20.08.2015 08:33:48
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MÄRKTE EUROPA/Abwärtrisiken überwiegen - China belastet weiter
Von Manuel Priego Thimmel
FRANKFURT (Dow Jones)--Weiter nachgebende Kurse in Asien sprechen für leichten Abgabedruck an Europas Börsen am Donnerstag zur Eröffnung. "Die Stimmung ist definitiv angeschlagen", sagt ein Teilnehmer. Neben den andauernden Unsicherheiten rund um China werden auch die Fragezeichen bezüglich der Geldpolitik der US-Notenbank größer. Das am Mittwochabend veröffentlichte Fed-Protokoll wurde an den Finanzmärkten als "taubenhaft" interpretiert.
Eine länger akkommodierende Geldpolitik der US-Notenbank ist zwar grundsätzlich positiv für die Finanzmärkte. Allerdings sind die Ursachen für eine mögliche Verzögerung - eine chinesische Wachstumsschwäche und daraus resultierende einbrechende Rohstoffpreise - kein Kaufargument für Aktien. Der Dax wird zur Eröffnung bei 10.657 Punkten indiziert nach einem Schluss von 10.682. Für den Euro-Stoxx-50 zeichnet sich ein Start bei 3.424 ab nach 3.430.
Der Euro reagierte mit Aufschlägen von fast 1 Cent gegen den Dollar. Am Morgen geht die Einheitswährung bei 1,1130 um. Die Fed unterstrich die Gefahr, die von der schwachen chinesischen Wirtschaft für die US-Konjunktur ausgehe. Damit wird ein erster Zinsschritt, der von den meisten Analysten im September erwartet wird, immer ungewisser. Laut IG wird an den Märkten ein solcher nur noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 38 Prozent nach 48 vor dem Protokoll eingepreist.
Die Societe Generale erwartet zwar weiter einen Zinsschritt im September, räumt aber ein, das dieser unsicherer geworden sei. Eine Verschiebung ins nächste Jahr schließen die Analysten aus - dafür seien die US-Wachstumsaussichten zu gut. Blieben als Alternative eine Zinserhöhung im Oktober bzw Dezember. Im Oktober finde aber keine Pressekonferenz statt, und der Dezember erscheine ebenfalls ungünstig wegen einer möglichen Wachstumsverlangsamung im ersten Quartal.
Aus den Ahold-Geschäftszahlen lässt sich zunächst keine einheitliche Tendenz herauslesen. Zwar sähen Umsatz- und Gewinnziffern für das zweite Quartal gut aus, aber die regionale Entwicklung sei sehr unterschiedlich, heißt es in einer ersten Einschätzung aus dem Handel. So habe vor allem ein starkes Geschäft in den Niederlanden zur guten Entwicklung beigetragen. Weniger gut lief es in den USA.
Da aber in beiden Kernmärkten von Ahold der Marktanteil habe gesteigert werden können, dürfte der Markt dies verkraften, sagt ein Händler. Im Fokus stehe ohnehin nach wie vor die geplante Fusion mit Delhaize. Hierzu habe es keine Aussagen von Ahold gegeben, was für etwas Unsicherheit sorgen könnte.
Positiv überrascht reagiert der Handel auf die leicht erhöhte Prognose von Sixt. "Nach den Zahlen von Sixt Leasing gestern hatte man nicht unbedingt mit einer Prognoseerhöhung gerechnet", sagt ein Händler. Die Leasing-Tochter von Sixt hatte am Vortag Zahlen vermeldet und vor allem mit einem Rückgang der EBIT-Marge für Fragezeichen gesorgt. Sixt geht von einem "signifikanten" nach einem "leichten" Anstieg der Umsätze aus. Auch der Vorsteuergewinn soll höher ausfallen.
DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Mi, 18.35 Uhr EUR/USD 1,1130 +0,1% 1,1122 1,1068 EUR/JPY 138,00 +0,1% 137,82 137,28 EUR/CHF 1,0759 +0,2% 1,0736 1,0723 USD/JPY 123,98 +0,1% 123,90 124,05 GBP/USD 1,5682 -0,0% 1,5682 1,5651 Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com
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