24.11.2008 18:57:00
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Kirchner zum Transnet-Chef gewählt - Streit um Hansen soll vom Tisch
Transnet brauche sich nicht zu verstecken und müsse nun nach vorne schauen, sagte Kirchner vor seiner Wahl, bei der er keinen Gegenkandidaten hatte. Er sicherte zu, der neue Vorstand wolle nicht abgehoben von den Mitgliedern agieren. In der Aussprache hatten zuvor zahlreiche Delegierte deutliche Kritik am Kurs des langjährigen Vorsitzenden Hansen geübt, der den geplanten Börsengang der Bahn im Grundsatz mitgetragen hatte. Ein Gewerkschafter aus Halle beklagte, dies habe zu Mitgliederschwund und mangelnder Kampfkraft geführt. Andere Redner sprachen von Verrat und forderten, "nicht länger gemeinsam mit Mehdorn an die Börse zu gehen".
Der scheidende Vorsitzende Krauß warnte vor einem direkten Verkauf von Bahn-Anteilen an Großinvestoren. Volksvermögen dürfe nicht an russische, saudische oder chinesische Staatsfonds verscherbelt werden. "Das werden wir nicht mitmachen."
Die Teilprivatisierung der Bahn-Transporttochter DB Mobility Logistics war im Oktober wegen der Finanzmarktkrise auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Krauß hatte erst wenige Tage vor dem Gewerkschaftstag seinen Rückzug erklärt. Er war in die Kritik geraten, nachdem er umstrittenen Bonuszahlungen an den Bahn-Vorstand für den Fall des Börsengangs als Aufsichtsrat zunächst zugestimmt hatte.
Transnet ist mit rund 240.000 Mitglieder die größte der drei Bahngewerkschaften. Sie kooperiert mit der Verkehrsgewerkschaft GDBA, daneben gibt es die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)./sam/DP/wiz
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