Nach Entlassung |
10.07.2019 16:22:41
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Erdogan-Rede schürt Sorgen um Unabhängigkeit von türkischer Notenbank
Mit dem Wechsel vom parlamentarischen zum präsidialen System vom Jahr 2018 habe der Präsident die Befugnis für Eingriffe in Wirtschaftsangelegenheiten bekommen, sagte Erdogan auch. "Wenn die Zentralbank sich in der Wirtschaftspolitik an die Rolle gehalten hätte, die wir von ihr erwarten, wäre so ein Wechsel nicht nötig gewesen." Aber es habe dort "Stagnation" gegeben.
Seit Monaten verlangt Erdogan von der Zentralbank niedrigere Zinsen. Entgegen der gängigen Wirtschaftslehre ist er der Auffassung, dass ein hoher Leitzins die Inflation nicht bekämpft, sondern antreibt. Wegen Erdogans aggressiver Rhetorik hatten sich Investoren und Märkte immer wieder besorgt über die Unabhängigkeit der Zentralbank geäußert. Dennoch hatte diese den aktuellen Leitzins von 24 Prozent seit September beibehalten, um gegen die hohe Teuerungsrate im Land anzukämpfen. Im Oktober hatte die Inflationsrate erstmals bei über 25 Prozent gelegen. Mittlerweile ist sie auf 15,7 Prozent gefallen.
Erdogan hatte Cetinkaya am Samstag unter Protest von Opposition und Wirtschaftsexperten per Dekret entlassen. Er wurde durch seinen bisherigen Stellvertreter Murat Uysal ersetzt. Der sicherte zu, dass die Bank unabhängig bleiben werde.
/lsy/DP/jha
ISTANBUL (dpa-AFX)
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