15.03.2017 17:35:00
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Verbund wird Steinkohle-Kraftwerk Mellach bis 2019 stilllegen
Der strenge Winter habe gezeigt, dass dies notwendig sei - "Kälte, kein Wind, wenig Wasser, Wolken, das hat die Stromerzeugung bei den Erneuerbaren geschmälert und ein gleichzeitiger Ausfall von Kraftwerken in Frankreich hat dafür gesorgt, dass Strom kreuz und quer durch Europa verschoben wurde", sagte Anzengruber. Alle thermischen und fossilen Anlagen in Österreich seien durchgehend gelaufen. "Wir müssen in der Energieversorgung nicht nur die österreichische, sondern auch die europäische sehen", so der Verbund-Vorstandschef. Anzengruber rechnet in Zukunft mit häufiger auftretenden Engpässen in der europäischen Stromversorgung.
Das mit polnischer Steinkohle befeuerte Kraftwerk Mellach sei das letzte in der Steiermark, das noch mit Kohle Energie erzeugt. Von Mellach aus ist auch Fernwärme nach Graz geleitet worden. Ein entsprechender Vertrag mit der Energie Steiermark verpflichtet den Verbund bis 2020 dazu, die Versorgung sicherzustellen. Geschäft war dies allerdings keines, woraus auch eine Auseinandersetzung mit der Energie Steiermark resultierte, die aber beigelegt wurde. Am Standort Mellach soll nun ein gasbetriebener Heißwasserkessel um rund 13 bis 124 Mio. Euro erreichtet werden. Dadurch soll mit der Heizsaison 2018/2019 die Fernwärmeerzeugung aus Steinkohle der Vergangenheit angehören, kündigte Anzengruber an. Die Energie Steiermark könnte dann die Anlage für die Fernwärmeversorgung übernehmen, wenn der Vertrag bis 2020 auslaufe.
Die Vorgehensweise entspreche auch der Strategie des Verbunds, zu 100 Prozent CO2-freie Energieerzeugung zu haben. Diese habe derzeit schon 96 Prozent Anteil, mit der Stilllegung des Steinkohlekraftwerks in Mellach komme man auf 98 Prozent. Am Standort Mellach arbeiten rund 130 Mitarbeiter, bei Schließung des 30 Jahre alten Kraftwerks werde es zu einer Mitarbeiterreduktion kommen. Die Errichtung eines Flusskraftwerksprojekt an der Mur in Gratkorn nördlich von Graz sei derzeit wegen der Preislage nicht realistisch, sagte Anzengruber auf Journalistenfragen.
Gesamt beschäftigt der Verbund in der Steiermark rund 350 Mitarbeiter. Mit den 40 Wasserkraftwerken werden im Jahr rund 2,7 Mrd. KWh erzeugt, ein Drittel des steirischen Strombedarfs. Die Steuerzentrale für alle steirischen Kraftwerke in Pernegg ist ständig mit zwei Mitarbeitern besetzt. Mehr als die Hälfte des in der Steiermark benötigten Stroms werde außerhalb des Bundeslandes erzeugt und über die APG in die Grüne Mark transportiert, so der Verbund-Chef. Von gesamt rund 392.000 Haushaltskunden befänden sich rund 84.000 in der Steiermark.
(Schluss) pek/kan
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