02.07.2013 10:30:36
|
Daimler Trucks noch weit von angepeiltem Jahresergebnis entfernt
Von Ilka Kopplin
Der Lkw-Hersteller Daimler Trucks hat noch einiges an Arbeit vor sich, um sein Jahresziel zu erreichen. Die Auftragseingänge sind in allen Regionen erfreulich, auch im krisengebeutelten Europa zeigt sich eine Erholung. Trotzdem ist Daimler Trucks vom angepeilten Jahresergebnis noch "sehr weit entfernt", sagte Lkw-Chef Wolfgang Bernhard am Montag.
Nach einem sehr schwachen Jahresstart müsse Daimler Trucks nun "erheblich zulegen", um einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) in der Größenordnung des Vorjahres von 1,71 Milliarden Euro zu erreichen. Dieses Ziel hatte der weltgrößte Lkw-Hersteller im Februar für das laufende Jahr ausgegeben.
Das Ergebnis im Auftaktquartal sei "nicht befriedigend" gewesen, sagte Bernhard, der erst seit knapp 100 Tagen den Vorsitz der Lkw-Sparte inne hat. So schaffte Daimler Trucks in den ersten drei Monaten gerade mal ein EBIT von 116 Millionen Euro und damit rund 69 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Es bleibe noch "sehr viel zu tun", um das schlechte Auftaktquartal wett zu machen, brachte es der Lkw-Chef auf den Punkt.
Die globale wirtschaftliche Lage bezeichnete er als weiterhin durchwachsen. Das schlage sich auch auf das Nutzfahrzeuggeschäft nieder, das sehr stark von der Konjunktur abhängt. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten stellen Unternehmen große Investitionen zurück. Nach einem schwierigen ersten Halbjahr deutet sich laut Bernhard im zweiten Halbjahr nun aber eine leichte Entspannung an.
Wie Bernhard weiter sagte, zeichnet sich auf dem westeuropäischen Markt eine Bodenbildung ab. Das Tal der Tränen sei erreicht. Bis Ende Mai setzte Daimler Trucks dort mit 21.157 Lkw rund 7 Prozent weniger ab als im Vorjahr. Auch das Geschäft in Nordamerika stabilisiert sich. "Dort hatten wir mit einem großen Rückgang gerechnet", sagte Bernhard. Mit 53.259 verkauften Lkw sackte der Absatz dort jedoch lediglich um rund 2 Prozent ab.
Im wichtigen brasilianischen Markt habe sich die erhoffte Erholung eingestellt. Dort sei "ein Blitzstart ins Jahr" geglückt, nachdem die Verkäufe im vergangenen Jahr branchenweit drastisch zurückgegangen waren. Bis Ende Mai verkaufte Daimler Trucks dort mit 15.824 Lkw sogar 53 Prozent mehr. In China ist der Absatz hingegen um rund ein Fünftel eingebrochen. Dort sei die Bauwirtschaft abgekühlt, die Finanzierung sei nicht mehr so einfach, erklärte Bernhard. Diese Entwicklung ist seiner Einschätzung nach jedoch vorübergehend.
Als positiv bezeichnete der Lkw-Chef die aktuellen Auftragseingänge. Im Vergleich zum Vorjahr waren bis Ende Mai mit 212.000 Bestellungen rund ein Fünftel mehr Order eingegangen. "Der Auftragseingang zeigt in allen Regionen nach oben", resümierte Bernhard. Im größten Lkw-Werk in Wörth würden deshalb im zweiten Halbjahr einige zusätzliche Samstagsschichten gefahren.
Zukünftig soll das Wachstum vor allem aus den Schwellenländern kommen. "Brasilien, China, Russland und Indien. In diesen Ländern müssen wir auftreten und den Platz behaupten", sagte Bernhard. Erst vor kurzem hatte Daimler die Marken Fuso und Bharat Benz weiter integriert, um Synergien in Einkauf, Produktion und Vertrieb zu heben.
