22.08.2014 10:35:32

MÄRKTE EUROPA/Anleger werden vor Notenbanker-Treffen vorsichtig

   Von Michael Denzin

   Vorsicht und Zurückhaltung bestimmen das Geschäft an Europas Börsen zum Handelsstart am Freitag. Grund ist das mit Spannung erwartete jährliche Treffen wichtiger Notenbanker in Jackson Hole. Auch für Anleihen und die Kurse am Devisenmarkt zeichnen sich keine klare Tendenzen ab. Eher im Hintergrund stehen einstweilen geopolitische Krisenherde wie die Ukraine. Der Dax liegt knapp im Plus bei 9.407 Punkten, der Euro-Stoxx-50 bewegt sich mit 3.124 Zählern ebenso kaum vom Fleck.

   Der Blick auf die Notenbanken dominiert auch deswegen, weil kursbewegende Nachrichten Mangelware sind. Vor allem die Rede von US-Notenbank-Chefin Janet Yellen steht im Fokus. Hier warten Anleger begierig auf präzise Ansagen, wann die US-Zinsen erhöht werden. Die Veranstaltung in Jackson Hole wurde in der Vergangenheit schon das ein oder andere Mal dazu genutzt, geldpolitische Kursänderungen einzuleiten. Im Anschluss redet zudem EZB-Präsident Mario Draghi. Was er zu sagen hat, könnte wegweisend für den Euro sein.

   "Ich denke, dass die Märkte gestern schon einiges vorweggenommen und auf zurückhaltende Aussagen Yellens gesetzt haben", sagt ein Händler angesichts der Kursgewinne vom Donnerstag. Im Protokoll der jüngsten Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank sei zwar ein etwas aggressiverer Ton angeschlagen worden, gleichzeitig habe das Protokoll aber auch die Unterauslastung am Arbeitsmarkt hervorgehoben, schlägt Michael Carey von der Credit Agricole in die gleiche Kerbe: "Wir denken, dass Janet Yellen nach wie vor diese Sichtweise betont und rechnen nicht mit falkenhaften Überraschungen".

   Der Euro setzt seine Erholung seit dem neuen Jahrestief vom Vortag fort und ist nur knapp unter der 1,33-Dollar-Marke gescheitert. Aktuell kostet er 1,3284. Händler halten dies jedoch nur für eine temporäre Korrekturbewegung und rechnen damit, dass die Talfahrt weitergehen wird. Dafür spreche die Perspektive steigender Zinsen in den USA und fallender in Europa.

   Am Aktienmarkt sind Bankenaktien gesucht. Der Sektor steht mit 0,8 Prozent Aufschlag an der Spitze bei den Branchen. Commerzbank steigen um 1,9, Societe Generale um 1,8 und Deutsche Bank um 1,6 Prozent. Alcatel-Lucent legen 2,4 Prozent zu, nachdem Netzwerkausrüster auch in den USA gesucht waren. Die Aktien der London Stock Exchange geben um 1,1 Prozent nach, gedrückt von Plänen über eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Übernahme der Vermögensverwalters Frank Russell Co.

   Deutsche Telekom geben um 0,3 Prozent nach, nach Berichten über den Beginn eines Preiskriegs in den USA. Nach der abgeblasenen Übernahme von T-Mobile US durch Sprint versuchen sich beide Wettbewerber nun Kunden abzujagen. "Preiskämpfe drücken immer die Margen und sind für keinen der Beteiligten gut", sagt ein Händler.

   Favorit im MDAX mit 2,6 Prozent Plus sind Hugo Boss nach einer Hochstufung auf "Hold" durch die Deutsche Bank. Fielmann-Aktionäre sollten beim Blick auf die Kursdaten keinen Schreck bekommen: Der Aktienkurs hat sich heute halbiert, da bei dem Brillenhändler ein Aktiensplit im Verhältnis 1:2 wirksam wird. Bereinigt gewinnt die Aktie 1 Prozent auf 49,20 Euro.

DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Do, 17.23 Uhr EUR/USD 1,3289 +0,0% 1,3283 1,3282 EUR/JPY 137,88 -0,0% 137,92 137,87 EUR/CHF 1,2104 -0,0% 1,2106 1,2107 USD/JPY 103,77 -0,1% 103,83 103,81 GBP/USD 1,6589 +0,1% 1,6579 1,6590 Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

   DJG/mod/gos

   (END) Dow Jones Newswires

   August 22, 2014 04:05 ET (08:05 GMT)

   Copyright (c) 2014 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 05 AM EDT 08-22-14

Analysen zu Deutsche Telekom AG (Spons. ADRS)mehr Analysen

Eintrag hinzufügen
Hinweis: Sie möchten dieses Wertpapier günstig handeln? Sparen Sie sich unnötige Gebühren! Bei finanzen.net Brokerage handeln Sie Ihre Wertpapiere für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade? Hier informieren!
Es ist ein Fehler aufgetreten!

Aktien in diesem Artikel

Commerzbank 20,42 -0,10% Commerzbank
Crédit Agricole S.A. (Credit Agricole) 15,86 0,83% Crédit Agricole S.A. (Credit Agricole)
Deutsche Bank AG 20,64 1,55% Deutsche Bank AG
Deutsche Telekom AG (Spons. ADRS) 33,60 -2,33% Deutsche Telekom AG (Spons. ADRS)
London Stock Exchange (LSE) 133,00 0,00% London Stock Exchange (LSE)
Societe Generale (spons. ADRs) 7,60 0,66% Societe Generale  (spons. ADRs)