Währungseffekte belasten |
09.11.2017 14:07:42
|
adidas-Aktie fällt: adidas drosselt trotz Gewinnsprungs Wachstumstempo
Zwischen Juli und September steigerte adidas seinen Umsatz um 8,7 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Dabei machten sich Währungseffekte negativ bemerkbar, ohne die das Plus bei 12 Prozent gelegen hätte. In den Quartalen zuvor war adidas noch stärker gewachsen und auch Analysten hatten auf mehr gehofft.
Am Aktienmarkt sorgten die Zahlen daher für Enttäuschung. JPMorgan-Analystin Chiara Battistini zufolge muss adidas im vierten Quartal nun mindestens 20 Prozent mehr Umsatz machen als im Vorjahr, um seine ehrgeizigen 2017-Ziele zu schaffen. Die Papiere verloren zuletzt 3,37 Prozent. Nur die Titel von ProSiebenSat.1 liefen am Donnerstag im DAX noch schlechter.
Seit seinem Rekordhoch im August hat das adidas-Papier jetzt fast zwölf Prozent verloren. Trotz der jüngsten Verluste stieg der Börsenwert des weltweit zweitgrößten Sportartikelherstellers in diesem Jahr um rund ein Fünftel - seit Anfang 2015 zog der Kurs um mehr als 200 Prozent an.
Im Vergleich zu Wettbewerbern wie Nike oder Under Armour, die derzeit unter der Schwäche vieler US-Händler leiden, steht adidas aber gut da. In Nordamerika zogen die Umsätze im dritten Quartal währungsbereinigt um knapp 23 Prozent auf über eine Milliarde Euro an. Nike musste in seiner Heimat hingegen einen Umsatzrückgang verbuchen, Under Armour schockte jüngst mit einer Gewinnwarnung.
Zugute kommt den Franken, dass der Konzern vor allem bei großen Fachhändlern wie Foot Locker oder Dick's vertreten ist und zudem online viel verkauft. Die Pleiten vieler kleinerer US-Händler treffen eher die amerikanische Konkurrenz.
Wermutstropfen gab es aber auch bei adidas. So gingen die Umsätze im Fußball und Basketball zurück. Das lag am Auslaufen zweier wichtiger Sponsorenverträge: dem mit dem britischen Premier-League-Club FC Chelsea und dem mit der US-Basketball-Liga NBA. Beide werden nun von Nike ausgerüstet.
Nachgelassen hat auch die Dynamik der Fitnessmarke Reebok, der Rorsted kurz nach seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr gleich einen Umbau verpasst hatte. Weil das Nordamerika-Geschäft schwächelt, wurden bislang gut 50 Läden geschlossen. Weitere Schließungen sollen noch kommen, so dass die US-Tochter 2018 in der Heimat wieder wächst.
Zu mehr Popularität bei den Frauen soll Reebok eine Kooperation mit Designerin Victoria Beckham verhelfen. Weiterhin schwach ist auch das Geschäft in Russland, wo adidas seine Schließungswelle noch mal intensiviert hat. Knapp 200 Läden weniger will der Konzern bis Jahresende haben.
Starke Zuwächse verbuchte adidas mit Artikeln zum Thema Laufen und Outdoor. Angesagt sind zudem die modischen Marken Originals und Neo. adidas profitiert wie die gesamte Branche von einem größeren Gesundheitsbewusstsein bei den Verbrauchern. Hinzu kommt der Trend, dass Sportmode zunehmend im Alltag getragen wird.
Auftrumpfen konnte der Konzern beim Gewinn: Das Betriebsergebnis kletterte um rund 35 Prozent auf 795 Millionen Euro. Dabei hilft, dass der Konzern seine Kosten im Griff hat und viele Produkte verkauft, die eine hohe Marge bringen. Unter dem Strich verdiente adidas mit 526 Millionen Euro gut 36 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte adidas. Danach soll der Umsatz währungsbereinigt um 17 bis 19 Prozent steigen. Beim Betriebsergebnis hat sich der Konzern eine Steigerung von 24 bis 26 Prozent vorgenommen. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft soll um 26 bis 28 Prozent auf 1,36 Milliarden bis 1,39 Milliarden Euro zunehmen.
adidas-Aktien geht die Luft aus
Bei den Aktionären von adidas ist die Euphorie nach der Prognoseanhebung Ende Juli inzwischen verflogen.
Analysten bemängelten bei adidas die Erlösentwicklung. Der Umsatz habe sich im dritten Quartal schlechter als erwartet entwickelt, schrieb etwa der Experte Dan Homan von der US-Bank Citigroup. Da der Konzern seine Umsatzprognose bestätigt habe, setze dies nun ein sehr starkes viertes Quartal voraus, was nicht einfach werden dürfte.
Analyst Mark Josefson von der Investmentbank Equinet wies zwar auf das überraschend stark gestiegene Betriebsergebnis hin. Josefson geht aber davon aus, dass im vierten Quartal höhere Kosten anfallen werden, da adidas seine Ertragsprognose lediglich bestätigt habe.
Ende Juli hatte ein optimistischerer Ausblick noch der Rekordjagd der adidas-Papiere zusätzlichen Treibstoff geliefert. Der Schwung reichte aus, die Anteilsscheine bis auf das Anfang August erreichte Rekordhoch von gut 202 Euro zu hieven. Seitdem aber hat die Dynamik nachgelassen.
adidas hat seine Anleger in den letzten Jahren bereits sehr verwöhnt. Sowohl 2015 als auch 2016 waren sie der stärkste Wert im DAX. /she/zb/oca
HERZOGENAURACH (dpa-AFX)

Wenn Sie mehr über das Thema Aktien erfahren wollen, finden Sie in unserem Ratgeber viele interessante Artikel dazu!
Jetzt informieren!
Weitere Links:
Nachrichten zu Nike Inc.mehr Nachrichten
27.02.25 |
Freundlicher Handel in New York: Dow Jones am Donnerstagmittag mit Zuschlägen (finanzen.at) | |
27.02.25 |
Handel in New York: Dow Jones startet im Plus (finanzen.at) | |
24.02.25 |
Börse New York: S&P 500 zum Handelsende in Rot (finanzen.at) | |
24.02.25 |
Börse New York: Dow Jones verbucht zum Ende des Montagshandels Gewinne (finanzen.at) | |
24.02.25 |
Nike-Aktie höher: Jefferies hebt Einstufung auf 'Buy' und passt Kursziel an (dpa-AFX) | |
24.02.25 |
Freundlicher Handel in New York: Am Montagnachmittag Gewinne im S&P 500 (finanzen.at) | |
24.02.25 |
Dow Jones-Handel aktuell: Dow Jones-Börsianer greifen nachmittags zu (finanzen.at) | |
24.02.25 |
Montagshandel in New York: So performt der Dow Jones am Montagmittag (finanzen.at) |
Analysen zu Nike Inc.mehr Analysen
25.02.25 | Nike Outperform | Bernstein Research | |
24.02.25 | Nike Buy | Jefferies & Company Inc. | |
18.02.25 | Nike Neutral | UBS AG | |
12.02.25 | Nike Neutral | UBS AG | |
11.02.25 | Nike Outperform | Bernstein Research |
Aktien in diesem Artikel
adidas | 243,50 | -0,77% |
|
Lufthansa AG | 6,82 | 0,41% |
|
Nike Inc. | 76,95 | -0,31% |
|
Under Armour Inc. | 6,54 | -1,22% |
|