Telekom Austria Aktie
WKN: 72000 / ISIN: AT0000720008
23.04.2014 17:43:00
|
Chaos im ÖIAG-Aufsichtsrat stürzte Telekom-Aktie ins Minus
Für das "Okay" ist die Hälfte der Aufsichtsratsmitglieder - also sieben Aufseher - notwendig. Laut Medienberichten waren auf Kapitalseite neben Ex-Siemens-Managerin Brigitte Ederer, die sich schon vor Tagen entschuldigen ließ und gegen den Pakt mit America Movil ist, auch ÖIAG-Aufsichtsratschef Peter Mitterbauer (Miba) und Ex-Lenzing-Finanzvorstand Thomas Winkler vorerst nicht anwesend.
Laut gut informierten Kreisen war es kein Zufall, dass der ÖIAG-Aufsichtsratschef der Sitzung vorerst fernblieb. Mitterbauer, der angeblich im Ausland weilt, soll eingeflogen werden. Zwei mit der Sache vertraute Personen zeigten sich zuversichtlich, dass der ÖIAG-Aufsichtsrat den Syndikatsvertrag im Laufe des Abends durchwinken wird.
Der Direktor der Arbeiterkammer (AK) Wien, Werner Muhm, der sich gegen den Syndikatsvertrag schon vor Tagen querlegte, wiederum wiederholte heute seine Kritik. Ein solcher Pakt würde für die Telekom Austria und damit für Österreich nur Nachteile bringen, so der einflussreiche Wirtschaftsberater von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ). Die AK nominiert die fünf Arbeitnehmer-Vertreter im ÖIAG-Aufsichtsrat.
Laut Muhm würde die ÖIAG mit dem Syndikatsvertrag die industrielle Führerschaft und Kontrolle über die Telekom an America Movil und Carlos Slim verlieren. Sowohl im Aufsichtsrat als auch im Vorstand würde America Movil die Mehrheit übernehmen. Es gebe keine Absicherung der Beschäftigten in Österreich. Auch Investitionen in den Standort Österreich seien weder mit definierten Zielen noch mit quantitativen Zahlen untermauert, zitierte Muhm aus dem Vertrag.
Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) bekräftigte am Mittwochvormittag beim Ministerrat, dass auf jeden Fall eine Sperrminorität (25 Prozent) beim Bund bleiben soll. Dafür müsste sich die derzeit schuldenfreie ÖIAG im Falle einer seit längerem kolportierten Kapitalerhöhung aber verschulden. Die Schätzungen gehen von 200 bis 400 Mio. Euro aus - abhängig davon, wie viel Geld in die hochverschuldete Telekom eingeschossen werden soll. Laut Spindelegger ist im Syndikatsvertrag vereinbart, dass der Sitz in Österreich bleibt. Auch Aktivitäten im Ausland seien von der Bundeshauptstadt aus zu tätigen.
Ein Beispiel für einen derartigen Syndikatsvertrag, der Aktionäre zu gemeinsamen Entscheidungen zwingt, gibt es bereits, und zwar bei der ebenfalls teilstaatlichen OMV, die mit der IPIC aus Abu Dhabi syndiziert ist. Jener zwischen ÖIAG und America Movil soll unterschrieben werden, sobald die ÖIAG-Aufseher den Vertrag abnicken. Das könnte noch am selben Tag am Abend sein, sofern es im ÖIAG-Aufsichtsrat zu einem Beschluss kommt. Der angestrebte Pakt steht unter Zeitdruck, damit es nicht zu einer einjährigen Sperre aufgrund des Übernahmegesetzes kommt. Die Unterschrift unter dem Syndikatsvertrag würde auch ein verpflichtendes Übernahmeangebot an die restlichen Aktionäre auslösen.
Die Republik Österreich hält über die ÖIAG 28,4 Prozent, America Movil gehören 26,8 Prozent. Der mexikanische Telekom-Riese wird von Carlos Slim, einem der reichsten Männer der Welt, kontrolliert. Mit dem Syndikatsvertrag müssten die beiden Kernaktionäre, die zusammen auf über 55 Prozent der Telekom-Anteile kommen, Entscheidungen künftig gemeinsam treffen. Die ÖIAG will so die Konzernzentrale und die Jobs bei "A1", "bob" und "Yesss!" in Österreich halten. Slims America Movil wiederum strebt einen Anteil von mehr 30 Prozent an und will in Europa Fuß fassen, nachdem man im Vorjahr an der Übernahme der niederländischen KPN gescheitert ist.
(Schluss) pro/ivn
ISIN AT0000720008 WEB http://www.telekomaustria.com http://www.oiag.at http://www.americamovil.com/amx/en/

Wenn Sie mehr über das Thema Aktien erfahren wollen, finden Sie in unserem Ratgeber viele interessante Artikel dazu!
Jetzt informieren!
Nachrichten zu Telekom Austria AGmehr Nachrichten
27.03.25 |
Schwache Performance in Wien: ATX präsentiert sich zum Handelsende schwächer (finanzen.at) | |
27.03.25 |
ATX Prime aktuell: ATX Prime fällt zum Ende des Donnerstagshandels zurück (finanzen.at) | |
27.03.25 |
ATX-Titel Telekom Austria-Aktie: So viel Gewinn hätte ein Investment in Telekom Austria von vor 10 Jahren eingefahren (finanzen.at) | |
26.03.25 |
ATX-Handel aktuell: ATX schließt im Plus (finanzen.at) | |
26.03.25 |
Zuversicht in Wien: ATX am Mittwochmittag mit positivem Vorzeichen (finanzen.at) | |
26.03.25 |
Pluszeichen in Wien: ATX zum Start auf grünem Terrain (finanzen.at) | |
24.03.25 |
Optimismus in Wien: ATX beendet den Handel mit Gewinnen (finanzen.at) | |
24.03.25 |
Zuversicht in Wien: So entwickelt sich der ATX am Montagnachmittag (finanzen.at) |
Analysen zu Telekom Austria AGmehr Analysen
12.02.25 | Telekom Austria buy | Baader Bank | |
18.10.23 | Telekom Austria buy | Baader Bank | |
20.07.21 | Telekom Austria kaufen | HSBC | |
03.05.21 | Telekom Austria kaufen | HSBC | |
09.10.20 | Telekom Austria kaufen | Erste Group Bank |
Aktien in diesem Artikel
Telekom Austria AG | 8,64 | -1,82% |
|