11.03.2018 18:16:40

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neues deutschland: Kommentar zur Megafusion auf dem europäischen

Energiemarkt

Berlin (ots) - »Wenn du mir A gibst, bekommst du B und einen Teil

von C, ein bisschen Geld kann ich auch noch dazugeben.« Was wie ein

Sammelkartentausch auf dem Schulhof klingt, betrifft in diesem Fall

wesentlich größere Geschäfte. Die Energieriesen E.on und RWE haben

eine Neuaufteilung ihrer Geschäfte beschlossen. E.on will die

RWE-Tochter Innogy übernehmen, als Ausgleich soll RWE einen

17-Prozent-Anteil an E.on sowie E.on-Beteiligungen an den zwei

RWE-Atomkraftwerken Emsland und Gundremmingen erhalten. Genehmigen

die Kartellämter den Deal, könnte Europas größter Energieversorger

entstehen - möglicherweise mit negativen Folgen für die Verbraucher.

Für die Konzerne ist die geplante Transaktion allerdings eher

Ausdruck wachsender Verzweiflung über ausbleibende Geschäftserfolge.

Innogy, in das RWE erst 2016 sein Erneuerbare-Energien-Geschäft

ausgelagert hatte, kämpft mit sinkenden Gewinnen, trotz Energiewende

und steigendem Bedarf. Die Tage der Marke könnten gezählt sein, denn

E.on hat wohl hauptsächlich Interesse an den Innogy-Stromnetzen und

den Kundenkontakten. Die Netze sind wichtige Voraussetzung für den

Erfolg am Markt. Auch an anderen Stellen handeln die Stromkonzerne

fleißig: Im Januar veräußerte E.on seinen Anteil an Uniper, in die

der Konzern sein Geschäft mit Kohle, Gas und Wasser ausgelagert

hatte, an die finnische Fortum. Die Branche verteilt die Sammelkarten

neu. Nicht mitmischen darf der Stromkunde. Der zahlt am Ende aber den

Preis, wenn die Geschäfte schlechter laufen als erhofft.

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