CFD Spezial |
17.11.2013 03:00:02
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Charttechnik: Die Macht der Charts
Von vielen Anlegern noch immer als Kaffeesatzleserei belächelt, hat sich die Charttechnik in den vergangenen Jahrzehnten neben der fundamentalen Betrachtungsweise einen festen Platz bei den Analysemethoden von Aktien, Indizes, Währungen oder Rohstoffpreisen gesichert. Besonders beim Handel von riskanten Differenzgeschäften, den CFDs (Contracts for Difference), kommen Trader nicht ohne charttechnische Kenntnisse aus. Sie werden benötigt, um Trends zu erkennen und optimale Ein- oder Ausstiegszeitpunkte zu finden.
Gerade beim CFD-Trading ist Schnelligkeit Trumpf. Der Handel mit Währungen (Forex-Trading), bei dem es oftmals auf die vierte Stelle nach dem Komma ankommt, wird besonders stark von charttechnischen Timingaspekten bestimmt. Dabei bietet die unter dem Oberbegriff Technische Analyse (TA) zusammengefasste Analysetechnik - zumindest nach Überzeugung ihrer Anhänger - einen großen Vorteil gegenüber der fundamentalen Einschätzung: Bereits ein Blick auf den Chartverlauf zeigt in dem Kräftespiel von Angebot und Nachfrage alle relevanten Informationen zu dem Basiswert.
Aufwendige Recherchen von mikro- oder makroökonomischen Bewertungen einer Aktie, einer Währung oder eines Rohstoffs entfallen. Auch die Frage nach der fairen Bewertung stellt sich nicht. Einzig die Kursentwicklung selbst, in der das gesamte Wissen und die Erwartungen der Marktteilnehmer gebündelt sind, zählt.
Kursverläufe richtig analysieren
Obwohl die Technische Analyse mit ihren verschiedenen Analysemodellen eine hochkomplexe Wissenschaft darstellt, sollten sich Anleger unbedingt mit dem charttechnischen Basiswissen vertraut machen. Dazu zählen das Erkennen von Unterstützungen und Widerständen, die Trendanalyse, also das Aufspüren von Trends gemäß der DowTheorie, sowie die dazugehörigen Trendbestätigungs- und Trendwende-Formationen.
Grundvoraussetzung dafür ist das Wissen über die verschiedenen Varianten der Chartdarstellung. Mit einem klassischen Linienchart, der die Schlusskurse miteinander verbindet, wird der CFD-Trader nicht weit kommen. Deutlich aussagekräftiger ist der Kerzenchart (Candlesticks). In ihm lassen sich nicht nur der Eröffnungs- und Schlusskurs, das Hoch und das Tief der eingestellten Periode (zum Beispiel auf Tages- oder Stundenbasis) ablesen. Auch die Tendenz des ausgewählten Zeithorizonts ist an der entsprechenden Kerzenfärbung, oftmals grün und rot dargestellt, sofort zu erkennen. Grüne Kerzen weisen in diesem Fall auf eine positive Tendenz hin, rote auf eine negative. Auch Kombinationen aus bis zu fünf Kerzen liefern gute Handelssignale.
Einzelne Kerzenformationen geben häufig gute Hinweise auf den weiteren Verlauf eines Basiswerts. So steht der sogenannte Hammer für ein Szeanario mit steigenden Kursen (bullishes Szenario), während der Hanging Man in einem Aufwärtstrend negativ zu sehen ist (bearish).
Anleger, die sich intensiver mit Candlesticks befassen wollen, sollten zu dem Standardwerk "Technische Analyse mit Candlesticks" von Steve Nison greifen. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Chartdarstellungen (Point&Figure-, Kagi-, Heikin Ashi-Charts), die das Marktgeschehen transparenter machen.
Der Trend ist dein Freund
Gibt es mehr Käufer als Verkäufer am Markt, steigt eine Aktie, ein Index oder ein anderer Basiswert. Häufig entdecken weitere Marktteilnehmer das Interesse und legen ebenfalls Kauforder in den Markt - ein Aufwärtstrend entsteht. Das Gleiche gilt umgekehrt: Überwiegt das Angebot, so befinden sich die Kurse in einem Abwärtstrend.
Zwar sind Trends hartnäckig, doch irgendwann fangen sie an zu schwächeln. Auch hier hält die Charttechnik klar definierte Regeln bereit, wie Trendbrüche oder Trendbestätigungen zu ermitteln sind. Zu den sogenannten Trendbestätigungs-Formationen, die sowohl im Auf- als auch im Abwärtstrend entstehen, gehören in der Sprache der Charttechnik sogenannte Rechtecke, Dreiecke, Flaggen, Wimpel oder Keile. Bei einem Aufwärtstrend bildet sich beispielsweise ein Dreieck, wenn die Käufer eine Verschnaufpause einlegen. Alte Hochs werden nicht mehr erreicht, neue Bewegungstiefs liegen jedoch immer ein wenig höher als die vorigen. Verlässt der Kurs nach einer Weile das Dreieck nach oben, so ist die Fortsetzung des Aufwärtstrends bestätigt, der dem Anleger weitere Kursgewinne bescheren wird.
Erfolgt dagegen kein Ausbruch nach oben und die Kurse sinken weiter, ist die Wahrscheinlichkeit einer Trendwende groß. Die bekanntesten Trendwende-Formationen, die das Ende eines Abwärtstrends einläuten, sind das Doppel- oder Dreifach-Tief, die Untertasse, die V-Formation sowie die umgekehrte Kopf-Schulter-Formation. Im Gegenzug lassen sich bei einem Bruch des Aufwärtstrends Doppelhochs und Kopf-Schulter-Formationen klassifizieren. Wer diese rechtzeitig erkennt, wird erfolgreicher handeln.
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