16.11.2016 16:33:49
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MÄRKTE USA/Wall Street nach Rekordjagd mit Abschlägen
Von Victor Reklaitis
NEW YORK (Dow Jones)--Nach vier Rekordhochs auf Schlusskursbasis in Folge und sieben Handelstagen nacheinander mit Aufschlägen scheint dem Dow-Jones-Index zur Wochenmitte endgültig die Puste auszugehen. Investoren suchten immer stärker nach Signalen, die zeigten, was von den Versprechungen des designierten US-Präsidenten Donald Trump letztlich realpolitisch übrig bleibe. Im frühen Handel fällt der Dow-Jones-Index um 0,3 Prozent auf 18.869 Punkte, der S&P-500 gibt 0,2 Prozent ab und der Nasdaq-Composite stagniert.
Marktteilnehmer kritisieren das bisherige Vorgehen von Trump. Händler mokieren sich über das Durcheinander im Übergangsteam des designierten US-Präsidenten und sprechen von offenen Machtkämpfen, die Trump offenbar kaum unter Kontrolle habe. Hinter den Kulissen befeuerten Trumps Weggefährten zudem Spekulationen über die Besetzung wichtiger Kabinettsposten. Diese Entwicklung könne die Risikoneigung unter Investoren bremsen, und so auch die Wall Street zurückwerfen, heißt es.
Doch von einem grundsätzlichen Stimmungsumschwung könne keine Rede sein, heißt es im Handel weiter. Zwar bereiteten die protektionistischen Pläne Trumps Sorgen hinsichtlich des globalen Wachstums, gleichzeitig machten seine Vorhaben zu staatlichen Investitionen und Steuersenkungen Mut. "Die Märkte sind aktuell optimistisch bezüglich der geplanten fiskalischen Expansion durch Trump im neuen Jahr, dadurch tritt die protektionistische Politik etwas in den Hintergrund. Dies scheint nachvollziehbar", sagt Analyst Rob Carnell von ING. "Mit einem bullischer werdenden Sentiment wegen eines steigenden Optimismus' hinsichtlich des US-Wachstums unter einem Präsidenten Trump könnte die Wall Street weiter steigen", ergänzt Analyst Lukman Otunuga von FXTM.
Daten deuten nicht unmittelbar auf Zinserhöhung Die Inflation auf Basis der Erzeugerpreise spricht indes nicht unmittelbar für die immer stärker für Dezember eingepreiste Leitzinserhöhung in den USA. Das gilt auch für die Industrieproduktion, die im Oktober statt des vorhergesagten Anstiegs stagnierte. Der Vormonatswert wurde sogar nach unten ins Minus revidiert. Derweil stagnierten im Oktober auch die Erzeugerpreise und bestätigten damit die Annahme anziehender Preise nicht. In der Kernrate sanken die Preise sogar, während auch hier von einer zunehmenden Inflation ausgegangen worden war. Dessen ungeachtet plädiert der Präsident der US-Notenbankfiliale von St. Louis, James Bullard, weiter für eine Anhebung der US-Zinsen im Dezember. Er halte in den nächsten Jahren aber nur eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte für notwendig, eine Position, die von der anderer US-Notenbanker abweicht.
Am US-Rentenmarkt spielen Akteure weiter die Karte Zinserhöhung, denn die Renditen ziehen weiter an auf Stände, wie sie zuletzt Ende 2015 zu beobachten gewesen sind. Doch kommen die Renditen mit den US-Daten von ihren Tageshochs zurück. Zehnjährige US-Titel werfen mit 2,25 Prozent einen Basispunkt mehr als am Vortag ab, als sie bereits den höchsten Stand seit Januar erklommen hatten. Der Ausverkauf am Anleihemarkt währt nun schon den siebten Tag in Folge.
Der Dollar zeigt sich von den Daten relativ unbeeindruckt, der Euro fällt weiter zurück auf 1,0711 Dollar nach Wechselkursen um 1,0724 Dollar am Vorabend und einem Tageshoch bei 1,0760 Dollar. Der Greenback neigt weiterhin zur Stärke und stützt damit das Zinserhöhungsszenario.
