14.04.2022 15:44:43

MÄRKTE USA/Etwas fester - Zwischen Banken-Zahlen und Musk-Gebot für Twitter

NEW YORK (Dow Jones)--Mit leichten Gewinnen ist die Wall Street am Donnerstag in den letzten Handelstag vor der Osterpause gestartet. Die Blicke richten sich verstärkt auf die beginnende Berichtssaison. Hier stehen vor allem weitere Zahlen aus dem Banken-Sektor im Blickpunkt. Nach den enttäuschenden Quartalszahlen von JPMorgan Chase am Vortag haben vor Börsenbeginn Goldman Sachs, Wells Fargo, Citigroup und Morgan Stanley mit ihren Ergebnissen überzeugt.

Daneben steht die Twitter-Aktie im Fokus, die um 2,5 Prozent auf 46,93 Dollar steigt. Elon Musk will den Kurznachrichtendienst nach seinem kürzlichen Einstieg nun offenbar vollständig übernehmen. Der Tesla-Gründer gab in einer Einreichung bei der US-Börsenaufsicht SEC ein Angebot über 54,20 Dollar pro Aktie bekannt. Twitter würde dadurch mit mehr als 43 Milliarden Dollar bewertet.

Zwischenzeitlich hatte der Kurs vorbörslich um rund 12 Prozent in die Nähe des Gebotspreises angezogen, kam im Anschluss aber wieder zurück. Musk erklärte, sein Vorschlag sei sein bestes und letztes Angebot. Er deutete an, dass er sich auch aus seiner Beteiligung zurückziehen könnte, wenn es zu keiner Einigung käme.

Der Dow-Jones-Index gewinnt kurz nach der Eröffnung 0,7 Prozent auf 34.803 Punkte. Für den S&P-500 und den Nasdaq-Composite geht es um 0,3 bzw. 0,1 Prozent nach oben.

Inflation wird verdrängt

Das Thema Inflation dürfte durch die anlaufende Berichtssaison in den Hintergrund treten. Weiter gibt es nach den Verbraucherpreisen für März die Hoffnung, dass diese ihren Höhepunkt erreicht haben könnte. Auch wenn dies am Vortag durch die Erzeugerpreise nicht untermauert wurde. Zudem dürfte die US-Notenbank an ihrem eingeschlagenen Kurs festhalten, die hohe Inflation durch eine aggressive Straffung der Geldpolitik einzudämmen. Eine Zinserhöhung von 50 Basispunkten auf der Mai-Sitzung wird weithin erwartet.

Vor dem langen Osterwochenende könnte es im weiteren Verlauf zudem zu Positionsglattstellungen kommen. Der nächste Handelstag an der Wall Street ist am Ostermontag. Der Anleihehandel endet am Donnerstag bereits um 20 Uhr MESZ.

Die vorbörslich veröffentlichten US-Konjunkturdaten spielen keine größere Rolle. So blieb der Anstieg der Einzelhandelsumsätze im März leicht unter der Erwartung. Dagegen legten die US-Importpreise im März deutlicher zu als prognostiziert. Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge lag über der Marktschätzung. Nach der Eröffnung folgen noch der Index der Verbraucherstimmung der Uni Michigan für April und die Lagerbestände für Februar.

Banken überzeugen trotz Gewinnrückgang

Überzeugende Quartalszahlen haben die US-Banken vorgelegt. Dabei verzeichneten Wells Fargo, Morgan Stanley, Goldman Sachs und die Citigroup zwar teils deutliche Gewinnrückgänge, lagen aber dennoch über den Erwartungen der Analysten. Während es für die Aktien von Goldman Sachs, Morgan Stanley und Citigroup um bis zu 3,3 Prozent nach oben geht, verlieren Wells Fargo 5,0 Prozent.

Unitedhealth gewinnen 2,4 Prozent. Der US-Krankenversicherer hat im ersten Quartal die Gewinnerwartungen übertroffen und den Jahresausblick erhöht.

