06.06.2014 12:54:00

Causa Meinl - Zeuge Staller vermisste Erklärung für MEL-Rückkäufe

Der langjährige Berater von Julius Meinl, Rupert-Heinrich Staller, gilt in der Causa MEL als wichtiger Zeuge der Staatsanwaltschaft. Die umfangreichen Vernehmungsprotokolle von Jänner bzw. Februar 2010 wurden aber laut "Format" erst jetzt durch den Obersten Gerichtshof (OGH) freigegeben. Staller belastete Meinl massiv, Meinls Anwälte zerpflücken Stallers Aussagen.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wien im Fall Meinl European Land (MEL), die nun bereits ins siebente Jahr gehen, drehen sich um die umstrittenen Aktienrückkäufe bei der Immobilienfirma. Diese kamen 2007 ans Licht. In der Folge stürzte der Kurs der MEL in den Keller. Zigtausende Kleinanleger verloren Geld. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Julius Meinl das Mastermind hinter den Rückkäufen war, ein Vorwurf, der bisher von ihm bzw. der Meinl Bank stets vehement bestritten wurde.

Zeuge Staller sagte den Ermittlern vor nunmehr über vier Jahren: "Es bestand die Notwendigkeit, binnen kurzer Zeit eine plausible Erklärung für die Vorgänge (Aktienrückkäufe) in der MEL zu finden. ... Vonseiten des Peter Weinzierl (Meinl-Bank-Chef) oder Julius Meinl V. habe ich niemals eine schlüssige Erklärung über die wahren Hintergründe erhalten", zitiert das "Format" aus den 47-seitigen Einvernahmeprotokollen. Von der Rolle der Somal, einer Meinl zurechenbaren Gesellschaft, die Aktien gekauft hat, habe er, Staller, von Meinl-Bank-Mitarbeiterin Nadine Gilles erfahren.

"Peter Weinzierl hat mir während eines Abendessens dazu einen bemerkenswerten Satz gesagt: 'Rupert, es hat einfach niemanden gegeben, der Stopp gesagt hat.'"

Von Gilles will Staller auch erfahren haben, dass es MEL-Treffen gegeben habe, bei denen Julius Meinl anwesend war. "Eines dieser Meetings habe in Jersey stattgefunden", so Staller dem Magazinbericht zufolge. Banker Meinl hat stets bestritten, für die MEL operativ tätig gewesen zu sein.

Die Meinl-Anwälte zerreißen Stallers Aussagen in der Luft. In einem 79-seitigen Schriftsatz kommen sie laut "Format" zur Einschätzung, dass 62 Aussagen falsch und 73 suggestiv seien, 47 seien widersprüchlich bzw. basierten lediglich auf Hörensagen. Gilles habe in einigen Befragungen bei der Staatsanwaltschaft Staller mehrfach widersprochen, meinen die Meinl-Rechtsvertreter. Außerdem sei es aktenkundig, dass Julius Meinl zwischen 2002 und 2007 an keinem einzigen Board-Meeting der MEL in Jersey teilgenommen habe. Lediglich ein Meeting habe es gegeben, wo er anwesend gewesen sei. Die Meinl Bank will Staller erneut wegen falscher Beweisaussage anzeigen, schreibt das Magazin. Dieser bleibt gelassen: "Die alte Taktik, einen Zeugen in der Öffentlichkeit zu provozieren, funktioniert bei mir leider nicht", sagte zum "Format".

(Schluss) snu/tsk

WEB http://www.meinlbank.com

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