Ölpreise kommen vor Lagerdaten etwas zurück Nach der Vortagesrally kommen die Ölpreise etwas zurück. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligt sich um 0,8 Prozent auf 45,45 Dollar je Fass, die global gehandelte Sorte Brent ermäßigt sich um 0,3 Prozent auf 46,82 Dollar. Der US-Branchenverband API hatte am Vorabend einen Lageraufbau für die Vorwoche in den USA ausgewiesen und damit das Signal für fallende Preise geliefert. Im Tagesverlauf stehen die offiziellen Rohölvorratsdaten der US-Regierung auf der Agenda, die dem Ölmarkt den entscheidenden Impuls liefern könnten.
Der Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol, warnt unterdessen, dass eine Förderbegrenzung durch die Opec die Preise vermutlich nur kurz beflügeln dürfte. Denn steigende Preise befeuerten den Ausstoß der Schieferölindustrie i den USA, so dass die Preise dann wieder fallen dürften. Die Entgelte für Erdöl sollten nicht durch Interventionen, sondern durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden, so sein Appell.
Der Goldpreis gibt einen Tick nach und fällt um 0,1 Prozent auf 1.228 Dollar je Feinunze. Dollar-Stärke und Zinsfantasien setzen dem Edelmetall unverändert zu.
Einzelhändler und Banken im Blick Unter den Einzelaktien stehen zwei Einzelhandelswerte im Fokus, deren Kurse sich unterschiedlicher kaum entwickeln könnten. Die Aktie von Lowe's sinkt um 3,5 Prozent. Der Baumarktbetreiber warnte bei Bekanntgabe seiner Drittquartalszahlen, dass das Umsatzwachstum niedriger als bislang veranschlagt ausfallen dürfte. Im Handel verweist man zudem auf die Quartalszahlen unter Markterwartung.
Target schnellen dagegen um 9,0 Prozent empor. Das Unternehmen hat die ernüchternde Prognose vom August gewinnseitig in seinem neuesten Quartalsbericht locker übertroffen dank eines besser als erwartet ausgefallenen flächenbereinigten Umsatzrückgangs von lediglich 0,2 Prozent. Die Marge verbesserte sich parallel.
LinkedIn steigen um 1,2 Prozent. Laut einem Bericht soll Microsoft bei der geplanten Übernahme des Sozialen Netzwerks gegenüber europäischen Regulierungsbehörden zu Konzessionen bereit sein. Microsoft rücken 0,5 Prozent vor.
Der Bankensektor präsentiert sich derweil als schwächster Sektor mit Verlusten von 1,6 Prozent. Im Dow geben JP Morgan und Goldman Sachs 1,7 und 2,3 Prozent ab und bilden die Schlusslichter. Der Gouverneur der Federal Reserve von Minneapolis, Neel Kashkari, hat einen Plan zur Beendigung des Problems vorgelegt, dass bestimmte Banken aufgrund ihrer Systemrelevanz zur Not vom Staat gerettet werden müssen. Kashkari will dieses "Too-big-to-fail"-Problem vor allem durch Eigenkapitalanforderungen von über 20 Prozent der risikogewichteten Aktiva lösen.
=== INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD DJIA 18.863,96 -0,31 -59,10 8,26 S&P-500 2.176,20 -0,19 -4,19 6,47 Nasdaq-Comp. 5.277,11 0,03 1,49 5,39 Nasdaq-100 4.771,56 0,15 7,08 3,88DEVISEN zuletzt +/- % Mi,8.15 Uhr Di, 17.30 Uhr % YTD EUR/USD 1,0709 -0,36% 1,0748 1,0733 -1,4% EUR/JPY 116,9414 -0,32% 117,3134 116,86 -21,5% EUR/CHF 1,0745 +0,08% 1,0737 1,0742 -1,2% EUR/GBP 0,8597 -0,19% 0,8598 1,1566 +16,7% USD/JPY 109,20 +0,08% 109,11 108,87 -7,0% GBP/USD 1,2456 -0,36% 1,2500 1,2413 -15,5%
ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 45,45 45,81 -0,8% -0,36 +3,7% Brent/ICE 46,63 46,95 -0,7% -0,32 +2,5%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.228,52 1.228,70 -0,0% -0,19 +15,8% Silber (Spot) 17,00 17,08 -0,5% -0,08 +23,0% Platin (Spot) 937,95 937,00 +0,1% +0,95 +5,2% Kupfer-Future 2,47 2,51 -1,3% -0,03 +14,8% === Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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November 16, 2016 10:02 ET (15:02 GMT)
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