19.02.2020 15:07:46

MÄRKTE USA/Wall Street leicht im Plus gesehen

NEW YORK (Dow Jones)--Die Wall Street dürfte am Mittwoch gut behauptet in den Handel starten. Damit könnte eine dreitägige Durststrecke zumindest des Dow-Jones-Indexes enden. Anleger konzentrieren sich auf die positiven Schlagzeilen und klammern die negativen aus.

Zu den positiven zählen, dass die chinesische Regierung mit neuen Maßnahmen versucht, die wirtschaftlichen Folgen durch die Coronavirus-Epidemie einzudämmen. So werden etwa Finanzhilfen oder Fusionsprojekte für die großen Fluglinien des Landes in Erwägung gezogen. Das chinesische Industrieministerium will derweil Fabriken mit Technologieunternehmen verbinden, um schwache Glieder in deren Lieferketten zu identifizieren. Auch Steuererleichterungen für mittlere und kleinere Unternehmen soll es geben.

Zur besseren Stimmung trägt zudem bei, dass die offiziellen Fallzahlen bei Neuinfektionen rückläufig sind. Große Sprünge trauen Händler der US-Börse jedoch nicht zu. "Wir befinden uns derzeit in dieser seltsamen Phase, in der wir wegen der Art der Informationen, die aus China kommen, ein wenig in der Warteschleife verharren", sagt Rentenstratege Lyn Graham-Taylor von der Rabobank. Er betont die hohe Unsicherheit über die wirtschaftlichen Folgen und die unterschiedlichen Berichte über die Anzahl der Menschen, die wieder ihrer Arbeit nachgehen. Nach Berechnungen des Datenanbieters Baidu sind derzeit nur rund 42 Prozent der chinesischen Arbeitskräfte wegen Betriebsschließungen im Einsatz. Mit großen Interesse werden Anleger daher das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung und damalige Einschätzungen zu den wirtschaftlichen Virus-Folgen lesen, das im späten Handel veröffentlicht wird. Denn als die Fed Ende Januar tagte, war die Epidemie in China schon am Wüten.

Hohe Inflation belastet Renten und Gold

Am Rentenmarkt fallen die Notierungen, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen steigt um 2 Basispunkte auf 1,58 Prozent. Überraschend deutlich gestiegene Erzeugerpreise im Januar deuten auf steigende Inflationsraten hin und belasten die Rentenkurse. Die Fed könnte mittelfristig zu Zinserhöhungen gezwungen sein, heißt es.

Im Vorfeld des Fed-Protokoll bewegt sich der Dollar kaum, der ICE-Dollarindex stagniert. Das lässt sich über den Goldpreis nicht sagen, denn dieser kratzt am Jahreshoch. Aktuell verteuert sich die Feinunze um 0,1 Prozent auf 1.604 Dollar. Seit Wochen flüchten Anleger in den vermeintlich sicheren Hafen des Edelmetalls, seit Jahresbeginn hat sich die Feinunze um 5,9 Prozent verteuert. Die Sorge vor den negativen Auswirkungen der Virusepidemie in China sei am Goldmarkt klar erkennbar - anders als am Liquiditätsgetriebenen Aktienmarkt, heißt es. Mit den hohen Inflationswerten auf Erzeugerbasis kommt der Goldpreis aber deutlicher von den Tageshochs zurück.

Erdöl teurer

Dank des Rückenwinds der chinesischen Regierung für die Konjunktur in China legen die Ölpreise leicht zu. Europäisches Referenzöl der Sorte Brent verteuert sich pro Fass um 1,5 Prozent auf 58,64 Dollar, US-Leichtöl der Sorte WTI um 1,5 Prozent auf 58,62 Dollar. Gestützt werden die Erdölpreise auch von US-Sanktionen gegen eine Rosneft-Tochter, die sich in Venezuela betätigt haben soll.

Am Aktienmarkt brechen Groupon vorbörslich um 28,5 Prozent ein. Der Rabattvermittler hat schwache Geschäftszahlen vorgelegt. Der Umsatz stürzte im vierten Quartal um 23 Prozent ab, Analysten hatten weniger Dramatisches erwartet. Das Unternehmen kündigte zudem eine Aktienzusammenlegung an.

Blue Apron sacken um 10,5 Prozent ab. Der Kochboxenvertreiber ist mit seinen Viertquartalszahlen unter den Erwartungen geblieben. Das angeschlagene Unternehmen prüft strategische Alternativen und will Kosten senken, unter anderem durch die Schließung von Bereichen.

Dagegen legen Herbalife Nutrition nach Zahlenausweis zu. Nettogewinn und Umsatz wurden gesteigert und der bereinigte Gewinn je Aktie übertraf die Prognosen. Allerdings warnte der Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln und Diätprodukten, dass die Auswirkungen der Corona-Epidemie auf das erste Quartal noch nicht abgeschätzt werden könnten. Die Aktie verteuert sich um 5,2 Prozent.

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US-Anleihen

Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD

2 Jahre 1,43 2,9 1,40 23,0

5 Jahre 1,42 3,0 1,39 -50,3

7 Jahre 1,51 2,4 1,48 -73,9

10 Jahre 1,58 1,9 1,56 -86,6

30 Jahre 2,03 2,1 2,01 -103,6

DEVISEN zuletzt +/- % Mi, 8:14 Di, 17.34 Uhr % YTD

EUR/USD 1,0792 -0,03% 1,0798 1,0815 -3,8%

EUR/JPY 119,53 +0,78% 118,82 118,75 -2,0%

EUR/CHF 1,0617 +0,06% 1,0616 1,0609 -2,2%

EUR/GBP 0,8317 +0,17% 0,8306 0,8306 -1,7%

USD/JPY 110,73 +0,79% 110,05 109,81 +1,8%

GBP/USD 1,2978 -0,17% 1,3001 1,3023 -2,1%

USD/CNH (Offshore) 7,0032 -0,03% 7,0070 7,0029 +0,5%

Bitcoin

BTC/USD 10.124,26 -0,59% 10.067,76 9.892,01 +40,4%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 52,88 52,05 +1,6% 0,83 -13,0%

Brent/ICE 58,68 57,75 +1,6% 0,93 -10,2%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.603,85 1.601,45 +0,1% +2,40 +5,7%

Silber (Spot) 18,29 18,20 +0,5% +0,09 +2,5%

Platin (Spot) 1.003,50 991,80 +1,2% +11,70 +4,0%

Kupfer-Future 2,60 2,60 -0,2% -0,00 -7,0%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/smh

(END) Dow Jones Newswires

February 19, 2020 09:07 ET (14:07 GMT)

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