26.04.2016 20:56:39
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Börsen-Zeitung: Alternativlos, Kommentar zu Eon von Andreas Heitker
Frankfurt (ots) - Vor knapp 500 Tagen hat Eon-Chef Johannes
Teyssen der Öffentlichkeit seinen spektakulären Plan zur Aufspaltung
des Konzerns in ein Unternehmen der alten und eines der neuen
Energiewelt präsentiert. Dass die Marktanalysen und Prognosen, die
hinter diesem Vorhaben stehen, nicht sehr falsch waren, hat sich in
den vergangenen Monaten mehr als eindrucksvoll gezeigt. Die Krise in
der konventionellen Stromerzeugung nimmt immer dramatischere Ausmaße
an. Mit einem Strombörsenpreis von mittlerweile historisch niedrigen
20 Euro je Megawattstunde ist europaweit nun wirklich kein Kohle-
oder Gasblock mehr profitabel zu fahren.
Das Großkraftwerksgeschäft hat längst nichts mehr mit dem
kleinteiligen und von der Digitalisierung getriebenen Kundengeschäft
zu tun. Auch der Bau und Betrieb von Wind- oder Solarparks findet auf
einem anderen Spielfeld statt - mit anderen Anforderungen und auch
anderen Investoren. Die Aufspaltung der großen integrierten Versorger
erscheint daher heute noch viel mehr als vor 500 Tagen als Losung für
die Zukunft.
Darauf kann auch Eon setzen, wenn in sechs Wochen die letzte große
Hürde im Zuge des Spin-off zu meistern ist: Auf der Hauptversammlung
müssen immerhin drei Viertel der Aktionäre den Plänen zustimmen. Das
scheint erst einmal viel - eine wirkliche Alternative ist aber nicht
in Sicht.
Zu den offenen Fragen gehört, ob Uniper langfristig
überlebensfähig ist. Schon vor 500 Tagen wurde von einer Bad Bank der
Energiewirtschaft gesprochen. Dies wurde von den Beteiligten
natürlich vehement bestritten - der Strompreis hatte damals aber noch
ein ganz anderes Niveau als heute. Die Equity Story, die Uniper nun
erstmals dem Kapitalmarkt vorstellte, war dementsprechend mau.
Allenfalls mit Spar- oder mit Desinvestitionsprogrammen konnte der
Stromerzeuger punkten. Konkrete Ausblicke auf den Markt und die
Ergebnisentwicklung sind aber kaum möglich und fehlten daher im
Werben um Investoren. Im Endeffekt bleibt das Hoffen darauf, dass die
Politik in Berlin oder Brüssel sich auf Kapazitätsmärkte einlässt.
Aber auch bei Eon bleiben offene Fragen, wie es nach der
Abspaltung von der alten Energiewelt weitergeht. In den
Pro-forma-Bilanzen zeigt auch das fokussiertere und grüne
Kerngeschäft von Eon Ertragsschwäche. Netz, Vertrieb, Erneuerbare?
Das will mittlerweile jeder. Der Wettbewerb wird entsprechend hart
werden - auch ohne die Googles und Amazons dieser Welt, die mehr und
mehr auch im Energiemarkt angreifen.
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