So sollen Fuso-Lkw im indischen Bharat-Benz-Werk in Chennai produziert und von dort aus nach Afrika und Asien exportiert werden. Bis Ende des Jahrzehnts sollen dort jährlich 290.000 Lkw abgesetzt werden, ein Großteil der bis dahin angepeilten Marke von 700.000.
Gleichzeitig soll analog zur Pkw-Sparte die Modulstrategie weiter vorangetrieben werden, die es erlaubt, Skaleneffekte zu realisieren und dadurch Kosten zu sparen. So könnten bald bis zu 70 Prozent der Lkw für die Triade-Märkte aus einem globalen Baukasten bedient werden.
Effizienter werden sollen auch die Strukturen der Lkw-Sparte. Im vergangenen Jahr hatte der schwäbische Konzern dazu ein Programm aufgelegt, mit dem das Ergebnis bis Ende 2014 durch Einsparungen und Umsatzsteigerungen um rund 1,6 Milliarden Euro aufpoliert werden soll. Die Großteil der angepeilten Summe werde wohl im kommenden Jahr erarbeitet, sagte Bernhard. Derzeit sei man "noch nicht zufrieden" mit der Umsetzung des Programms; es sei noch einiges zu tun.
An der Mittel- und Langfristplanung hält Bernhard weiter fest. So sollen bis 2015 weltweit eine halbe Million und bis 2020 700.000 Lkw verkauft werden. Zudem soll mittelfristig eine durchschnittliche Umsatzrendite von 8 Prozent erwirtschaftet werden.
Wann dieses Ziel erreicht wird, ließ Bernhard weiter offen. Sein Amtsvorgänger Andreas Renschler hatte im März in Aussicht gestellt, das Renditeziel sei unter den richtigen Marktbedingungen 2014 oder sogar schon Ende des laufenden Jahres erreichbar.
Kontakt zum Autor ilka.kopplin@dowjones.com
DJG/iko/brb
(END) Dow Jones Newswires
July 02, 2013 04:00 ET (08:00 GMT)
Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 00 AM EDT 07-02-13

Wenn Sie mehr über das Thema Aktien erfahren wollen, finden Sie in unserem Ratgeber viele interessante Artikel dazu!
Jetzt informieren!
Nachrichten zu Mercedes-Benz Group (ex Daimler)mehr Nachrichten
15:59 |
STOXX 50 aktuell: STOXX 50 am Mittwochnachmittag mit grünem Vorzeichen (finanzen.at) | |
12:27 |
Börse Europa: STOXX 50 liegt im Plus (finanzen.at) | |
10:04 |
DAX 40-Wert Mercedes-Benz Group (ex Daimler)-Aktie: So viel Verlust hätte eine Mercedes-Benz Group (ex Daimler)-Investition von vor einem Jahr eingebracht (finanzen.at) | |
09:29 |
Pluszeichen in Europa: STOXX 50 zum Handelsstart in der Gewinnzone (finanzen.at) | |
25.02.25 |
Zuversicht in Europa: STOXX 50 letztendlich im Plus (finanzen.at) | |
25.02.25 |
STOXX-Handel Euro STOXX 50 verbucht letztendlich Abschläge (finanzen.at) | |
25.02.25 |
STOXX 50-Handel aktuell: So entwickelt sich der STOXX 50 am Nachmittag (finanzen.at) | |
25.02.25 |
Freundlicher Handel in Europa: Euro STOXX 50 in der Gewinnzone (finanzen.at) |
Analysen zu Mercedes-Benz Group (ex Daimler)mehr Analysen
07:25 | Mercedes-Benz Group Neutral | Goldman Sachs Group Inc. | |
24.02.25 | Mercedes-Benz Group Buy | Deutsche Bank AG | |
21.02.25 | Mercedes-Benz Group Market-Perform | Bernstein Research | |
21.02.25 | Mercedes-Benz Group Buy | Warburg Research | |
20.02.25 | Mercedes-Benz Group Halten | DZ BANK |
Aktien in diesem Artikel
Mercedes-Benz Group (ex Daimler) | 60,66 | -0,03% |
|