Gewinn-Messe |
19.10.2018 15:33:00
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AGRANA-Chef Marihart strebt nachhaltige Dividende an
Die Dividende werde aber "nicht allzu weit abweichen, von dem, was wir ausbezahlt haben. Wir stehen für Dividendenkontinuität", sagte Marihart. Im vorigen Geschäftsjahr wurde die Dividende von 4,00 auf 4,50 Euro je Aktie erhöht. Inzwischen ist es aber zu einem Aktiensplit von 1 zu 4 gekommen, rein rechnerisch beträgt dieser Wert also jetzt 1,125 Euro/Aktie.
Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres hat AGRANA wie vor einer Woche berichtet einen Gewinneinbruch um die Hälfte erlitten. Grund dafür war der dramatische Einbruch des Zuckerpreises nach dem Ende der EU-Zuckermarktordnung und niedrigere Bioethanolpreise.
Aus diesem Grunde wurde auch der Kauf einer Zuckerfabrik in Serbien auf Eis gelegt, weil die Ertragssituation nicht die Preisvorstellungen des Verkäufers erfüllt hätten. Beide Seiten warten nun darauf, dass sich der Zuckerpreis wieder erholt. Der Kauf könnte später erfolgen, so Marihart. Der AGRANA-Chef geht zudem davon aus, dass sich die Zuckerpreise mit einer Verzögerung von etwa 15 Monaten wieder erholen werden. "Kein reines Zuckerunternehmen in Europa wird heuer einen Gewinn machen", so Marihart. In der Folge werden auch die Anbauflächen reduziert werden und die Preise wieder steigen.
Marihart wehrt sich gegen den allgemeinen Vorwurf, Zucker sei ungesund. "Ist er nicht. Der eine oder andere isst vielleicht zu viel davon". Ein Problem sei, wie das kommuniziert werde, nämlich dass Zucker an der gesamten Überernährung schuld sei, was nicht stimme. Die Werbung suggeriere bei Zuckerverzicht 30 Prozent weniger Kalorien, was auch nicht stimme, es seien vielleicht 5 bis 6 Prozent weniger. "Wahrscheinlich erreicht man das Gegenteil, weil die Leute dann mehr Essen", so Marihart. Das Grundproblem sei vielmehr unser Wohlstand, zu wenig Bewegung und der Lebensstil. Zucker sei nur ein Teil des Problems.
Sehr erfolgreich ist AGRANA im Bereich Fruchtzubereitung. In China werde eine zweite Fabrik im Raum Shanghai errichtet, um das starke Marktwachstum dort mitzunehmen. Nur an einem Standort zu produzieren wäre auch problematisch für die Versorgungssicherheit.
Erweitert werde auch die Kapazität für Kartoffelstärke. Bauern werden wieder zu mehr Anbau bereit. Die Kapazität wird um 20 Prozent erhöht. Inzwischen werde die Kartoffel zu 100 Prozent verwertet, der Rest werde als Lebensmittelfaser verkauft. In Entwicklung befinde sich thermoplastischer Kunststoff, etwa in Form eines abbaubaren Plastiksackerls, dass innerhalb von 28 Tagen kompostierbar ist. "Die Entwicklungen sind im Werden", so Marihart.
Das Engagement im Fruchtbereich trage nach bald 20 Jahren langsam Früchte. Die Präsenz sei weltweit, mit 36 bis 37 Prozent halte AGRANA die Weltmarktführerschaft. Die Ergebnisse in Europa seien sehr gut, die Marktanteile steigen, was das Ergebnis stütze.
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