14.04.2016 12:33:51

Institute halten Griechen-Schuldenschnitt weiter für unabdingbar

   Von Andreas Kißler

   BERLIN (Dow Jones)--Die Ökonomen der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen auf längere Sicht in jedem Fall mit einem Schuldenschnitt für Griechenland.

   "Die Institute haben 2012 schon erklärt, ein Schuldenschnitt ist auf lange Sicht unvermeidbar", sagte der Chefvolkswirt des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Oliver Holtemöller. Damals seien die Forscher aufgrund einer Tragfähigkeitsanalyse zu dem Ergebnis gekommen. "An dieser Einschätzung hat sich heute nichts geändert", betonte Holtemöller. "Wenn wir heute wieder eine Tragfähigkeitsanalyse machen würden, würden wir wieder zu dem Ergebnis kommen, dass ein Schuldenschnitt unabdingbar sein wird."

   Der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Ferdinand Fichtner, meinte, es sei egal, wann es zu dem Schnitt oder Maßnahmen komme, die auf einen solchen praktisch hinausliefen, wie etwa eine "Verlängerung der Laufzeiten in die Unendlichkeit" oder ähnliches. "Er wird irgendwann stattfinden müssen", betonte der Ökonom aber. "Die griechische Regierung wird die Schulden nicht zurückbezahlen können." Die Stabilitätseffekte einer solchen Maßnahme hielt er für gering, und er sah "deswegen noch lange keine neue Eurokrise".

   Griechenland habe "faktisch schon eine ganze Reihe von Schuldenschnitten" erhalten, konstatierte der Chefvolkswirt des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Timo Wollmershäuser. Man müsse nun fragen, wie man in der Währungsunion mit dem Land umgehen wolle. "Es gibt ja natürlich auch die Möglichkeit, dass ein Land aus der Eurozone ausscheidet." DIW-Ökonom Fichtner warnte aber, damit wären "nach wie vor sehr große Stabilitätsrisiken verbunden".

   Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

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   April 14, 2016 06:20 ET (10:20 GMT)

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