06.11.2013 18:49:35
|
MÄRKTE EUROPA/Wachstum und viel Liquidität treiben Börsen an
Von Benjamin Krieger
Die Botschaft der Börsianer an die Europäische Zentralbank war am Mittwoch klar: "Locker bleiben!". Einen Tag vor der Sitzung der EZB setzten Anleger darauf, dass die Euro-Notenbank die Zinsen niedrig belässt oder gar noch einmal senkt und auch in Zukunft für üppige Liquidität sorgt. Das trieb die Kurse nach oben, der Dax legte um 0,4 Prozent auf 9.041 Punkte zu. Zuvor war er nur um 5 Punkte an einem neuen Rekordhoch gescheitert. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,7 Prozent auf 3.056 Zähler.
Noch stärker als beim DAX ging es an den anderen europäischen Börsen aufwärts. Die Handelsplätze Amsterdam, Helsinki und Brüssel meldeten neue mehrjährige Höchststände. Rückenwind erhielten Aktien auch von der Konjunktur. In Deutschland und Frankreich, den beiden größten Volkswirtschaften der Eurozone, übertrafen Umfragen unter Einkäufern im Service-Gewerbe im Oktober die Prognosen. Diese Umfragen gelten als guter Frühindikator für die Nachfrage der Unternehmen in den kommenden Monaten.
"Es bleibt die Hoffnung, dass eine Kombination aus wachsender Zuversicht, einer sehr lockeren Geldpolitik, sehr niedriger Inflation und einer vorsichtigen Straffung der Notenbank-Liquidität eine allmähliche Erholung herbeiführt", sagte Howard Archer, Chefvolkswirt von IHS. Motor der Erholung bleibt Deutschland. Hierzulande ist der Auftragseingang im September um 3,3 Prozent gestiegen im Vergleich zum August und damit acht Mal so stark wie erwartet.
Am Donnerstag entscheidet die Europäische Zentralbank über das Zinsniveau und die Liquidität, die sie dem Bankensystem künftig zur Verfügung stellt. "Die Spekulationen nehmen zu, dass die EZB angesichts einer nachlassenden Inflation die Geldpolitik recht rasch nochmals lockern dürfte", sagte Anita Paluch von der Hamburger Varengold Bank.
Annalisa Piazza von Newedge rechnet am Donnerstag zwar noch nicht mit Änderungen der EZB-Politik. "Unserer Ansicht nach steigt jedoch das Risiko, dass die EZB auf der Sitzung im Dezember den Hauptrefinanzierungszins um 25 Basispunkte senkt", sagte die Volkswirtin. Derzeit liegt der wichtigste Zinssatz der EZB bei 0,50 Prozent.
Während Aktien zulegten, gaben Bundesanleihen nach. Der Euro sendete neue Lebenszeichen. Im Verlauf des Tages kletterte die Gemeinschaftswährung zum US-Dollar um fast einen US-Cent bis auf 1,3548. Im späten europäischen Handel wurde sie mit 1,3530 Dollar bezahlt. Auch zum Yen, Pfund Sterling und Schweizer Franken wertete der Euro auf. Händler begründeten die Euro-Stärke in erster Linie mit der freundlichen Tendenz an den Aktienmärkten. "Vor der EZB-Sitzung fließt Geld in Euro-Assets, vor allem in Aktien", sagte ein Devisenhändler.
Am deutschen Aktienmarkt waren die Papiere von K+S mit einem Verlust von 3,7 Prozent größter Kursverlierer. Die Ratingagentur Moody's hat die Bonität des Düngemittelherstellers gesenkt. Damit dürften sich die Kosten der Refinanzierung des Unternehmens erhöhen.
Zahlreiche positive Analystenkommentare zur BMW-Aktie nach guten Quartalszahlen am Dienstag ließen BMW um 1,2 Prozent zulegen. Die Citigroup, Societe Generale, UBS und M.M. Warburg erhöhten die Kursziele für BMW.
Nach guten Quartalszahlen der niederländischen Finanzgruppe ING verteuerten sich deren Aktien um 3,5 Prozent. Credit Suisse und UBS zogen um 3,7 bzw. 1,4 Prozent an. Hier sprachen Händler von einer Erholung nach der Kursschwäche der vergangenen Tage.
