17.06.2018 13:25:40

OTS: Bundesverband der deutschen Kalkindustrie e.V. / Jahrestagung des ...

Jahrestagung des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie e.V.

(BVK) am 15. Juni 2018 in Lindau (FOTO)

Lindau (ots) -

Auf der Jahrestagung des Verbandes analysiert der BVK-Vorsitzende

Dr. Kai Schaefer die aktuelle politische und wirtschaftliche

Entwicklung. Dabei spricht er die zentralen Themen der kommenden

Jahre an: Rohstoffsicherung und Reduktion der CO2-Emissionen bis

2050. Schließlich stellt er die aktuellen Zahlen der Deutschen

Kalkindustrie vor. BVK-Hauptgeschäftsführer Martin Ogilvie vermittelt

einen Überblick über die Arbeit, die Kernthemen und das Netzwerk des

Verbandes. Dr. Burkhard Naffin, stellvertretender BVK-Vorsitzender,

gibt die Gewinner des diesjährigen Arbeitssicherheitswettbewerbs

bekannt.

Die Mitgliederversammlung als Branchentreffen der deutschen,

österreichischen und schweizerischen Kalkindustrie findet dieses Jahr

in Lindau statt.

Der Verbandsvorsitzende Dr. Kai Schaefer, Mitglied der

Geschäftsführung der SCHAEFER KALK GmbH & Co KG, Diez, wirft einen

Blick auf die Koalitionsvereinbarung. Die deutsche Kalkindustrie

begrüßt ausdrücklich die Fortführung des Bündnisses "Zukunft der

Industrie" und der entsprechenden Branchendialoge, die Festschreibung

eines Fachkräfteeinwanderungsgesetzes und einer Fachkräfteinitiative

und insbesondere die Verankerung einer langfristigen Investitions-

und Planungssicherheit für die heimische Rohstoffförderung im

Koalitionsvertrag.

Sie befürwortet weiterhin das Bekenntnis der Koalition zur

Gewährleistung der Wettbewerbsfähigkeit - insbesondere der

energieintensiven Industrien und integrierter Wertschöpfungsketten -

sowie die Zusage eines umfassenden Carbon-Leakage-Schutzes.

"Dass das EU ETS als klimapolitisches Leitinstrument gestärkt

werden soll, entspricht auch unserer Forderung, die wir gemeinsam im

Bündnis der Energieintensiven Industrien immer wieder an die Politik

getragen haben", so Dr. Schaefer. Versteckte Risiken für die deutsche

Kalkindustrie sieht Schaefer in unterschiedlichen Maßnahmen zur

Umsetzung des Klimaschutzplans 2050 durch ein Klimaschutzgesetz.

Auch europa- und weltpolitisch gebe es unwägbare Risiken, die mit

erheblichen wirtschaftlichen Gefahren verbunden seien: insbesondere

der drohende finanzielle Kollaps Italiens, der Brexit, die Politik

Russlands, die auch Unsicherheiten in Energiefragen schaffe, sowie

die Politik des amerikanischen Präsidenten gegen offene Märkte und

freien Handel.

Der BVK-Vorsitzende stellt fest, dass der Kalkmarkt 2017 stabil

gewesen sei. Wenn man aber das Wirtschaftswachstum in Deutschland von

2,2 % daneben stelle, so müsse man feststellen, dass sich ein Trend

der vergangenen Jahre verstetigt habe. "Wir profitieren nicht mehr

1:1 von der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung", so Schaefer.

Anschließend stellt er die aktuellen Zahlen der Kalkindustrie vor.

Bei den ungebrannten Produkten repräsentiert der BVK ca. 15% der

deutschen Kalkindustrie, bei den gebrannten Erzeugnissen nahezu 100%.

Der Marktabsatz bei den ungebrannten Kalkprodukten betrug im Jahr

2017 ca. 18,3 Mio.t und ist gegenüber dem Vorjahr um 1,2%

angestiegen.

Hauptabnehmer von ungebrannten Produkten der Mitglieder des BVK

ist das Baugewerbe. In dieses Verbrauchssegment konnten 2017 ca. 7,1

Mio.t geliefert werden. Das Ergebnis des Jahres 2017 ist damit

signifikant besser (+3,7%) als noch im Jahr davor.

Unverändert sind die Lieferungen von ungebrannten Produkten für

Umweltschutzanwendungen. Dieses Verbrauchssegment hat sich stabil um

ca. 2,1 Mio.t entwickelt.

Die Lieferungen von ungebrannten Produkten für industrielle

Anwendungen sind gegenüber 2016 leicht im Minus (-1,2%). Die

Lieferungen an die Eisen- und Stahlindustrie erreichten über 3 Mio.t.

Die Verkäufe von gebrannten Produkten im Jahr 2017 sind nahezu

konstant geblieben. Insgesamt haben die Mitglieder des BVK ca. 6,3

Mio.t gebrannte Produkte verkaufen können. Das entspricht einem

leichten Zuwachs um 0,1%.

