29.10.2013 16:40:31
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EZB-Nowotny dämpft Zinssenkungsphantasien
Dass der Euro derzeit zum US-Dollar so hoch bewertet ist wie seit fast zwei Jahren nicht mehr, scheint Nowotny keine Sorgen zu bereiten. Die Top-Entscheider im Währungsraum müssten mit dem starken Euro leben. Einige Ökonomen fürchten hingegen, dass der Kursanstieg die Exporteure in der Eurozone und damit wirtschaftliche Erholung belastet.
Die Aussagen überraschen insofern, dass EZB-Chef Mario Draghi stets bemüht ist, geldpolitisch alle Optionen offen zu halten. Zudem hat die Notenbank den Finanzmärkten erst vor wenigen Monaten ein dauerhaftes Billiggeld-Versprechen gegeben, das die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen explizit umfasst.
Zudem ist die Überschussliquidität im Währungsraum erst in der vergangenen Woche unter 200 Milliarden Euro gesunken. Diese Marke gilt als kritisch für die Raten am Geldmarkt. Draghi hat mehrfach betont, den Zinsanstieg am Interbankenmarkt genau zu beobachten und bei einem Anstieg gegenzusteuern, der die kurzfristige Kredite unangemessen verteuert.
Nowotny sagte allerdings, dass die EZB durchaus noch Spielraum hätte, ihren Kurs bei der Liquiditätsversorgung - anders als bei den Zinsen - noch weiter zu lockern. Analysten halten beispielsweise eine neue Kreditrunde mit ungewöhnlich langer Laufzeit für den Finanzsektor für denkbar. Auch bei den Sicherheiten, die von der EZB als Pfand für Zentralbankgeld akzeptiert, könnte der Rahmen weiter aufgeweicht werden./hbr/jsl
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