EZB lässt Geldpolitik unverändert - Euro fällt unter 1,09 USD

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat das Niveau ihrer Leitzinsen bestätigt und wie erwartet beschlossen, die Monatsvolumen der Nettoanleihekäufe wie geplant bis Juni auf 20 Milliarden Euro zu verringern. Ein Ende der Nettoanleihekäufe im dritten Quartal hält die EZB für wahrscheinlich, ein definitiver Beschluss wurde unter Verweis auf den kriegsbedingt unsicheren Ausblick jedoch nicht getroffen.

Einige Analysten hatten erwartet, dass die EZB als Reaktion auf die hohe Inflation das Enddatum für die Ankäufe von Vermögenswerten vorverlegen und möglicherweise eine frühere Zinserhöhung signalisieren würde. Der Euro rutscht in der Folge wieder deutlicher unter die Marke von 1,09 Dollar auf aktuell 1,0819 Dollar.

Dollar und Ölpreise kommen leicht zurück

Der Dollar-Index zeigt sich wenig verändert, fiel zwischenzeitlich aber auf den tiefsten Stand seit einer Woche. Belastet wird der Greenback von leicht sinkenden Marktzinsen. Die Bewegungen bei den Anleihen deuten darauf hin, dass Marktteilnehmer eine aggressivere Straffung der Geldpolitik durch die Fed "vorerst weit genug" eingepreist hätten, so dass der Spielraum für den Dollar begrenzt sei, seinen jüngsten Anstieg auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren fortzusetzen, sagt MUFG-Devisenanalyst Lee Hardman.

Die Ölpreise geben einen Teil ihrer Vortagesgewinne wieder ab. Mit etwas Verzögerung belaste der überraschend starke Anstieg der US-Ölvorräte, heißt es. Die Internationale Energieagentur hat zudem am Vortag erklärt, dass die Nachfrage in diesem Jahr wegen der Lockdowns in China schwächer ausfallen wird, während die zusätzlichen Mengen aus den strategischen Reserven der USA und ihrer Verbündeten dazu beitragen dürften, den Verlust russischer Fördermengen auszugleichen.

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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

DJIA 34.803,16 +0,7% 238,57 -4,2%

S&P-500 4.460,46 +0,3% 13,87 -6,4%

Nasdaq-Comp. 13.660,35 +0,1% 16,77 -12,7%

Nasdaq-100 14.232,81 +0,1% 15,52 -12,8%

US-Anleihen

Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD

2 Jahre 2,41 +6,3 2,35 168,1

5 Jahre 2,69 +4,5 2,65 143,3

7 Jahre 2,74 +3,3 2,71 130,4

10 Jahre 2,73 +3,6 2,70 122,2

30 Jahre 2,84 +2,8 2,81 94,0

DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:35 Uhr Mi 17:15 Uhr % YTD

EUR/USD 1,0819 -0,7% 1,0917 1,0854 -4,9%

EUR/JPY 135,96 -0,7% 136,90 136,43 +3,9%

EUR/CHF 1,0166 -0,1% 1,0185 1,0144 -2,0%

EUR/GBP 0,8272 -0,4% 0,8310 0,8322 -1,6%

USD/JPY 125,68 -0,0% 125,40 125,69 +9,2%

GBP/USD 1,3079 -0,3% 1,3139 1,3041 -3,3%

USD/CNH (Offshore) 6,3897 +0,2% 6,3749 6,3804 +0,6%

Bitcoin

BTC/USD 41.291,10 +0,2% 41.215,90 40.914,25 -10,7%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 103,20 104,25 -1,0% -1,05 +39,6%

Brent/ICE 107,42 108,78 -1,3% -1,36 +40,3%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.973,77 1.977,78 -0,2% -4,01 +7,9%

Silber (Spot) 25,50 25,74 -0,9% -0,24 +9,4%

Platin (Spot) 981,32 989,90 -0,9% -8,58 +1,1%

Kupfer-Future 4,71 4,72 -0,3% -0,02 +5,7%

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/cln

(END) Dow Jones Newswires

April 14, 2022 09:45 ET (13:45 GMT)

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