Bei dem Hauptabnehmer der Kalkprodukte, der Eisen- und

Stahlindustrie, ist ein leichter Zuwachs um 0,7% auf nunmehr mehr als

2,2 Mio.t zu berichten. Der Industrieabsatz insgesamt hat sich

gegenüber dem Vorjahr ebenfalls leicht verbessert (+1,1%).

Die Lieferungen für Umweltschutzanwendungen sind weiter deutlich

rückläufig. Insgesamt konnten für dieses Verbrauchssegment nur noch

ca. 1,2 Mio.t verkauft werden. Das entspricht einem Rückgang um fast

5%. Alleine für die Luftreinhaltung konnten nur noch 770 Tsd.t

geliefert werden. Das entspricht einer Einbuße um 8,4%. Zunehmend

spielt der Rückgang bei der Braunkohleverstromung hier eine

entscheidende Rolle.

Zufrieden kann die deutsche Kalkindustrie dagegen mit den

Lieferungen an die Baustoffindustrie sein. Insgesamt konnte ein Plus

von fast 3% erreicht werden. Das entspricht einer Liefermenge von

mehr 900 Tsd.t, wobei der Hauptteil dieser Lieferungen zur

Herstellung von Wandbaustoffen benötigt wird.

Überproportional positiv entwickelt haben sich die Lieferungen von

gebrannten Kalkprodukten zum Einsatz im Straßen- und Wegebau. In

diesem Verwendungsbereich konnten 381 Tsd.t eingesetzt werden -

entsprechend einem Plus von fast 9%.

Schaefer betont die grundlegende Bedeutung mineralischer Rohstoffe

für die industrielle Wertschöpfung und den Erhalt des Wohlstandes.

Auch die Energiewende - getragen von einer breiten Mehrheit der

Bevölkerung - sei ohne mineralische Rohstoffe aus Deutschland nicht

umsetzbar.

Sand und Kies seien bereits knapp, der Bedarf sei aktuell größer

als der genehmigte Abbau. "Um es ganz deutlich zu sagen, wir haben in

Deutschland keinen Mangel an mineralischen Rohstoffvorkommen. Wir

haben nur einen Mangel an genehmigten Abbauflächen. Planungs-,

Umwelt- und Naturschutzrecht wird immer komplexer und erfordert

langwierige und aufwendige Genehmigungsverfahren. Leider müssen wir

zudem feststellen, dass sich manche Naturschutzverbände und lokale

Bürgerinitiativen vor Ort nur noch für Ihre Einzelinteressen stark

machen", gibt der BVK-Vorsitzende zu bedenken.

Ein weiteres zentrales Thema werde zusätzliche Anstrengungen

erfordern, die Reduzierung von CO2-Emissionen. Die Branche müsse

verstärkt an eigenen Initiativen und lösungsorientierten Ansätzen

arbeiten.

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Martin Ogilvie legt

der Mitgliederversammlung den Geschäftsbericht 2017/2018 vor und

erläutert die im vergangenen Geschäftsjahr geleistete Arbeit sowie

die aktuellen Kernarbeitsfelder. Insbesondere geht er auf die

Vernetzung des Verbandes ein. So entstand im Netzwerk mit dem BDI die

Studie "Klimapfade für Deutschland". Die Studie berechnet in drei

Szenarien mögliche Wege zur Erreichung der Klimaziele der

Bundesregierung - 80% bzw. 95% CO2-Minderung 2050 gegenüber 1990 und

veranschaulicht die damit einhergehenden Maßnahmen und Kosten.

Weiterhin stellt Ogilvie die Biodiversitätsdatenbank der

Steine-Erden-Industrie vor, die zum Ziel hat, einen bundesweiten

Überblick über die Biodiversität in den Abbaustätten zu gewinnen.

Schließlich geht er auf die vorwettbewerbliche

Gemeinschaftsforschung ein, die als wichtiger Innovationstreiber

fungiere und stellt das laufende Projekt der CO2-Wäsche mit

Kalksteinmehl am Kraftwerk Wilhelmshafen vor.

Der stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutschen

Kalkindustrie, Dr. Burkhard Naffin, übernimmt die Ehrung der Gewinner

des diesjährigen Arbeitssicherheitswettbewerbs der Branche. Der

mittlerweile seit mehr als 30 Jahren durchgeführte Wettbewerb des BVK

hat eine überaus wichtige Funktion: Er soll die Unternehmen

motivieren, bestmöglich sichere Arbeitsplätze zur Verfügung zu

stellen und er soll die Mitarbeiter zu sicherheitsbewusstem Verhalten

am Arbeitsplatz anhalten.

Die Goldurkunde in diesem Jahr geht an den Vorjahressieger, das

Werk Flandersbach der Lhoist-Gruppe.

Die nächste Jahreshauptversammlung wird vom 13.-14. Juni 2019 in

Leipzig stattfinden.

OTS: Bundesverband der deutschen Kalkindustrie e.V.

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Pressekontakt:

Haben Sie Fragen? Wir stehen gerne zur Verfügung:

Martin Ogilvie - Telefon 0221/934674-12 - eMail:

martin.ogilvie@kalk.de

- Querverweis: Bildmaterial wird über obs versandt und ist

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