24.05.2017 12:01:41

Bilfinger-Chef: Marktchancen in neuer Struktur besser nutzbar

   Von Olaf Ridder

   FRANKFURT (Dow Jones)--Bilfinger-Chef Tom Blades hat bei den Aktionären für die eingeleitete Neuausrichtung des Mannheimer Konzerns zu einem reinen Industriedienstleister geworben. Auf seiner ersten Hauptversammlung sagte der 60-Jährige laut Redetext, in der neuen Struktur werde Bilfinger "sehr viel transparenter".

   Mit der Konzentration des Geschäfts auf die Errichtung und Entwicklung von Industrieanlagen sowie den dazugehörigen Service könne Bilfinger seine Marktchancen "deutlich besser nutzen als in der Vergangenheit". Bilfinger habe großes Potenzial, doch müssten die vorhandenen Stärken sehr viel besser gebündelt werden. Der Vorstandschef bestätigte die Prognosen für das laufende Jahr und die Zielgrößen bis 2020.

   Blades, der sein Amt im Juli 2016 antrat, hat dem krisengeplagten MDAX-Unternehmen mit den Geschäftsbereichen Engineering & Technologies (E&T) sowie Maintenance, Modifications & Operations (MMO) im Frühjahr eine neue Struktur gegeben. Ersterer kümmert sich um den Bau und die Erweiterung von Industrieanlagen, letzterer um Instandhaltung und Betrieb solcher Anlagen.

   Bereiche außerhalb des Kerngeschäfts will Blades in nächster Zeit verkaufen oder schließen, sofern sie Verlust machen, und für einen eventuellen späteren Verkauf weiterentwickeln, sofern sie profitabel sind.

   Bilfinger hat mehrere Krisenjahre mit teils hohen Verlusten hinter sich, in denen der ursprüngliche Baukonzern stark geschrumpft ist. Mehrere Wechsel in der Chefetage und bei der Strategie verschärften die Entwicklung. Inzwischen hat Bilfinger mit dem traditionellen Bau- und Servicegeschäft nichts mehr zu tun. Im Juni vergangenen Jahres verkaufte der Konzern noch das lukrative Geschäft mit Immobiliendienstleistungen an den Investor EQT.

   Blades verteidigte die Entscheidung, die kurz vor seinem Amtsantritt gefällt worden war. Der Vertrag sei so gestrickt worden, dass Bilfinger mit 49 Prozent am Gewinn eines späteren Weiterverkaufs beteiligt sei. Bilfinger werde überdies einen wesentlichen Teil der bisherigen Verkaufserlöse in die Zukunft investieren, versprach er den Aktionären. Dem Unternehmen waren fast 800 Millionen Euro aus dem Verkauf zugeflossen.

   Verstärkt will Blades in das Anlagengeschäft mit den Branchen Pharma & Biopharma, Mettallurgie und Zement einsteigen. Sie böten großes Potenzial, sagte er. Noch kämen allerdings 80 Prozent der Umsätze aus den Bereichen Öl & Gas, Energie & Versorgung sowie Chemie & Petrochemie.

   Aktuell befindet sich das Unternehmen in einer Stabilisierungsphase. Die Leistung wird deshalb in diesem Jahr weiter sinken, allerdings soll die Gewinnmarge bereits steigen.

   Kontakt zum Autor: olaf.ridder@wsj.com

   DJG/rio/kla

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   May 24, 2017 05:31 ET (09:31 GMT)

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