14.04.2015 11:22:39

ROUNDUP: Netzwerkausrüster Nokia prüft Kauf von Alcatel-Lucent

ESPOO (dpa-AFX) - Nokia plant den großen Wurf: Die Finnen strecken die Fühler aus, um den französischen Konzern Alcatel-Lucent zu übernehmen und sich damit für den scharfen Konkurrenzkampf im Markt der Netzwerkausrüster zu wappnen. Beiden Seiten bestätigten am Dienstag fortgeschrittene Gespräche. Eine Einigung gebe es aber noch nicht, der Deal könne noch scheitern. Details wurden nicht genannt.

Nokia geht damit noch einen Schritt weiter als zuvor bereits spekuliert: In Medienberichten hieß es zuvor, der einstige Weltmarktführer für Handys wolle sich nur das Mobilfunknetzwerkgeschäft einverleiben, das bei Alcatel-Lucent den kleineren Teil der Erlöse ausmacht. Nun soll es aber der komplette Anbieter sein. Nokia selbst verfügt bislang nicht über eine nennenswerte Festnetztechnologie. Gerüchte über Gespräche zwischen Nokia und Alcatel-Lucent gibt es seit Jahren, vor einigen Monaten waren sie wieder aufgekommen.

ALCATEL-AKTIEN SPRINGEN HOCH - NOKIA UNTER DRUCK

Aktien von Alcatel-Lucent zogen am Vormittag fast elf Prozent an, Nokia-Titel gaben mehr als sechs Prozent nach. Vor dem Wochenende wurde bereits gemunkelt, der Konzern aus Finnland könnte sich von seinem umsatzmäßig noch kleinen Kartendienst Here trennen - danach hatten die Papiere rund um das Wochenende kräftig zugelegt.

Nokia konzentriert sich nach dem Verkauf des Handy-Geschäfts an Microsoft auf Geräte für den Betrieb von Telekomnetzen. Im Netzwerkgeschäft konkurriert das Unternehmen vor allem mit dem schwedischen Ausrüster Ericsson (Telefon AB LMEricsson (B)) und chinesischen Anbietern wie Huawei und ZTE. Die Chinesen drängen mit niedrigen Preisen auf den Markt und hatten damit in der Vergangenheit die Kritik von Handelspolitikern unter anderem aus der Europäischen Union auf sich gezogen, die ein Preisdumping der Unternehmen aus China witterten.

ALCATEL ZULETZT MIT FORTSCHRITTEN IM KONZERNUMBAU

Alcatel-Lucent seinerseits macht mit seinem Sparprogramm in jüngster Zeit Fortschritte, die Talsohle scheint nach einem umfassenden Stellenabbau durchschritten. Im letzten Quartal 2014 stand erstmals im Jahresverlauf wieder ein Gewinn unter dem Strich - bei allerdings weiter schrumpfenden Erlösen. Konzernchef Michel Combes baut den Konzern um und will die Profitabilität deutlich steigern. Dabei sollten Unternehmensteile für mindestens eine Milliarde Euro verkauft und die Kosten bis Ende 2015 um eine Milliarde Euro gesenkt werden./men/enl/stb

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Ericsson (Telefon AB L.M.Ericsson) (B) 7,93 1,54% Ericsson (Telefon AB L.M.Ericsson) (B)
Nokia Oyj (Nokia Corp.) 4,73 0,52% Nokia Oyj (Nokia Corp.)