17.11.2020 19:13:40
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ÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Lagarde: Corona beeinflusst Wirtschaft weit ins Jahr 2021 hinein
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird sich nach den Worten ihrer Präsidentin Christine Lagarde bei der Rekalibrierung ihrer Geldpolitik im Dezember von der Erwartung leiten lassen, dass die Corona-Pandemie die Wirtschaft bis weit ins nächste Jahr beeinträchtigen dürfte. Die Wirtschaftsakteure müssen laut Lagarde nicht nur sicher sein, dass das Volumen der Maßnahmen ausreiche, sondern auch, dass diese Maßnahmen so lange andauerten, wie die Pandemie und ihre verschiedenen Wellen die Wirtschaft beeinflussten. "Wir müssen dafür sorgen, dass die Finanzierungsbedingungen stabil sind und die Wirtschaftserholung befördern", sagte die EZB-Präsidentin.
EZB/Schnabel: Geld- und Fiskalpolitik müssen einander ergänzen
Geld- und Fiskalpolitik könne nach Aussage von EZB-Direktorin Isabel Schnabel nur gemeinsam effektiv sein. In einem Interview mit CNBC sagte Schnabel auf die Frage nach den wichtigsten Erkenntnissen des jüngsten geldpolitischen EZB-Forums: "Eine der wichtigen Botschaften ist, dass das Leben für die Wirtschaftspolitik, die Geld- und Fiskalpolitik umfasst, schwerer geworden ist." Es sehe so aus, als ob sie gemeinsam handeln müssten. "Sie müssen einander ergänzen - ich denke, das ist eine wirklich wichtige Botschaft", sagte Schnabel.
Fed wird Wirtschaft mit allen Mittel unterstützen
Covid-19-Impfstoffe könnten nach Meinung des Präsidenten der Fed in Atlanta, Raphael Bostic, zu einer starken wirtschaftlichen Erholung führen. Derzeit erwarte er jedoch ein moderates Tempo bei der Erholung, sagte Bostic dem Sender CNBC am Dienstag. Bostic zufolge steht die Wirtschaft immer noch vor großen Herausforderungen, und er sagte, die Notenbank werde alles in ihrer Macht stehende tun. Er forderte allerdings nicht, dass die Fed derzeit neue Maßnahmen ergreift, zusätzlich zu den derzeitigen Anleihekäufen.
US-Industrie steigert Produktion im Oktober
Die US-Industrieproduktion hat sich von den tiefen Einbrüchen im Frühjahr, die im Zuge der Pandemie eintraten, weiter erholt. Im Oktober stieg die Produktion um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie die Federal Reserve mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten eine Zunahme um 1,0 Prozent prognostiziert. Die Kapazitätsauslastung verbesserte sich auf 72,8 Prozent von 72,0 im Vormonat. Ökonomen waren von 72,2 Prozent ausgegangen.
Umsätze der US-Einzelhändler steigen im Oktober moderat
Die US-Konsumenten haben ihre Einzelhandelskäufe im Oktober den sechsten Monat in Folge gesteigert, aber das Wachstumstempo verlangsamte sich beträchtlich angesichts steigender Coronavirus-Fälle und der Unsicherheit im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen. Die gesamten Umsätze stiegen um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten im Konsens mit einem Anstieg um 0,5 Prozent gerechnet.
US-Importpreise sinken im Oktober
Die US-Importpreise sind im Oktober gesunken. Wie das US-Arbeitsministerium mitteilte, gingen die Einfuhrpreise im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent zurück, nach einem Plus von 0,2 Prozent im September. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten stabile Preise erwartet. Die Entwicklung der Importpreise ist ein Indiz für die US-Inflation.
EU-Kommission billigt Corona-Impfstoff-Vertrag mit Curevac
Die EU-Kommission hat einen Liefervertrag für einen künftigen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus mit dem deutschen Unternehmen Curevac abschließend gebilligt. Es gehe um zunächst 225 Millionen Impfdosen im Namen aller EU-Mitgliedstaaten sowie eine Option für die Bestellung weiterer 180 Millionen Dosen, erklärte die Brüsseler Behörde am Dienstag. Die Lieferung soll demnach erfolgen, sobald ein "nachweislich sicherer und wirksamer Impfstoff" verfügbar ist.
Moderna-Chef warnt Europäer vor Verzögerung bei Impfstoff-Auslieferung
Der Chef des US-Biotechnologie-Unternehmens Moderna, Stéphane Bancel, hat europäische Staaten vor Verzögerungen bei der Auslieferung seines Corona-Impfstoff-Kandidaten gewarnt. Ein später Vertragsabschluss werde letztlich eine Auslieferung "verlangsamen", sagte Bancel am Dienstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP.