In Paris profitierten die Aktien des Siemens-Konkurrenten Alstom von starken Auftragseingängen des Unternehmens. Der Kurs zog um 5,8 Prozent an. Auf den Kauflisten standen zudem mit Alcatel-Lucent und Ericsson erneut die Aktien der Telekomausrüster.
Eine wahre Zahlenflut gab es von deutschen Nebenwerten. Die Papiere des Automobilzulieferers Dürr fielen um 5 Prozent. Hier nahmen Anleger trotz guter Ergebnisse Kursgewinne mit. Die Aktie ist seit Ende Juni um mehr als 50 Prozent gestiegen. Der Kurs der Axel-Springer-Aktie verteuerte sich nach guten Quartalszahlen um 2 Prozent.
.=== . Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn Europa Euro-Stoxx-50 3.056,40 20,48 +0,7% 16,0 . Stoxx-50 2.883,92 8,57 +0,3% 11,9 . Stoxx-600 323,26 1,37 +0,4% 15,6 Frankfurt XETRA-DAX 9.040,87 31,76 +0,4% 18,8 London FTSE-100 6.741,69 -5,15 -0,1% 14,3 Paris CAC-40 4.286,93 33,59 +0,8% 17,7 Amsterdam AEX 393,97 2,72 +0,7% 15,0 Athen ATHEX-20 384,42 6,71 +1,8% 24,1 Brüssel BEL-20 2.932,46 36,72 +1,3% 18,4 Budapest BUX 19.217,65 36,32 +0,2% 5,7 Helsinki OMXH-25 2.813,36 30,72 +1,1% 27,3 Istanbul ISE NAT. 30 92.269,56 1602,98 +1,8% -5,6 Kopenhagen OMXC-20 587,47 10,16 +1,8% 18,4 Lissabon PSI 20 6.321,51 88,21 +1,4% 13,3 Madrid IBEX-35 9.837,10 41,40 +0,4% 20,4 Mailand FTSE-MIB 19.262,51 170,58 +0,9% 18,4 Moskau RTS 1.458,93 -1,30 -0,1% -4,5 Oslo OBX 499,03 7,95 +1,6% 21,6 Prag PX 1.028,19 15,18 +1,5% -1,0 Stockholm OMXS-30 1.283,48 9,40 +0,7% 16,2 Warschau WIG-20 2.546,67 25,26 +1,0% -1,6 Wien ATX 2.665,66 22,99 +0,9% 11,0 Zürich SMI 8.224,58 75,27 +0,9% 20,6
DEVISEN zuletzt '+/- % Mi, 8.35 Uhr Di, 17.45 Uhr EUR/USD 1,3524 0,16% 1,3502 1,3474 EUR/JPY 133,4174 0,19% 133,1671 132,8341 EUR/CHF 1,2327 0,16% 1,2308 1,2293 USD/JPY 98,6320 0,01% 98,6240 98,5850 GBP/USD 1,6076 0,04% 1,6070 1,6047 .=== Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@wsj.com
DJG/bek/cln
- 0 -
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones NewswiresNovember 06, 2013 12:17 ET (17:17 GMT)
Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 17 PM EST 11-06-13

Wenn Sie mehr über das Thema Aktien erfahren wollen, finden Sie in unserem Ratgeber viele interessante Artikel dazu!
Jetzt informieren!
Nachrichten zu UBS AG (N)mehr Nachrichten
Analysen zu UBS AG (N)mehr Analysen
Aktien in diesem Artikel
Alstom S.A. | 20,75 | 4,64% |
|
BMW AG | 85,42 | -0,47% |
|
Credit Suisse GroupShs Sponsored American Deposit.Receipts Repr. 1 Sh | 0,80 | 1,02% |
|
Dürr AG | 25,24 | 1,37% |
|
ING Group NV (spons. ADRs) | 16,60 | 1,22% |
|
K+S AG (spons. ADRs) | 6,45 | -2,27% |
|
Telefon AB L.M.Ericsson (A) | 7,94 | 2,19% |
|
Indizes in diesem Artikel
ATX | 4 229,96 | 2,96% |