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Neues Gutachten 04.12.2013 07:50:00

Immofinanz-Bilanz: Verlust von 850 Millionen Euro fehlte

Laut "Kurier" hätte die Immofinanz den Buchwert ihrer Immoeast-Aktien massiv abwerten müssen, zumindest um die Differenz zum Börsenkurs um 850 Millionen Euro. Die Vorwürfe werden bestritten. "Dr. Petrikovics war in die operative Bilanzerstellung nicht eingebunden", so sein Verteidiger Otto Dietrich. Und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG kommentiert: "Diese Schlussfolgerung von Altenberger ist falsch und beruht auf einer unzutreffenden Interpretation der Bilanzierungsregeln."

Der Sachverständige Gerhard Altenberger hat der Staatsanwaltschaft Wien ein weiteres Gutachten vorgelegt. In der 253 Seiten starken Expertise erklärt er laut "Kurier", warum die Bewertung der Beteiligung an der Schwestergesellschaft Immoeast (Buchwert: 3,82 Milliarden Euro ) nicht gestimmt habe. Diese Immoeast-Beteiligung machte 54 Prozent der Bilanzsumme der Immofinanz aus.

Die Immofinanz hatte im Schnitt 8,40 Euro je Immoeast-Aktie bezahlt, der Kurswert zum Bilanzstichtag (30. April) betrug aber nur 6,53 Euro. Vier Monate später, zum Zeitpunkt der Testierung der Bilanz, lag er nur noch bei 4,40 Euro. Doch die Aktien blieben ohne Korrektur zum Anschaffungswert (8,40 Euro) in den Büchern. Zugleich wurde errechnet, dass der Nettovermögenswert (Net Asset Value, NAV) sogar 10,27 Euro pro Aktie beträgt.

"Dieser Wert ist nicht tauglich", heißt es laut Bericht im Gutachten. Demnach wurden bei der NAV-Berechnung "keine Verwaltungskosten, keine Management Fee, keine Kosten für Gutachter und Rechtsberater, keine Einkommens- und Ertragssteuern sowie kein Zinsaufwand für Fremdkapital" berücksichtigt. "Der Nettovermögenswert der Immoeast ist damit zwangsläufig überhöht." Altenberger kommt bei seiner Nachberechnung "in der günstigsten Variante" auf einen Nettovermögenswert von 4,83 Euro pro Immoeast-Aktie. Bei richtiger Berechnung hätte somit die Immofinanz den Buchwert ihrer Immoeast-Aktien massiv abwerten müssen, zumindest um die Differenz zum Börsenkurs - um 850 Millionen Euro.

"Der Nichtausweis dieses Bewertungsverlustes ermöglichte die Beschlussfassung zur Ausschüttung einer Dividende von rund 185 Millionen Euro", heißt es im Gutachten weiter. "Die Einbuchung des Bewertungsverlustes hätte aber zu einem erheblichen Bilanzverlust geführt". Die Ausschüttung dieser Dividende soll erst von Petrikovics Nachfolgern per Gerichtsbeschluss verhindert worden sein.

gru

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