Opposition kritisiert Merkels Krisenmanagement
Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach der weitgehend ergebnislosen Ministerpräsidentenkonferenz scharf kritisiert und von einem "Prinzip Chaos" im Corona-Krisenmanagement gesprochen. "Die Lage in der Corona-Pandemie ist viel zu ernst, als dass sich Bund und Länder dieses Prinzip Chaos weiter leisten können", sagte Göring-Eckardt der Rheinischen Post.
Schneider nennt Vorbereitung des Kanzleramts für Corona-Treffen "suboptimal"
Nach der Opposition hat auch die SPD das Agieren des Bundeskanzleramts vor der weitgehend ergebnislosen Ministerpräsidentenkonferenz am Montag kritisiert. "Die Vorbereitung der Ministerpräsidentenkonferenz... durch das Kanzleramt war suboptimal", sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Carsten Schneider vor einer Fraktionssitzung in Berlin. Eine Beschlussvorlage aus dem Kanzleramt an die Länder zu schicken und sich dabei "in Fragen der Schulpolitik ohne Rücksprache einzumischen", sei ein Verfahren, das er missbillige.
Brinkhaus fordert von Bund und Ländern Planungssicherheit für Weihnachten
Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus drängt die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder zu einer baldigen Entscheidung über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Die Bürger benötigten Planungssicherheit für Weihnachten, mahnte der CDU-Politiker.
Brinkhaus verteidigt geplante Reform des Infektionsschutzgesetzes
Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat die geplante Reform des Infektionsschutzgesetzes verteidigt. An der Vorlage seien im parlamentarischen Verfahren "umfangreiche Änderungen" vorgenommen worden, sagte er in Berlin. "Wir sind der Meinung, dass das, was da jetzt rausgekommen ist, gut ist." Die Kompetenzen der Regierungen in Bund und Ländern würden "spezifiziert". Die Reform des Infektionsschutzgesetzes soll am Mittwoch vom Bundestag verabschiedet werden. Ziel ist insbesondere eine höhere Rechtssicherheit für die Beschränkungen, die zum Kampf gegen die Corona-Pandemie verhängt werden.
Druck auf Regierung für verlängerte Kaufprämie für E-Autos
Vor Beginn des Autogipfels wächst der Druck zur Verlängerung der Kaufprämie für E-Autos. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder forderte, dass der staatliche Kaufanreiz für Elektroautos bis 2025 gezahlt werden soll. Bei dem Gespräch zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Vertretern aus der Automobilindustrie und den Gewerkschaft soll es am Abend um die Zukunft der Schlüsselindustrie im aktuellen Strukturwandel hin zu klimafreundlicher Verkehrstechnologie gehen.
Wirtschaft übt vor Bundestagsanhörung scharfe Kritik am EEG
Vor der ersten Bundestagsanhörung zum Ökostromausbau haben zahlreiche Wirtschaftsverbände grundlegende Änderungen an der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2021) gefordert. Das Gesetz sei "ein hochkomplexes Regelwerk, das selbst von Experten in seiner Gänze kaum mehr überblickt werden kann", beginnt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag seine 67-seitige Stellungnahme an den Wirtschaftsausschuss. Aus dieser Sicht sei der Entwurf von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bereits "eine Enttäuschung".
Grüne fordern ökologische und soziale Bedingungen für Unternehmenskredite
Die Grünen wollen staatliche Unternehmenskredite künftig stärker an Bedingungen knüpfen. "Wenn der Staat Einzelunternehmen mit Milliarden an öffentlichen Geldern über Kredite und Beteiligungen unter die Arme greift, dann sollten diese Hilfen auch an soziale und ökologische Bedingungen geknüpft sein", erklärten sie in einem Positionspapier, wie das Nachrichtenportal T-Online berichtete.
Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Caffier tritt wegen Waffenaffäre zurück
Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) ist zurückgetreten. Der wegen eines Waffenkaufs bei einem Händler mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene unter Druck stehende Caffier erklärte am Dienstag in Schwerin, wegen der Affäre nicht mehr die nötige Autorität für sein Amt zu besitzen. Mit seinem Rücktritt wolle er auch seine Familie und sein Umfeld schützen.
EU meldet steigende Flüchtlingszahlen auf Westbalkanroute
Die Zahl der illegalen Grenzübertritte auf der Westbalkanroute hat sich nach EU-Angaben seit dem vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Über das Mittelmeer seien hingegen deutlich weniger Migranten und Flüchtlinge gekommen, teilte die EU-Grenzschutzbehörde Frontex am Dienstag mit. Insgesamt seien die illegalen Grenzübertritte in die EU im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent zurückgegangen.
+++ Konjunkturdaten +++
US/Redbook: Einzelhandelsumsatz erste 2 Wochen Nov -1,0% gg Okt
US/Redbook: Einzelhandelsumsatz erste 2 Wochen Nov +1,4% gg Vorjahr
DJG/DJN/AFP/apo/err
(END) Dow Jones Newswires
November 17, 2020 13:13 ET (18:13 GMT)
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