20.12.2017 20:55:40

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Börsen-Zeitung: Gelungener Start, Kommentar zur

Sparkassen-Finanzgruppe von Bernd Wittkowski

Frankfurt (ots) - Helmut Schleweis ist nicht zu seinem neuen Amt

an der Spitze des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV)

gekommen. Das Amt ist zu ihm gekommen, als er mit 63 Jahren längst

andere, so sagt er selbst, "durchaus ausgereifte Lebenspläne" hatte.

Aber man kann es sich nicht immer aussuchen. Zumal dann nicht, wenn

man "Der Wunschkandidat" ist, wie die "SparkassenZeitung" Anfang

Dezember titelte.

Schleweis ist seit Ludwig Poullain, der vom Sparkassenlehrling zum

Vorstandsvorsitzenden einer Sparkasse aufstieg, ehe er WestLB-Chef

und DSGV-Präsident (1967 bis 1972) wurde, der erste waschechte

Sparkässler, der es an die Verbandsspitze geschafft hat. Und er ist

der erste überhaupt, der den Chefsessel bei einer Sparkasse auf

direktem Wege gegen den beim Dachverband der HKS-13-roten

Finanzgruppe eintauscht. Schon den Umstand, dass die

Öffentlich-Rechtlichen einen zu ihrer Galionsfigur machen, der die

Folgen einer absurden Geldpolitik der EZB, der ausufernden

Regulierung und des technischen Umbruchs als Praktiker nicht zuletzt

aus dem täglichen Umgang mit leibhaftigen Kunden kennt, kann man als

programmatische Ansage verstehen. Die geradezu demonstrativ

einstimmige Wahl durch die Mitgliederversammlung - so viel Kredit

erhielt nicht jeder Vorgänger - ist ein nach innen wie nach außen

gerichtetes Signal der Geschlossenheit. Und dass die Vertreter von

Regionalverbänden, Landesbanken plus DekaBank sowie Kommunen einen

Parteilosen in das Amt wählen, das jahrzehntelang von CDU/CSU

okkupiert schien, ist mehr als eine Randnotiz.

Schleweis hat noch vor seiner Wahl die richtigen Worte gefunden.

Die "Hoppla, jetzt komm ich"-Attitüde ist ihm fremd. Visionen und

große Ankündigungen hat er seinem Publikum erspart, aber durchaus

erste Duftmarken gesetzt. In puncto Regulierung und

Vergemeinschaftung der Einlagensicherung zeigt er sich hinreichend

kämpferisch. Er schätzt die Macht des DSGV-Präsidenten, der eben kein

Konzern-CEO ist, sondern eher der sprichwörtliche "König ohne Land",

realistisch ein, macht klar, dass er nicht in regionalen Revieren zu

wildern gedenkt - und nimmt dadurch jene, die anders als der DSGV in

der Eigentümerrolle sind, in die Pflicht und die Verantwortung, etwa

beim Thema Kräftebündelung. An Impulsen wird es Schleweis nicht

fehlen lassen, auch was die Digitalisierung oder die Strukturen der

Verbände und die verbesserungsfähige Arbeitsteilung angeht.

Sympathisch nicht zuletzt: Die Arbeit seines Vorgängers Georg

Fahrenschon hat er ausdrücklich gewürdigt. Alles in allem: ein

gelungener Start.

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