15.04.2015 08:51:49
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MÄRKTE EUROPA/Börsen mit leichter Erholung zum Start erwartet
Von Thomas Leppert
FRANKFURT (Dow Jones)--Die Börsen in Europa werden zum Handelsstart leicht im Plus erwartet. Impulse sind dabei zur Wochenmitte reichlich vorhanden. Schwache Wachstumsdaten aus China und die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB). Zudem haben sich Nokia und Alcatel-Lucent auf einen Zusammenschluss geeinigt und der Start in die Berichtssaison sieht vielversprechend aus. Am Morgen wird der Dax 20 Punkte fester bei 12.258 Punkten erwartet. Für den Euro-Stoxx-50 dürfte es ebenfalls leicht nach oben gehen.
An der Börse wird mehrheitlich mit einer Beibehaltung der Geldpolitik der EZB gerechnet. Denn die Notenbank dürfte mit dem Start ihres groß angelegten Staatsanleihekaufprogramms (QE) zufrieden sein: Die Ankäufe liefen im ersten Monat problemlos, Frühindikatoren des Wirtschaftswachstums überraschten überwiegend positiv und die Inflationserwartungen scheinen sich zumindest stabilisiert zu haben. Beobachter sehen daher keinen Grund, warum Präsident Mario Draghi nach der Ratssitzung am Mittag eine andere Parole als "Weiter so!" ausgeben sollte.
Während im Euroraum die Wirtschaft langsam an Fahrt aufnimmt, kühlt die chinesische Konjunktur weiter ab. Das Wachstum betrug im ersten Vierteljahr nur noch 7 Prozent, das war der schwächste Quartalswert seit 2009. Das verstärkt den Druck auf die Verantwortlichen in Peking, die Fiskal- und Geldpolitk weiter zu lockern. Mit der Wachstumsrate - der zweitniedrigsten seit 2001 - ist Peking zwar erst einmal auf dem Weg, das Wachstumsziel auf Jahressicht von 7 Prozent zu erreichen. Die Industrieproduktion und die Einzelhandelsumsätze sind zuletzt aber deutlich langsamer gewachsen als erwartet, eine weiterer Rückgang in der Wirtschaftsleistung könnte drohen.
Nokia und Alcatel-Lucent bestimmen auch zur Wochenmitte die Schlagzeilen im Unternehmensbereich. Nicht einmal 24 Stunden nach Bekanntgabe der Übernahme-Verhandlungen haben sich die Konzerne auf einen Zusammenschluss geeinigt. Nokia wird den Aktionären des französischen Netzwerkausrüsters ein Übernahmeangebot unterbreiten, das Alcatel-Lucent mit 15,6 Milliarden Euro bewertet. Mit einem Deal entsteht ein neuer Marktführer im Bereich der Telekom-Ausrüstung. Wie Nokia und Alcatel-Lucent mitteilten, bezahlen die Finnen für jede Alcatel-Aktie 0,55 neue Nokia-Papiere. Der Preis entspricht einer Prämie für die Aktionäre von 28 Prozent.
Auch die noch junge Berichtssaison sendet erfreuliche Signale. Besser als erwartet sind die Zahlen der niederländischen ASML ausgefallen, heißt es in einer ersten Einschätzung im Handel. "Gerade nach den guten Intel-Zahlen könnte dies das Sentiment für die ganze Branche weiter treiben", sagt ein Händler. Technologie-Werte in Europa sollten daher insgesamt profitieren. Wie bei Intel fiel auch bei ASML die Marge höher als erwartet aus. Die Intel-Aktie legte nach der Schlussglocke in den USA um über 3 Prozent zu. Auch ASML sollten deutlicher anziehen.
Der Sektor der europäischen Öl- und Gaswerte wird zur Wochenmitte ebenfalls im Plus erwartet. Teilnehmer verweisen darauf, dass die Förderung aus der US-Ölschieferproduktion nun bald zurückgehen dürfte. Im Mai könnte sie laut der US-Energiebehörde um 57.000 Barrel pro Tag fallen. Zugleich nehmen auch die Spekulationen zu, dass die OPEC entgegen bisheriger Erwartungen doch die Produktion kürzen könnte. Die Ölpreise legen am Morgen zunächst weiter zu, das Barrel der Nordsee-Sorte Brent kostet knapp 59 Dollar.
Leicht positiv für Drillisch werten Händler den Kauf des Mobilfunk-Vermittlers The Phone House. Der Distributor bringe einen Umsatz von rund 350 Millionen Euro jährlich ein und habe zuletzt rund 1 Million Kunden pro Jahr angeworben. "Gut ist vor allem, dass Drillisch den Kaufpreis in eigenen Aktien und mit künftigen CashFlow von Phone House bezahlen ", sagt ein Händler. Damit werde das Thema "Aktien als Akquisitionswährung" angesichts der hohen Kursniveaus sinnvoll umgesetzt.
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