht vier Wochen länger brauchen, um die Flugzeuge wieder für den Flugbetrieb zuzulassen.
Bislang hat die EASA ihre Tests und Analysen zu Software-Fixes und Flugkontroll-Computeränderungen von Boeing mit der FAA abgestimmt. Luftfahrtaufseher folgen üblicherweise dem Regulierer des Landes, in dem ein Flugzeug ursprünglich zugelassen wurde. Aber in Zukunft, so sagten einige der Informanten, wollen die europäischen Aufseher eigene unabhängige Simulator-Tests durchführen.
Eine EASA-Sprecherin lehnte es ab, sich zum europäisch-amerikanischen Bruch zu äußern. Sie sagte lediglich: "Wir möchten, dass die MAX so schnell wie möglich in Betrieb genommen wird, aber erst, wenn wir sicher sind, dass sie sicher ist."
Nach zwei Abstürzen von 737-MAX-Maschinen, bei denen im Oktober 2018 in Indonesien und im März dieses Jahres in Äthiopien insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen waren, hatten Behörden ein weltweites Flugverbot verhängt.
Ermittler vermuten, dass die Unglücke mit dem speziell für die Boeing 737 MAX entwickelten Stabilisierungssystem MCAS (Maneuvering Characteristics Augmentation System) in Zusammenhang stehen. Es drückt bei einem drohenden Strömungsabriss die Nase des Flugzeugs automatisch nach unten, auch wenn die Piloten gegensteuern. Die US-Transportsicherheitsbehörde (NTSB) hatte kürzlich dem Flugzeugbauer Boeing und der Flugaufsicht Versäumnisse attestiert.
Von Andy Pasztor und Andrew Tangel
LONDON (Dow Jones)
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