Dank Steuersenkungen |
17.04.2019 10:26:41
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Chinas Wirtschaft wächst unerwartet schnell
Überraschend stark gewann Chinas Industrieproduktion an Fahrt. Im März legte die Fertigung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt laut Regierungsangaben im Jahresvergleich um 6,5 Prozent zu. Analysten hatten nur einen Zuwachs um 5,6 Prozent erwartet. In den beiden ersten Monaten des Jahres war die Produktion nur um 5,3 Prozent im Jahresvergleich gestiegen und damit so schwach wie seit etwa zehn Jahren nicht mehr. Wegen des chinesischen Neujahresfestes veröffentlichen die chinesischen Statistikbehörden Wirtschaftszahlen für Januar und Februar stets zusammen.
Etwas besser als erwartet entwickelten sich die Umsätze im chinesischen Einzelhandel. Diese legten im März im Jahresvergleich um 8,3 Prozent zu, nach 8,2 Prozent im Januar und Februar. "Die Daten zur Industrieproduktion und zu den Einzelhandelsumsätzen sind sehr erfreulich", kommentierte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. "Die Steuersenkungen der chinesischen Regierung scheinen also ihre positive Wirkung zu entfalten."
"Der Wirtschaft geht es besser", sagte die unabhängige chinesische Expertin Ye Tan. "Die Börse und der Immobilienmarkt entwickeln sich gut. Hinzu kommt die lockere Geldpolitik. All diese Maßnahmen kurbeln den Konsum an." Die Aussichten seien nicht schlecht: "Es gibt keine Anzeichen, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung dieses Jahr verschlechtert."
Das Wachstum im ersten Quartal liegt im Rahmen der Vorgabe der Regierung mit 6,0 bis 6,5 Prozent für dieses Jahr, was gleichwohl so langsam ist wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr. Zuvor hatte es allerdings auch schon andere erfreuliche Wirtschaftsdaten gegeben, so dass der Währungsfonds (IWF) seine Vorhersage für China in diesem Jahr jüngst von 6,2 auf 6,3 Prozent nach oben korrigiert hatte.
Die Organisation der Industrieländer (OECD) warnte jedoch, dass jüngste Konjunkturmaßnahmen zwar kurzfristig das Wachstum in China voranbringen, aber langfristig die Bemühungen untergraben, die - auch für viele große OECD-Länder - hohe Schuldenlast zu reduzieren und strukturelle Verzerrungen zu korrigieren.
Seit dem vergangenem Jahr befinden sich die USA und China in einem Handelskonflikt. Die führenden Wirtschaftsmächte der Welt überzogen sich gegenseitig mit Sonderzöllen und bremsten damit die Weltwirtschaft insgesamt. Die USA wollen eine Verringerung des US-Handelsdefizits und fordern besseren Marktzugang, wirksameren Schutz gegen Produktpiraterie und zwangsweisen Technologietransfer. Auch stoßen sich die USA an staatlicher Förderung chinesischer Firmen, was den Markt aus US-Sicht verzerrt.
An den Finanzmärkten hielten sich die Reaktionen auf die Konjunkturdaten aus China in Grenzen. Die asiatischen Börsen notierten kaum verändert. Der US-Dollar geriet als sicherer Anlagehafen zu anderen wichtigen Währungen leicht unter Druck. Die Ölpreise konnten am Vormittag etwas zulegen.
PEKING (dpa-AFX)
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