19.04.2016 15:41:47

MÄRKTE USA/Dow könnte deutlicher über die 18.000-Marke steigen

   Von Florian Faust

   NEW YORK (Dow Jones)--Nachdem der Dow-Jones-Index am Vortag erstmals seit Juli 2015 über der Marke von 18.000 Punkten geschlossen hat, sehen Marktbeobachter am Dienstag weiter Luft nach oben. Vor allem die sich stabilisierenden Ölpreise werden als Marktstütze genannt. Denn nach dem Scheitern des Doha-Treffens über ein Einfrieren der Ölförderquoten durch wichtige Förderstaaten am Wochenende hatten nicht wenige Analysten eine erneute Talfahrt der Ölpreise vorausgesagt. Diese stellte sich zwar zunächst ein, doch erholten sich die Ölpreise bereits zum Wochenauftakt recht zügig. Steigende Ölpreise stützen den Aktienterminmarkt, der einen etwas festeren Handelsbeginn am Kassamarkt signalisiert.

Ölpreise ziehen an "Die Stabilität der Ölpreise verstärkt die Haltung unter Händlern, die einen starken Appetit für risikoreiche Vermögenswerte entwickeln", sagt Chefmarkthändler Naeem Aslam von AvaTrade. Mit dem Streik in der kuwaitischen Ölindustrie als einzigen Grund für die Ölpreisresistenz gegen das nach Doha manifestierte Überangebot tun sich Ölhändler schwer, zumal Kuwait die Produktion schon bald wieder auf Normalmaß hochfahren will.

   Bjarne Schieldrop von SEB Markets verweist zudem auf ein kurzfristig verknapptes Angebot - ausgelöst durch Wartungsarbeiten an Förderanlagen in der Nordsee sowie Lieferausfällen im Irak, Nigeria, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait. Doch an der mittelfristig überversorgten Lage habe sich wenig verändert. Daher seien die aktuellen Ölpreise mit Vorsicht zu genießen. US-Leichtöl der Sorte WTI verteuert sich um 0,9 Prozent auf 40,12 US-Dollar, Nordseeöl der Sorte Brent um 1,5 Prozent auf 43,57 Dollar.

   Wenig Einfluss auf das Geschehen am Aktienterminmarkt zeigen die Baudaten. Die US-Baubeginne sind im März wider Erwarten eingebrochen. Ökonomen hatten eine Stagnation prognostiziert. Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen ist im März ebenfalls deutlich gesunken.

Goldman Sachs unter Druck Anleger schauen darüber hinaus vor allem auf den Geschäftsausweis der Großbank Goldman Sachs. Wettbewerber hatten in jüngster Zeit durchaus positiv zu überraschen gewusst. Dies trifft bei Goldman Sachs auch auf die Gewinnentwicklung zu, die Einnahmen blieben dagegen hinter den Erwartungen zurück. "Die Zahlen sind schlecht, wenn auch auf der Gewinnseite nicht ganz so schlecht wie befürchtet", sagt ein Händler. Der Markt habe sich darauf aber wegen des schwachen Umfelds für das Investmentbanking im ersten Quartal eingestellt. Der Kurs sinkt vorbörslich um 1,1 Prozent.

   Gold zieht mit den schwachen Baudaten weiter an. Der Preis für die Feinunze zieht auf 1.249 Dollar nach Kursen um 1.233 Dollar am Vortag an. Händler verweisen aber zudem auf die Auswirkungen der schweren Erdbeben in Japan und Ekuador, die die Nachfrage nach der vermeintlichen Sicherheit des Edelsmetalls befeuere. Auch Silber ist gefragt. Das Metall verteuert sich auf das höchste Niveau seit über zehn Monaten. Vor allem Hedgefonds hätten ihre Positionen aufgestockt, heißt es. Händler sprechen von Rekordniveaus bei Long-Positionen - also Wetten auf steigende Kurse.

   Am Anleihemarkt profitieren die Kurse dagegen nicht von den Baudaten. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen steigt um einen Basispunkt auf 1,78 Prozent, die Notierungen sinken entsprechend. Analysten zeigten sich dennoch zuversichtlich, dass die Renditen vorerst nicht deutlich steigen werden. Niedrige Inflationserwartungen und ein eher mäßiges Wirtschaftswachstum dürften das verhindern.

   Der Dollar neigt am Devisenmarkt mit den Baudaten zur Schwäche. Der Euro steigt auf 1,1356 Dollar nach Wechselkursen um 1,13 Dollar im Tagestief. Devisenhändler sprechen von einem Auspreisen von Zinserhöhungsfantasien in den USA angesichts der schwachen Bautätigkeit.

Geschäftsberichte bei Aktien im Fokus Unter den Einzelaktien verlieren Philip Morris vorbörslich 2,1 Prozent. Der Tabakkonzern zeigte sich jedoch ungeachtet eines schlechter als erwartet verlaufenen Erstquartals fürs Gesamtjahr 2016 optimistischer. Der US-Pharma- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson hat nach einem besser als erwartet ausgefallenen ersten Quartal seine Gewinnerwartungen 2016 erhöht. Die Titel gewinnen 0,2 Prozent. Die Quartalsausweise von IBM, Netflix und Rambus liefern durch die Bank Enttäuschungen. IBM verlieren 3,9 Prozent. Der Gewinn im ersten Quartal sank zwar um 13 Prozent, damit schnitt das Unternehmen aber immer noch besser ab, als von Analysten erwartet.

   Für den Anbieter von Streaminginhalten Netflix geht es um 9,0 Prozent südwärts. Während der Gewinn im ersten Quartal die Erwartungen über- und der Umsatz die Erwartungen traf, enttäuschte Netflix mit seiner Prognose für das Kundenwachstum im zweiten Quartal. Rambus rutschen sogar um 12 Prozent ab. Der Chiphersteller hat auf ganzer Linie enttäuscht, sowohl beim Gewinn und Umsatz im ersten Quartal wie auch mit seinem Umsatzausblick.

   Der US-Krankenversicherungskonzern Unitedhealth hat wegen einer veränderten Schätzung bei der Einkommensteuer und Abschreibungen seine Jahresprognose hochgeschraubt. Das erste Quartal verlief bei Unitedhealth besser als erwartet. Vorbörslich zweigt sich das Papier bislang inaktiv.

=== DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8.37 Mo, 18.04 Uhr % YTD EUR/USD 1,1352 +0,17% 1,1333 1,1322 +4,5% EUR/JPY 124,03 +0,46% 123,45 123,27 -2,7% EUR/CHF 1,0918 +0,13% 1,0904 1,0909 +0,4% GBP/EUR 1,2668 +0,17% 1,2647 1,2608 -6,7% USD/JPY 109,25 +0,29% 108,93 108,88 -7,0% GBP/USD 1,4376 +0,29% 1,4334 1,4275 -2,5% === Kontakt zum Autor: florian.faust@wsj.com

   DJG/DJN/flf/apo

   (END) Dow Jones Newswires

   April 19, 2016 09:11 ET (13:11 GMT)

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Goldman Sachs 603,70 -5,89% Goldman Sachs
IBM Corp. (International Business Machines) 251,25 -0,73% IBM Corp. (International Business Machines)
Johnson & Johnson Cert.Deposito Arg.Repr. 0.2 Shs 12 750,00 1,80% Johnson & Johnson Cert.Deposito Arg.Repr. 0.2 Shs
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