Vor Branchenmesse |
10.08.2017 12:46:00
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SLM-Aktie bricht zweistellig ein: SLM bestätigt nach schwachem Halbjahr Ziele
Das Ergebnis fiel noch schlechter aus als Experten erwartet hatten. Die Ziele seien jetzt nur noch schwer zu erreichen, sagte ein Händler. Die im TecDAX notierte Aktie sackt im Xetra-Handel zwischenzeitlich um mehr als 12 Prozent ab. Ein Erholungsversuch der Papiere des Herstellers von 3D-Druckern kurz nach Handelsbeginn erlag schnell wieder dem hohen Verkaufsdruck.
Analyst Adrian Pehl von der Commerzbank sprach von schwachen Ergebnissen und zunehmend gefährdeten Jahreszielen. Die Auftragslage sei zwar solide, es bedürfe aber deutlich mehr. Nach dem ersten Halbjahr steht ein Umsatz von 29 Millionen Euro zu Buche - insgesamt angepeilt sind mindestens 110 Millionen Euro. Der operative Verlust im ersten Halbjahr (bereinigtes Ebitda) war mehr als viermal so hoch wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
SLM ist sich der nun besonders hohen Abhängigkeit vom vierten Quartal bewusst und setzt weiter ganz auf die für die Branche wichtige Messe Formnext im November. Ebenso bestätigte das Unternehmen die Prognose für das laufende Jahr. Hoffnung macht auch die bisher größte Einzelbestellung der Firmengeschichte im Juni, die allerdings bereits bekannt ist. Der Auftragseingang zog im ersten Halbjahr deshalb an.
Für die mittelfristige Entwicklung der Aktie spielen die Zahlen derzeit eher eine untergeordnete Rolle, da viele Investoren darauf setzen, dass sich ein neuer Interessent für das Unternehmen findet. Analysten wie Equinet-Experte Cengiz Sen warnen hier jedoch vor überzogenen Erwartungen. Er sieht nur begrenztes Potenzial nach oben und ein hohes Abschlagsrisiko. Er stuft das Papier derzeit mit Reduce und einem Kursziel von 27,50 Euro ein. Die meisten Experten halten sich derzeit zurück. So empfiehlt derzeit nur die Deutsche Bank das Papier zum Kauf.
Die Aktie konnte sich im bisherigen Jahresverlauf mit einem Plus von 13 Prozent auf 36,80 Euro zum Xetra-Schluss vom Mittwoch von ihrem Knick nach der geplatzten Übernahme erholen, entwickelte sich aber deutlich schlechter als andere Technologietitel. Der Kurs liegt zudem leicht unter dem von General Electric aufgerufenen Gebot von 38 Euro je Aktie und ist zirka ein Fünftel von dem Rekordniveau aus dem September 2016 entfernt, als noch einige auf eine Erhöhung des GE-Gebots gesetzt hatten.
GE hatte Ende Oktober die erst wenige Wochen davor angekündigte Übernahme von SLM abgeblasen. Der amerikanische Konzern hatte 38 Euro je Aktie oder insgesamt 683 Millionen Euro geboten. Sie wollten aber mindestens 75 Prozent der Anteile erhalten, um das Unternehmen vollständig kontrollieren zu können. Da einige Anleger, unter anderem der für seine Störfeuer bekannte Finanzinvestor Paul Singer, mehr rausschlagen wollten und deshalb ihre Anteile nicht anboten, zog sich GE zurück und kaufte stattdessen den SLM-Konkurrenten Concept Laser, der nicht an der Börse notiert ist./zb/kro/stb
LÜBECK (dpa-AFX)
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