08.10.2013 08:56:32

MÄRKTE EUROPA/US-Haushaltsstreit sorgt für Konsolidierung

Von Thomas Leppert Es ist Tag Nummer 8 der Haushaltskrise in den USA. Neun Tage haben die Politiker in den USA noch Zeit, sich auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze zu verständigen. An den Börsen wird weiterhin davon ausgegangen, dass sich Republikaner und Demokraten in letzter Minute einigen werden, das Limit in Höhe von 16,7 Milliarden Dollar bis zum 17. Oktober anzuheben. Bis dahin dürfte sich der verbale Schlagabtausch in Washington fortsetzen. Die Entwicklung in den USA hemmt nach wie vor die Investitionsfreude an den Aktienmärkten. Das Kursbarometer Dax wird am Morgen kaum verändert indiziert.

   Der Schuldner USA hat am Vorabend bereits die erste Quittung für seine aktuelle Politik erhalten. Bei einer Auktion von US-Schatzwechseln mit Laufzeiten von drei und sechs Monaten fiel die Nachfrage gering aus. Wie aus dem Handel zu hören ist, fiel das Bid-Cover-Ratio, also das Verhältnis von Nachfrage zum Angebot, bei den Papieren mit einer Laufzeit von 3 Monaten auf den niedrigsten Stand seit April 2010. Und in den kommenden drei Tagen will die USA weitere 64 Milliarden Dollar am Markt platzieren. Auch hier bleibt spannend, wie die Nachfrage ausfallen wird.

   Ein weiteres Zeichen der Verunsicherung kam von der Wall Street. Hier kletterte der Volatilitätsindex VIX auf 19,4 Prozent, den höchsten Stand seit Juni diesen Jahres. Der Index steht stellvertretend für die Prämien für Versicherungen, die am Optionsmarkt in den USA gezahlt werden müssen. Chris Weston, Marktstratege bei IG Markets, weist darauf hin, dass der breite S&P-Index in den USA, der die Grundlage für die Optionen bildet, im gleichen Zeitraum Kursverluste von 6 Prozent verzeichnete. Auf der anderen Seite weist Weston aber auch darauf hin, dass weitere Absicherungen und ein damit steigender Volatilitätsindex das Abwärtsrisiko begrenzten.

   Konjunkturdaten gab es zudem aus China. Der von HSBC für den Dienstleistungssektor erhobene Einkaufsmanagerindex ist im September leicht auf 52,4 von 52,8 zurückgegangen, damit deutet er allerdings laut Analysten weiterhin auf eine Erholung der chinesischen Wirtschaft hin. Neue Impulse für den Aktienmarkt könnten am Mittag von den Zahlen zum Auftragseingang der deutschen Industrie kommen. Zudem beginnt mit Alcoa nach Sitzungsende an der Wall Street die Berichtssaison mit den Geschäftszahlen für das dritte und den Ausblicken auf das vierte Quartal.

   Die massiven Stellenstreichungen bei Alcatel-Lucent dürften nach Einschätzung eines Händler die Aktie kurzfristig stützen. Laut Kreisen will der Netzwerkbetreiber 15.000 Stellen abbauen, was rund 15 Prozent der Beschäftigten weltweit entspräche. Die Nachricht zeigt nach Aussage des Händlers, dass es Alcatel-Lucent mit dem Restrukturierungsprozess Ernst meine.

   Zugleich erteilt der Teilnehmer den Spekulationen über ein Zusammengehen mit Nokia nach dem Verkauf des Handygeschäfts eine Absage. Alcatel-Lucent sei derzeit viel zu sehr mit den Aufräumarbeiten im eigenen Hause beschäftigt, um sich auf ein neues Fusions-Abenteuer einzulassen.

   Schwächer wird im Handel die Commerzbank-Aktie erwartet. Das Firmenkundengeschäft läuft nach Angaben der Bank schlechter als im vergangenen Jahr. Neben einer steigenden Risikovorsorge drücke auch eine schwache Kreditnachfrage auf das Ergebnis. "Die Kreditqualität scheint relativ schlecht zu sein", sagt ein Marktteilnehmer mit Blick auf die steigende Risikovorsorge.

=== DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Mo, 18.00 Uhr EUR/USD 1,3573 -0,0% 1,3577 1,3569 EUR/JPY 131,8518 +0,4% 131,2806 131,6564 EUR/CHF 1,2278 +0,1% 1,2265 1,2281 USD/JPY 97,1250 +0,4% 96,6990 97,0450 GBP/USD 1,6078 -0,1% 1,6091 1,6081 === Kontakt zum Autor: thomas.leppert@dowjones.com

DJG/thl/ros (END) Dow Jones Newswires

   October 08, 2013 02:25 ET (06:25 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 02 25 AM EDT 10-08-13

Nachrichten zu Alcatel-Lucentmehr Nachrichten

Keine Nachrichten verfügbar.

Analysen zu Alcatel-Lucentmehr Analysen

Eintrag hinzufügen
Hinweis: Sie möchten dieses Wertpapier günstig handeln? Sparen Sie sich unnötige Gebühren! Bei finanzen.net Brokerage handeln Sie Ihre Wertpapiere für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade? Hier informieren!
Es ist ein Fehler aufgetreten!

Aktien in diesem Artikel

Commerzbank 20,46 0,10% Commerzbank